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© SWR/teamWorx/Stephan Rabold Lupe
Anna Degen (Nadja Uhl) und ihr Sohn Michael (Aaron Altaras) haben sich entschlossen abzutauchen.
Nicht alle waren Mörder
März 1943: Als ihre Nachbarn von der SS zur Deportation abgeholt werden, entschließt sich die Jüdin Anna Degen, mit ihrem elfjährigen Sohn Michael in Berlin unterzutauchen. Zwei Jahre verbringen sie im Untergrund, bei Menschen, die sie kaum kennen und die ihnen aus unterschiedlichen Motiven helfen. Der packende Fernsehfilm erzählt von der Kindheit des Schauspielers Michael Degen.
© SWR/teamWorx/Stephan Rabold Lupe
Karl (Richy Müller), seine Frau Käthe (Steffi Kühnert, li.) und ihre Schwester Martchen (Dagmar Manzel, 2.v.l.) haben Anna und Michael bei sich aufgenommen.
Frühjahr 1943: Die nationalsozialistische Führung erlässt den Befehl, alle noch in Deutschland lebenden Juden zu verhaften und zu deportieren. Als die SS eines Morgens die jüdischen Bürger ihrer Straße aus den Häusern holt, reißen die Berliner Jüdin Anna Degen und ihr Sohn Michael die Sterne von ihren Kleidern, greifen sich das Nötigste und verlassen im letzten Moment die Wohnung, um unterzutauchen.

Es beginnt ein Leben in ständiger Angst vor Entdeckung und Verrat. Lona Furkert, eine Freundin der Familie, weiß eine Adresse, bei der Mutter und Sohn unterkommen können. Sie bringt die beiden zu Ludmilla Dimitrieff, wohlhabende russische Emigrantin mit guten Beziehungen zu Nazigrößen, die Anna und Michael in ihrer großbürgerlichen Wohnung versteckt. Bedingung, neben der Bezahlung: Wenn Ludmilla ihre Hauskonzerte gibt, müssen Mutter und Sohn unsichtbar bleiben und dürfen bei Alarm nicht in den Luftschutzkeller. So erleben die beiden eines Nachts unter Todesangst einen Luftangriff, bei dem mit der gesamten Straße auch Ludmillas Wohnung in Brand gerät. Sie müssen fliehen.


Immer wieder muss Anna mit ihrem Sohn fliehen
© SWR/teamWorx/Stephan Rabold Lupe
Unter Aufbietung all seiner Kräfte schleppt Michael seinen verletzten Freund Rolf (Martin Stührk) aus dem Wald nach Hause.
Lonas Bekannter Karl Hotze, als Kommunist ein entschiedener Gegner der Nazis, verschafft ihnen einen Unterschlupf bei den Teubers, einer einfachen, höchst pragmatischen Familie. Deren unbestrittenes Oberhaupt ist Oma Teuber, die für ihre drei Töchter eine Art Privatpuff organisiert und geschäftstüchtig ihre Sofas an Anna und Michael vermietet. Hier können sie bleiben, bis Anna eines Tages auf der Straße von Gestapo-Leuten angehalten wird, die zu wissen scheinen, wer sie wirklich ist. Im Augenblick höchster Bedrängnis findet sie zu großer Überzeugungskraft und es gelingt ihr, sich herauszureden. Doch wieder sind sie gezwungen, das Quartier zu wechseln.

Karl Hotze muss wegen seiner politischen Aktivitäten damit rechnen, selbst unter Beobachtung der Gestapo zu stehen. Trotzdem nimmt er Anna und Michael bei sich im Vorort Kaulsdorf auf, wo er mit seiner Frau Käthe und der Schwägerin Martchen lebt. Martchen kümmert sich sofort liebevoll um die Gäste im Dachgeschoss. Für Michael besorgt sie eine HJ-Uniform, damit der Junge auch mal draußen spielen kann. Auf diese Art lernt er Rolf Redlich kennen, der mit seinem Vater ganz in der Nähe wohnt. Rolf und Michael werden Freunde, gemeinsam suchen sie im Wald nach Granatsplittern, die begehrte Tauschobjekte sind. Michael lernt auch Rolfs Vater kennen, einen Lokführer, der in Michael sofort den Juden erkennt. ...


Basierend auf Michael Degens Erinnerungen
© SWR/teamWorx/Stephan Rabold Lupe
Redlich (Axel Prahl) ist außer sich. Sein Sohn Rolf ist im Wald auf eine Granate getreten.
In seinem auf den Kindheitserinnerungen des Schauspielers Michael Degen basierenden Film "Nicht alle waren Mörder" konnte der Regisseur und Drehbuchautor Jo Baier mit Nadja Uhl, Hannelore Elsner, Richy Müller und Katharina Thalbach ein hochkarätiges Ensemble verpflichten. 2007 wurde er für den Film mit dem Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie Buch und Regie bedacht.

Sendedaten
Sonntag, 27. Januar 2013, 20.15 Uhr
Credits
Fernsehfilm, Deutschland 2006, 95 Minuten
Buch und Regie: Jo Baier
Mit: Aaron Altaras, Nadja Uhl, Hannelore Elsner, Dagmar Manzel, Maria Simon, Richy Müller u. a.
Holocaust-Gedenktag
Morgen ist ein anderer Tag
John Weiner wäre heute vermutlich nicht mehr am Leben, wenn der Dorfpolizist Max Maurer ihn nicht versteckt hätte.

Sonntag, 27. Januar 2013, 11.15 Uhr
Dokumentarfilm
Transit Berlin
Das zerstörte Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit war ein bedeutender Flucht- und Sammelort der überlebenden Juden Ost-Europas.

Sonntag, 27. Januar 2013, 12.15 Uhr
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