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Kurt Schwitters
Er war einer der originellsten Künstler der Moderne, der in Hannover geborene Kurt Schwitters. Das Sprengel Museum besitzt die größte Schwitters-Sammlung der Welt, darunter die Rekonstruktion des berühmten Merzbaus.
Nichts fesselte Schwitters so sehr wie das Absurde
©  SWR Markus Brock mit Isabel Schulz, der Leiterin des Kurt Schwitters-Archivs
Markus Brock mit Isabel Schulz, der Leiterin des Kurt Schwitters-Archivs
Konservendosen, Zeitungsschnipsel, Knöpfe, ein altes Wagenrad - für seine Werke verwertete Kurt Schwitters (1887-1948) alles, was ihm interessant erschien. Mit dem von ihm geschaffenen Kunstwort "MERZ" unterstrich er, dass die Freiheit der Kunst für ihn grenzenlos war. MERZ ist alles und darf alles. MERZ ist Gedicht, Malerei, Skulptur, Collage und Performance. Seine Vision war es, ein dadaistisches Gesamtweltbild zu erschaffen. Er wollte Kunst und Leben vereinen, was auch in seinem dichterischen Werk zum Ausdruck kam. Mit Fantasie und Anarchie mischte er so die Kunstwelt auf, nicht nur in seiner Heimatstadt Hannover. Vielen Künstlern war Schwitters ein Vorbild, obwohl der Melancholiker das nie sein wollte.

Der Merzbau - Schlüsselwerk der Installationskunst
©  SWR, M Markus Brock im nachgebauten Merzbau von Kurt  Schwitters
Markus Brock im nachgebauten Merzbau von Kurt Schwitters
Das Kurt Schwitters Archiv im Sprengel Museum verfügt über die umfangreichste Dokumentation zu Leben und Werk des Künstlers. Die 112 originalen Arbeiten aus dem Bestand des Museums und die rund 1000 Werke als Leihgabe der Kurt und Ernst Schwitters Stiftung bilden zusammen den weltweit größten Sammlungsbestand. In wechselnder Folge werden ausgewählte Werke gezeigt. Dauerhaft ausgestellt ist die Rekonstruktion des berühmten Merzbaus, einer labyrinth-artigen Architekturinstallation. Ursprünglich hat Kurt Schwitters den Merzbau von 1923 bis 1936 über zwei Etagen im Haus seiner Eltern in Hannover realisiert.

Der "entartete Künstler" - Kurt Schwitters im Exil
© Sprengel Museum Kurt Schwitters: Merzbild Einunddreissig, 1920
Kurt Schwitters: Merzbild Einunddreissig, 1920
Es war die konsequenteste Umsetzung des Merz-Gesamtkunstwerks, in dem sich Malerei, Collage, Skulptur und Architektur verbinden. 1943 wurde Schwitters' Elternhaus bei einem Bombenangriff zerstört. Die Rekonstruktion im Sprengel Museum wurde 1983 anhand von Fotografien angefertigt.
Von den Nationalsozialisten als entartet verfemt, floh Kurt Schwitters 1937 aus Deutschland. Zunächst ging er nach Norwegen, später nach England. 1940-1941 verbrachte er mit anderen europäischen Künstlern einige Zeit in einem Internierungslager auf der Isle of Man.
In England stieß seine avantgardistische Kunst weitgehend auf Desinteresse und Schwitters hielt sich mit Landschafts- und Porträtmalerei über Wasser.
Im Exil entstanden noch zwei weitere Merzbauten. Den in Norwegen musste er zurücklassen, in England konnte er seinen "Merz Barn", wie der Künstler seine Merz-Scheune selbst nannte, nicht mehr fertigstellen. Kurt Schwitters starb 1948 im englischen Kendal. Sein Grab wurde später nach Hannover verlegt.

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© Sprengel MuseumKurt Schwitters-Archiv
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Der Merzbau im Sprengel Museum