© DHM, Thomas Bruns
Der Anbau von Ieoh Ming Pei
2003 erhielt das Deutsche Historische Museum Berlin einen spektakulären Anbau für Sonderausstellungen. Derzeit geht dort eine Ausstellung einer angeblich urdeutschen Tugend auf den Grund – der Sparsamkeit.
Geschichtsbuch in 3D
© DHM, Thomas Bruns Zeughaus, Foyer
Zeughaus, Foyer
Das Deutsche Historische Museum in Berlin ist eine Art dreidimensionales Geschichtsbuch. Die Dauerausstellung mit 7000 Objekten auf 8000 Quadratmetern erzählt 1500 Jahre deutsche Geschichte. Die Gründung des Deutschen Historischen Museums fiel selbst mit einem geschichtlich bahnbrechenden Ereignis zusammen. Initiiert wurde sie anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin am 28. Oktober 1987, auf Betreiben von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Eigentlich sollte es einen Museumsneubau auf dem Gelände des heutigen Kanzleramts geben, im damaligen West-Berlin. 1989 veränderten der Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung aber alle Planungen.

Der Erweiterungsbau von Ieoh Ming Pei - Perle der Museumsarchitektur
© DHM,Thomas Bruns Erweiterungsbau von Ieoh Ming Pei
Erweiterungsbau von Ieoh Ming Pei
Das historische Zeughaus stand zur Verfügung, das bis dahin das Geschichtsmuseum der DDR war und eine eigene umfangreiche Sammlung hatte. 1990 wurde es zum Sitz eines gemeinsamen Deutschen Museums. Zwischenzeitlich umfangreich saniert, erhielt das Zeughaus 2003 einen spektakulären Anbau für Sonderausstelllungen. Der Erweiterungsbau des chinesisch-amerikanischen Star-Architekten Ieoh Ming Pei zählt mit seiner puristischen Glasfassade und dem gewundenen transparenten Treppenturm zu den wenigen Perlen moderner Architektur in Berlin. Weltberühmt wurde Ieoh Ming Pei durch die gläserne Pyramide vor dem Pariser Louvre.

"Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend"
©  SWR Sparbuch der städtischen Sparkasse zu Görlitz mit Eintragungen aus der Inflationszeit, 1922/23
Sparbuch der städtischen Sparkasse zu Görlitz mit Eintragungen aus der Inflationszeit, 1922/23
Die Sonderausstellung "Sparen - Geschichte einer deutschen Tugend" beschäftigt sich mit einer angeblich typisch deutschen Eigenschaft, der Sparsamkeit. Gilt das Sparen in Deutschland tatsächlich als Tugend? "Sparen ist für die Deutschen jedenfalls sehr wichtig, sagt Robert Muschalla, Historiker und Kurator der Ausstellung. Spar-Weltmeister sind die Deutschen allerdings nicht. Manche der europäischen Nachbarn und vor allem die Chinesen sind sparsamer. In Deutschland steht das Sparen aber seit Jahrhunderten auf dem Erziehungsplan, allen katastrophalen Geldkrisen zum Trotz. Die erste Sparkasse der Welt wurde 1778 in Hamburg gegründet. In der Ausstellung im Deutschen Historischen Museum ist neben rund 300 weiteren Exponaten das erste noch erhaltene handschriftliche Sparkassenbüchlein zu sehen.

Sonderausstellung
©  SWR"Sparen - Geschichte einer deutschen Tugend"