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© ARD Degeto Lupe
Miquel (Unax Ugalde, li.) will seine große Liebe Oscar (Daniel Hendler) ehelichen.
Schwule Mütter ohne Nerven
Reyes, Ofelia, Nuria, Helena und Magda sind fünf höchst unterschiedliche Mütter, die jedoch eines gemeinsam haben: Ihre geliebten Söhne sind schwul und wollen ihren Lebenspartnern im Rahmen einer Massenhochzeit das Jawort geben. Doch bis es soweit ist, sind noch zahlreiche Katastrophen zu überstehen. – Die quirlige Komödie ist zugleich eine Hommage an den spanischen Regie-Altmeister Pedro Almodóvar .
© ARD Degeto Lupe
Sieben glückliche Mütter und Väter
Anlass der schwul-lesbischen Massenhochzeit ist die offizielle Anerkennung der Homo-Ehe durch den spanischen Staat, entsprechend groß ist das Medieninteresse. Doch hinter den Kulissen der sich politisch korrekt gebenden Mütter beginnt es heftig zu brodeln. Reyes (Marisa Paredes) zum Beispiel ist eine hochnäsige, reiche Filmdiva, die sich als moderne, weltoffene Frau versteht. Dennoch ist es ihr ein Dorn im Auge, dass ihr Filius Rafa (Raúl Jiménez) schwul ist - und obendrein noch unter Stand heiratet, nämlich ausgerechnet den Rettungssanitäter Jonás (Hugo Silva), Sohn ihres Gärtners Jacinto (Lluís Homar).

Nuria (Verónica Forqué), Mutter von Bräutigam Narciso, hat ein anderes Problem: Sie kann einfach nicht die Finger von Männern lassen. Dass sie sich aber ausgerechnet an Hugo (Gustavo Salmerón), den Verlobten ihres Sohnes Narciso (Paco León) heranschmeißt, konnte nun wirklich niemand ahnen. Als Narciso dahinter kommt, verfällt er in eine tiefe Depression und fragt sich, ob er Hugo jemals vergeben kann. Ofelia hingegen, eine rassige Argentinierin, hat ihren Job in Buenos Aires geschmissen, kommt nach Spanien und nistet sich in der Wohnung ihres Sohnes Oscar (Daniel Hendler) ein, die dieser mit seinem Verlobten Miguel (Unax Ugalde) teilt. Miguel ist alles andere als begeistert, und als Ofelias Hund den antiken Teppich bepinkelt, entbrennt der erste große Streit.


Mütter am Rande des Nervenzusammenbruchs
© ARD Degeto Lupe
Auch Rafa (Raúl Jiménez, re.) und Jonas (Hugo Silva) wollen heiraten.
Hugos Mutter Helena (Mercedes Sampietro) ist Richterin und soll die Paare trauen. Ausgesucht hat sie sich diese Aufgabe nicht, aber da ihr eigener Sohn unter den Brautleuten ist, wurde sie vom Stadtrat dazu gedrängt. Magda (Carmen Maura) schließlich ist eine geschäftstüchtige Unternehmerin, die mit einem Hotel für Homosexuelle, in dem das große Ereignis stattfinden soll, eine zeitgemäße Marktlücke entdeckt hat. Ihr Sohn Miguel will hier seine große Liebe Óscar ehelichen. Als aber das notorisch unterbezahlte Küchenpersonal streikt, obwohl Magda mit ihrem kubanischen Koch César (Jorge Perugorría) ins Bett geht, droht die glamouröse Zeremonie zu platzen. Erst als alle Frauen gemeinsam die Ärmel hochkrempeln - und dabei in eine ganz traditionelle Mutterrolle zurückfallen - kann die schwule Massenhochzeit doch noch stattfinden.

Ein treffender Titel für diese quirlige schwule Hochzeitskomödie aus Spanien wäre zweifellos auch "Alles über meine Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs". Denn der Film von Manuel Gómez Pereira - bekannt durch sein erotisches Krimidrama "Die Last mit der Lust" - ist eine augenzwinkernde Verbeugung vor dem besonderen Stil, den Gender-Themen und dem speziellen Witz seines Landsmannes Pedro Almodóvar. Mit Verónica Forqué ("Kika"), Marisa Paredes ("Mein blühendes Geheimnis") und Carmen Maura ("Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs") treten nicht zufällig drei der wichtigsten Musen aus Almodóvars Schlüsselfilmen auf.


Voller Anspielungen und Insidergags
© ARD Degeto Lupe
Magda (Carmen Maura, li.) versteht sich prächtig mit Ofelia (Betiana Blum).
Sympathischerweise verhehlt "Schwule Mütter ohne Nerven" nicht den Status einer Hommage. Dafür liegt im Fall Almodóvar die Messlatte zwar hoch, doch Pereira überspringt sie mühelos, auch dank einer überbordenden Fülle liebevoller Insidergags: Als etwa Marisa Paredes in der Rolle der Starschauspielerin sich den Freunden ihres Gärtners vorstellt, rufen diese begeistert aus: "Oh! Das ist ja Carmen Maura!"

Sendedaten
Mittwoch, 16. Januar 2013, 22.25 Uhr

Wiederholung: 1.05 Uhr

Credits
Schwule Mütter ohne Nerven
(Reinas)
Spielfilm, Spanien 2005, 102 Minuten
Mit: Verónica Forqué, Carmen Maura, Marisa Paredes, Mercedes Sampietro, Betiana Blum, Daniel Hendler, Unax Ugalde, Gustavo Salmerón, Hugo Silva, Raúl Jiménez, Jorge Perugorría u. a.
Filmreihe
Amour fou
Erotische Spielfilme vom 13. bis 18. Januar 2013
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