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Auf dem Weg ins Paradies: Gärten in Südengland
Kein Land in Europa hat eine so reiche Gartenkultur wie England. Vor allem der Süden des Landes ist ein Paradies für Gartenliebhaber.
In England wurde im 18. Jahrhundert eine Revolution in der Gartenarchitektur vollzogen: Statt der bis dahin vorherrschenden strengen geometrischen Formen und Perspektiven entstanden Landschaftsgärten wie zum Beispiel "Sheffield Park" in East Sussex, die sich harmonisch und kunstvoll in die natürliche Umgebung einfügten. Von den herrschaftlichen Landsitzen aus erfasste die neue Bewegung immer breitere Gesellschaftsschichten, so dass heute vom weitläufigen adeligen Anwesen bis zum einfachen "Cottage-garden" ein überwältigendes Angebot an Beispielen englischer Gartenkunst zu besichtigen ist.
Zwischen London und der Kanalküste stellt der Film einige repräsentative grüne Oasen vor, die mit großer Leidenschaft von ihren Besitzern geschaffen und gepflegt wurden: Etwa Sissinghurst, einst das Domizil der exzentrischen Schriftstellerin Vita Sackville-West, einer der schönsten Gärten Englands, mit Gartenzimmern, die vom Frühjahr bis zum Herbst eine überbordende Blütenpracht bieten.
Erheblichen Aufwand bedeutet die Instandhaltung von Prachtstücken wie dem Park von Hever Castle oder "Standen House and Garden", die Ende des 19. Jahrhunderts als feudale Sommersitze wohlhabender Familien angelegt wurden. Oft werden solche Herrensitze mit großartigen Anlagen durch den National Trust verwaltet, einer Stiftung, die bedeutende Anwesen vor dem Verfall rettet.
Aber auch private Gartenbesitzer sorgen dafür, dass es in der südenglischen Landschaft kaum ein Fleckchen gibt, das nicht grünt und blüht: Sogar Kreisverkehrsinseln werden von Freiwilligen gestaltet und gepflegt und über 50 stolze Gartenbesitzer beteiligen sich an der Besuchsaktion "Open Gardens", z.B. John und Dorothy Williams aus Northiam, beide über 80 Jahre alt. Manche Südengländer gehen vollkommen in ihrer gärtnerischen Begeisterung auf, so Charlotte aus Benenden, die mit Hingabe ihre "Topiaries", kunstvoll in Form geschnittene Büsche, pflegt und hegt.
Unter den Gärten Südenglands gibt es auch einige, die als Schauplätze von alten oder neuen Geschichten besonders beliebt sind: So ist Cotchford Farmhouse eigentlich das Heim von "Pu der Bär", denn dort wurde die Figur aus dem gleichnamigen Kinderbuch erfunden, und bis heute pilgern seine Fans dorthin. Bewunderer von Rudyard Kipling, dem Autor des weltberühmten Kinderbuchklassikers "Das Dschungelbuch", besuchen sein im malerischen Tal des River Dudwell gelegenes Gut. Hier, im Angesicht des Gartens von Bateman’s, schrieb Kipling nach seiner Rückkehr in England das Gedicht "Glory of the Garden", eine Hymne auf das Gartenreich seiner Heimat.
Sendedaten
Samstag, 1. Dezember 2012, 14.30 Uhr