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Weltmuseum Wien
"Es geht um Menschen", lautet das Motto des 2017 wieder eröffneten Weltmuseums - um Menschen aus aller Welt und ihre Geschichten. In Wien will man verantwortungsvoll mit dem kolonialen Erbe umgehen und neugierig machen auf die Kulturen der Welt.
Weltmuseum - Der neue Name ist Programm
© SWR Markus Brock mit Franzobel vor dem Azteken-Kopfschmuck "Penacho"
Markus Brock mit Franzobel vor dem Azteken-Kopfschmuck "Penacho"
Längst hat sich die ursprüngliche Idee ethnologischer Museen, mit Relikten des Kolonialismus das "Exotische" auszustellen und fremde Kulturen zu bewerten, überholt. Ein Ort der Begegnung will das ehemalige Museum für Völkerkunde sein. Markus Brock erkundet das Weltmuseum am berühmten Heldenplatz zusammen mit seinem Gast, dem weit gereisten Schriftsteller Franzobel. 250.000 ethnographische Gegenstände und rund 300.000 Fotografien und Bücher umfasst die Sammlung. Dazu zählen einzigartige Bronzeskulpturen aus dem früheren Königreich Benin, Schmiedekunst aus Südostasien und die Ikone des Museums: der "Penacho", ein kostbarer mit Goldplättchen besetzter Federkopfschmuck der Azteken. Entstanden ist er Anfang des 16. Jahrhunderts in Mexiko – der weltweit einzig erhaltene seiner Art.

"Im Schatten des Kolonialismus"
© SWR Markus Brock mit Direktor Christian Schicklgruber
Markus Brock mit Direktor Christian Schicklgruber
In 14 Sälen wird die von Grund auf neu konzipierte Schausammlung präsentiert. Jeder Raum erzählt eine Geschichte über die Objekte und ihre Sammler. Erklärt wird, wie sie ins Museum kamen, welche Bedeutung sie früher hatten und heute noch haben. Der Raum "Im Schatten des Kolonialismus" greift ein zentrales Thema auf: Wie geht man mit der Vergangenheit ethnologischer Museen und kolonialer Raubkunst um? Muss man Exponate zurückgeben? Fragen, die Markus Brock auch Direktor Christian Schicklgruber stellt. Die Ursprünge des Wiener Weltmuseums reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Zwar besaß Österreich keine eigenen Kolonien, aber seine Machthaber waren dem kolonialen Entdecker- und Sammelfieber nicht minder erlegen. So ersteigerte der österreichische Kaiser Franz I. bei einer Auktion in London 1806 einen Teil der Sammlung des britischen Weltumseglers James Cook.

"Out of the Box" - Wiener zeigen Lieblingsstücke des Museums
© Aleksandra Pawloff KHM-Museumsverband Pri Elamthuruthil im Depot des Weltmuseums Wien
Pri Elamthuruthil im Depot des Weltmuseums Wien
Auch in Sonderausstellungen zeigt das Weltmuseum Wien seinen innovativen Ansatz. Für die Schau "Out of the Box - Bewegte Welten" durften dreißig Menschen aus Wien - die meisten mit Migrationserfahrung - ihre Lieblingsobjekte auswählen und ausstellen. Die Idee dahinter: über die eigene Geschichte und Kultur nachzudenken und Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu finden. Jedes ausgestellte Stück wird lebendig durch Fotos und Texte der Gastkuratoren. Zu sehen sind die unterschiedlichsten Dinge: vom prachtvollen Buddha bis hin zur kleinen Marienfigur, die man im Auto mit dem Zigarettenanzünder zum Leuchten bringt.

Sendedaten
Sonntag, 8. Juli 2018, 18.30 Uhr
Info
© KHM MuseumsverbandWeltmuseum Wien
Prominenter Gast
© Aleksandra Pawloff KHM-MuseumsverbandFranzobel
Franzobel, so sein Künstlername, ist einer der bekanntesten Schriftsteller Österreichs. "Wortsportler" nennt ihn das Feuilleton, "franzobeln" seine Art zu schreiben. Markus Brock begrüßt ihn als Gast im Weltmuseum Wien.
Erzherzog Franz Ferdinand
Im Sammlerwahn
"Ich leide an Museomanie", bekannte Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este. Für seinen Traum vom eigenen Museum reiste er um die ganze Welt und brachte zahlreiche "exotische" Objekte mit nach Wien.