© MKG Hamburg,  Roman Raacke
Period Rooms
Vom Spiegelsaal zur Spiegel-Kantine. Die Period Rooms - vollständig eingerichtete Epochenräume - im Museum für Kunst und Gewerbe erzählen anschaulich vom rasanten Wandel der Moden und Zeiten.
Barocke Bauernstube, Spiegelsaal und Frankfurter Küche
© MKG Hamburg, Martin Luther und Dirk Fellenberg "Frankfurter Küche" von 1926
"Frankfurter Küche" von 1926
In der Schausammlung des Hamburger MKG sind vollständig erhaltene Ensembles historischer Innenräume zu sehen, die sogenannten „Period Rooms“. Sie reichen von der barocken Bauernstube über den großbürgerlichen Spiegelsaal bis hin zur Frankfurter Küche. Die moderne Musterküche wurde 1926 entworfen. Für eine Fläche von nur 6,5 qm entwickelte die eigens für diese Aufgabe engagierte Wiener Architektin Margarethe Schütte-Lihotzky eine Einbauküche - die erste überhaupt - ganz im Sinne des neuen sozialen Bauens. Sie wurde in über 10.000 Wohnungen der Siedlung „Neues Frankfurt“ eingebaut und fand schnell internationale Beachtung und Verbreitung.

Der Pariser Salon - Herzstück der bedeutenden Jugendstil-Sammlung
©  SWR Pariser Salon um 1899
Pariser Salon um 1899
Der erste Period Room im Museum war der sogenannte Pariser Salon. Er ist das Herzstück der berühmten Jugendstil-Sammlung des MKG, die zu den weltweit bedeutendsten zählt. Ihr Grundstein wurde bereits um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert durch gezielte, weitsichtige Ankäufe gelegt. Mit dem Augenmerk auf den damals aufkommenden Jugendstil begann das MKG – als eines der ersten Kunstgewerbemuseen in Deutschland – Stücke der Gegenwart zu sammeln. So kaufte Gründungsdirektor Justus Brinckmann auf der Pariser Weltausstellung 1900 zahlreiche Objekte, darunter auch den Pariser Salon, ein vollständig eingerichtetes Jugendstil-Erkerzimmer.

Knallbunt und legendär – Die Spiegel-Kantine von Verner Panton
© MKG Hamburg Spiegel-Kantine, 1969
Spiegel-Kantine, 1969
Mit den Period Rooms verfolgt das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe eines seiner Hauptanliegen: europäische Wohnkultur nicht nur am Einzelstück zu zeigen, sondern als Raumerlebnis erfahrbar zu machen und so die faszinierende Vielfalt historischer Wohn- und Lebensstile aus den letzten fünf Jahrhunderten zu veranschaulichen. Der jüngste Zuwachs unter den Period Rooms ist die berühmte Kantine aus dem ehemaligen Verlagshaus des „Spiegel“ von Stardesigner Verner Panton. Sie ist seit Oktober 2012 im Museum für Kunst und Gewerbe zugänglich.

Info
©  SWR, MPeriod Rooms im MKG Hamburg