

Eine gelungene Verbindung von Kunstwerk und Garten, von materiellem und ästhetischem Genuss findet sich vor allem in den Gärten in Frankreichs Süden. Schon immer hat diese Gegend die Künstler angelockt, sei es wegen des Lichts - so die "offizielle" Begründung - sei es wegen des hervorragenden Rotweins, des gewissen "savoir vivre", des milden Klimas oder der wundervollen Landschaft in der Provence und an der Côte d’Azur.
Vor allem die Gärten der Künstler sind hier Ausdruck ihres künstlerischen Schaffens: So vielschichtig wie die Personen selbst sind ihre Werke und erst recht ihre Gärten. Mal launisch, exzentrisch, zurückhaltend und dann wieder impulsiv, humorvoll und mit viel Temperament. Geld scheint bei der Erschaffung dieser gelebten provenzalischen Träume meist keine gewichtige Rolle zu spielen. Über die Gärten erfährt man viel über ihre Besitzer und über die Künstler unserer Zeit.
Weitere Stationen im Film sind die Gärten der Französin Dominique Lafourcade bei St-Remy-de-Provence und der Garten von Henri Olivier im Hinterland von Nizza. Auf dem Grundstück des Künstlers Benjamin Vautier werden französisch, englisch, italienisch und deutsch bunt durcheinander gewürfelt. Vautier lebt inmitten eines für seine Begriffe wohl geordneten Gartens, einem Sammelsurium seiner Kunst. Auch besucht wird das Anwesen des Lübeckers Peter Klasen, der seine ganz eigenen architektonischen Vorstellungen umgesetzt hat. In Chateauneuf-de-Grasse baute er ein Haus mit acht Meter hohen Wohnzimmerwänden und freiem Blick in den scheinbar unberührten Garten. Sehens- und berichtenswert ist auch der Garten von Bruno Romeda und Robert Courtright. Sie erschufen auf einem alten Olivenhain, den bereits im Mittelalter die Mönche von St-Honorat angelegt hatten, ihren ganz persönlichen Gartentraum.
Julia Droste-Hennings (Autor), Mario Ciampi (Fotograf): Künstlergärten in der Provence.
238 Seiten, Hirmer-Verlag 2008, 49,90 Euro, ISBN: 978-3777441351
Klappentext: "In stimmungsvollen Fotografien offenbart sich das reizvolle Zusammenspiel von provenzalischer Vegetation und zeitgenössischen Kunstobjekten. Individuell und unverwechselbar präsentieren sich einundzwanzig von Künstlerhand erschaffene oder geprägte Gärten. (...) Julia Droste-Hennings verknüpft ihre beschreibenden Garten-Spaziergänge mit Biographie und Oeuvre der Gartenbesitzer. Auf diese Weise öffnet das Buch nicht nur die Türen zu wunderbaren Gärten, sondern gewährt dem Leser auch umfassende Einblicke in das Schaffen des jeweiligen Künstlers."