© SWR Melanie Traber
VideoVideo
Sehen Sie hier die ganze Sendung von der documenta 14 in Kassel
documenta 14, Kassel
In Kassel neigt sich die documenta 14 dem Ende zu. Alle fünf Jahre sorgt die bedeutende Kunstausstellung für Aufsehen, dieses Mal gab es viel negative Kritik. Zeit für ein Fazit im Museums-Check.
Erstmals fand die documenta in zwei Städten statt: in Athen und in Kassel. Markus Brock nimmt die Kasseler Schau unter die Lupe. Bei seinem Streifzug begleitet ihn Wolfgang Niedecken, der Frontmann der Kölschrock-Band BAP.

Politische Kunst
©  SWR, Melanie Traber Markus Brock
Markus Brock
So viel Politik war selten bei einer documenta. Die Kunst soll den Blick schärfen für die akuten Probleme der Menschheit: Klimawandel, Flüchtlingsströme, Armut, soziale Ungerechtigkeit. Löst die documenta 14 diesen Anspruch ein?
"Bei dieser documenta ist leider vieles nur gut gemeint. Zu vieles ist altbekannt und wird auch nicht spannender, wenn es aus anderen Weltregionen kommt", meint Markus Brock.

Kunst an ungewöhnlichen Orten
© SWR, Melanie Traber Hier geht es unter die Erde...
Hier geht es unter die Erde...
Bei seiner Tour entdeckt er aber auch sehenswerte Kunst.
Auf 35 Ausstellungsorte in Kassel ist die documenta verteilt. Einige davon sind sehr ungewöhnlich, wie eine stillgelegte, unterirdische Straßenbahnstation und ein monumentales Postverteilzentrum aus den 1970er Jahren in der Kasseler Nordstadt.

Kunst als Mahnmal
© SWR, Melanie Traber Installation aus Rentierschädeln von Maret Anna Sara
Installation aus Rentierschädeln von Maret Anna Sara
Hier hängt auch die Installation aus Rentierschädeln der Norwegerin Maret Anna Sara, die für viel Aufsehen gesorgt hat. Die Schädel stammen von ihrer eigenen Herde, die sie auf Anordnung der Regierung töten musste.
Dem indigenen Volk der Sami, die Nomaden sind, soll damit auch verboten werden, auf dem Land umherzuziehen.

Kunst als Hausaufgabe?
© SWR Markus Brock mit Kurator Dieter Roelstraete
Markus Brock mit Kurator Dieter Roelstraete
Bei der documenta 14 irritiert, dass oft Informationen und Erklärungen zu Werken und Künstlern fehlen. "Das Kunstwerk sollte immer für sich sprechen", sagt documenta-Kurator Dieter Roelstraete. Man solle sich vor Ort ganz auf die Kunst einlassen, erläutert er Markus Brock, und dann "vielleicht zuhause ein paar Hausaufgaben machen und etwas über den Künstler und sein Werk lesen".

Sendedaten
Sonntag, 20. August 2017, 18.15 Uhr
Info
© SWR M Traberdocumenta 14
Prominenter Gast
Wolfgang Niedecken
Als Musiker und Frontmann der Kölschrock-Band BAP ist Wolfgang Niedecken eine lebende Legende. Die wenigsten wissen, dass er in den 1970er Jahren Kunst studierte. Er ist zu Gast bei der documenta 14 in Kassel.
Hingucker der documenta 14
Parthenon der Bücher
Die rund 150 ausgewählten Künstler der documenta 14 wurden aufgefordert, für Athen und Kassel Werke einzureichen. In Nordhessen steht nun eines der größten documenta-Werke aller Zeiten: der "Parthenon der Bücher".
Was Kassel mit Athen verbindet
Daniel Knorr
Zeitgenössische Kunst aus Athen ist im Fridericianum zu sehen. Und aus dem Turm des geschichtsträchtigen Gebäudes lässt der Performance-Künstler Daniel Knorr täglich weißen Rauch aufsteigen.