In seinen wilden Zeiten war das Quintett, inklusive Suso, unzertrennlich - jetzt scheinen die gealterten Draufgänger Welten zu trennen. So dauert es nicht lange, bis die Wunden der Vergangenheit aufbrechen und aus Besäufnissen Zerwürfnisse werden. Doch da ist ja noch Susos Traumprojekt, sein großer letzter Wunsch, an dem die vier Kumpel ihre internen Konflikte buchstäblich abarbeiten können: Vor dem Haus des Verstorbenen soll ein Holzturm errichtet werden, um "die Dinge mal von oben zu betrachten". Denn mit neuen Perspektiven ist es in dem nordspanischen Bergarbeiterdorf nicht weit her. Und so gelangen Cundo und seine Freunde irgendwann zu der Erkenntnis, dass jedem Ende auch ein neuer Anfang innewohnt.
Es sind die einfachen Menschen seiner nordspanischen Heimat, denen der junge Regisseur Tom Fernández mit diesem tragikomischen Kinoerstling ein sympathisches Denkmal setzte. Mit einem verständnisvollen Blick auf individuelle Schwächen stilisiert er den titelgebenden Turmbau zur Metapher, wobei die lockere Inszenierung zwischen skurriler Situationskomik und melancholischen Passagen gekonnt die richtigen Töne trifft. Großen Anteil daran hat das famose Darstellerensemble, angeführt von Javier Cámara als Cundo, der auch schon in Filmen von Julio Medem ("Lucía und der Sex") und Pedro Almodóvar ("Sprich mit ihr") zu brillieren wusste.