© Kunstmuseum Bern
VideoVideo
Sehen Sie hier die ganze Sendung aus Bern
Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee
Die Kunstwelt pilgert gerade nach Bern, wo eine spektakuläre Ausstellung präsentiert wird: der berühmt-berüchtigte Kunstfund Gurlitt. Markus Brock checkt das Kunstmuseum Bern und das Zentrum Paul Klee.
"Bestandsaufnahme Gurlitt"
© SWR Dr. Matthias Frehner, Direktor der Sammlungen Kunstmuseum Bern, mit Markus Brock
Dr. Matthias Frehner, Direktor der Sammlungen Kunstmuseum Bern, mit Markus Brock
2014 hat das Kunstmuseum Bern ein schweres Erbe angetreten: rund 1500 Kunstwerke des deutschen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt. Er war der Sohn Hildebrand Gurlitts, einem der vier Kunsthändler von Adolf Hitler und geriet dadurch unter Verdacht, NS-Raubkunst zu besitzen. Der deutsche Staat beschlagnahmte seine Sammlung – zu Unrecht, wie man heute weiß - und beauftragte eine Taskforce mit der Erforschung der Herkunft der Werke. Das Kunstmuseum Bern zeigt nun unter dem Titel "Bestandsaufnahme Gurlitt" einen Teil des Nachlasses von Cornelius Gurlitt. Im Mittelpunkt stehen Bilder der sogenannten "entarteten Kunst". Werke, die die Nationalsozialisten ab 1937 in deutschen Museen beschlagnahmten und mit denen Hildebrandt Gurlitt im Auftrag der Nazis gehandelt hat.

Der vermeintliche "Nazi-Schatz"
© SWR Besucherin im Kunstmuseum Bern vor Werken aus der Gurlitt-Sammlung
Besucherin im Kunstmuseum Bern vor Werken aus der Gurlitt-Sammlung
Von den rund 150 Arbeiten - überwiegend auf Papier - die das Kunstmuseum Bern zeigt, sind nur 60 völlig verdachtsfrei. Das heißt, sie sind keine Raubkunst und wurden nicht Juden gestohlen oder unter Zwang erworben. Bis heute konnte jedoch noch nicht von allen Bildern die Herkunft abschließend geklärt werden. Ein Großteil des Gurlitt-Erbes befindet sich daher in Deutschland und wird dort weiter geprüft. Bisher sind lediglich sechs Werke als NS-Raubkunst identifiziert und an ihre Besitzer zurückgegeben worden. Zeitgleich beschäftigt sich eine gleichnamige Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn mit dem Thema der NS-Raubkunst.

Mit Delia Mayer im ältesten Kunstmuseum der Schweiz
© SWR M Delia Mayer mit Markus Brock im Kunstmuseum Bern
Delia Mayer mit Markus Brock im Kunstmuseum Bern
Markus Brock macht gemeinsam mit seinem Gast, der Schauspielerin Delia Mayer, einen Rundgang durch die Sammlung und entdeckt im ältesten Kunstmuseum der Schweiz viele Highlights der Kunstgeschichte. Zum Beispiel die Meisterwerke der Sammlung Hahnloser, eine der wichtigsten Privatsammlungen der Schweiz mit Bildern von Renoir, Van Gogh, Matisse, Bonnard und Vallotton. Mit vielen dieser Künstler war das Sammlerehepaar aus Winterthur zu Beginn des 20. Jahrhunderts befreundet. Ihr Wohnhaus, die Villa Flora, wurde im Laufe der Jahre zu einem Haus der Kunst und durch Winterthur wehte der frische Wind der Moderne. Die eigene Sammlung des Kunstmuseums glänzt mit Werken von Ferdinand Hodler, Pablo Picasso, Franz Marc und den französischen Impressionisten. Gezeigt wird auch die Kunst der Gegenwart mit vielen aktuellen Schweizer Positionen.

Sendedaten
Sonntag, 3. Dezember 2017, 18.30 Uhr
Prominenter Gast
Delia Mayer
Normalerweise ermittelt sie in Luzern. Für den Museums-Check in Bern hat sich Tatort-Kommissarin Delia Mayer alias Liz Ritschard extra einen Tag Auszeit von den Dreharbeiten genommen. Ist Museum Erholung?
Zentrum Paul Klee
© Zentrum Paul Klee BernBerns berühmtester Sohn
"Hier muss ich weg, ich halte es nicht aus!" hat er als junger Mann geschimpft. Und doch kam er in seine Heimat zurück, als einer der Größten der Kunstgeschichte. Das Zentrum Paul Klee hütet und erforscht sein künstlerisches Erbe.
Hinter den Kulissen
© SWRBonusvideo aus Bern
So berühmte Künstler wie Jackson Pollock oder Robert Motherwell ließen sich von Paul Klees bildnerischem Schaffen und Denken inspirieren. Kuratorin Fabienne Eggelhöfer erklärt die Hintergründe.
Links