Reisewege Frankreich
Die Route des Grandes Alpes
Vom Genfer See ans Mittelmeer
Vor fast hundert Jahren entstand die Idee, eine Alpenstraße vom Genfer See bis hinunter zum Mittelmeer zu bauen. Das war die Geburtsstunde der "Route des Grandes Alpes", einer der berühmtesten französischen Wege durch die Alpen.
So abenteuerlich wie damals gestaltet sich das Autofahren heute längst nicht mehr: Die Straßen sind breiter geworden, und die kurvenreiche Strecke ist heute natürlich überall asphaltiert und gut zu bewältigen. Aber der unvergleichliche Rahmen besteht nach wie vor: eine imposante Gebirgslandschaft, die den Reisenden über zahlreiche große Pässe führt, bevor er in Menton das Meer erreicht.
Unsere Reise beginnt, wie jene der ersten Pioniere, in Thonon les Bains, einem Kurort im Südosten Frankreichs. Thonon les Bains liegt am Genfer See und hat knapp 30.000 Einwohner. Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehört das Schloss von Ripaille, dass um 1434 auf der Halbinsel am Südufer des Genfer Sees errichtet wurde. Nach einer massiven Beschädigung im Religionskrieg baute man es zu einem Kloster um.
In Thonon les Bains findet auch alljährlich ein Oldtimertreffen statt. Eine gute Einstimmung, denn auch wir wollen die 800 Kilometer mit einem Cabriolet aus den Siebzigern zurücklegen. Es soll eine nostalgische Reise werden, die uns Zeit lässt, die Hochgebirgslandschaft zu erkunden und interessante Menschen kennen zu lernen.
Die im Jahr 1912 eröffnete Route des Grandes Alpes überquert auf ihren knapp 700 Kilometern Länge insgesamt 16 Hochalpenpässe, wovon acht über 2.000 Meter hoch sind. Darunter befindet sich mit dem 2.770 Meter hohen Col de l'Iseran auch der höchste überfahrbare Gebirgspass der Alpen. Erst 1937 konnte dieser schwierigste Streckenabschnitt eingeweiht werden.
Die von Juni bis Mitte Oktober befahrbare Route überwindet insgesamt einen Höhenunterschied von 15.700 Metern. Sie setzt sich aus 600 km Departementsstraßen und 68 km Nationalstraßen zusammen. Teilstücke der Route des Grandes Alpes bilden auch immer wieder Etappen der Tour de France.
In Morzine, einer Gemeinde an der Schweizer Grenze zum Kanton Wallis, 32 km nördlich von Chamonix, treffen wir auf Christine Pollier. Sie hat sich als Malerin der typischen "Poyas" einen Namen gemacht hat. Le Grand Bornand ist dagegen ein wichtiges Zentrum für die Produktion von Reblochon-Käse. Der Bauer Denis Bastard leitet den Hof seiner Familie bereits in der dritten Generation und verrät uns Wissenswertes über den berühmten Reblochon. Wir feiern mit beim Almabtrieb in Annecy und erleben mexikanische Mariachi in Barcelonette.
[vergrößern] Menton am Mittelmeer, Zielort unserer Reise
Weitere entlegene Gebirgsdörfer und geschichtsträchtige Städte liegen auf unserem Weg entlang der Route des Grandes Alpes. Wenn wir dann schließlich das Mittelmeer erreichen, lässt sich ein wenig nachvollziehen, wie sich einst die Pioniere gefühlt haben müssen. Die Route des Grandes Alpes ist ein Erlebnis. Ein Reiseweg voller Eindrücke und sicherlich eine der schönsten Alpenstraßen. Ein Film von Julia Leiendecker.
Französisches Fremdenverkehrsamt (Maison de la France)
Zeppelinallee 37
60325 Frankfurt / Main
Tel.: 0900 – 1 57 00 25 (Mo.-Do. 9:00-17:30 Uhr, Fr. 09:00-16:30 Uhr)
(0,49 €/Min. aus dem dt. Festnetz)
Infos zur Route des Grandes Alpes:
Bureau Info Montagne
BP 227 – 38019 Grenoble Cedex
Tel.: 00334 – 76 42 45 90
Sendedaten
Montag, 13. Mai 2013, 5.20 Uhr