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© WDR/Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH Lupe
Die Cessna von Nilton
Flieger über Amazonien
Fliegen als Traum und Passion, Job und Schicksal - das ist die Geschichte der Piloten Nilton und Fernando, zwei Streuner der Lüfte. Sie fliegen in Amazonien, der gewaltigsten Flusslandschaft dieses Planeten. "Flieger" verknüpft grandiose Luftaufnahmen vom Amazonas-Regenwald mit der Lebensgeschichten zweier Piloten.
© WDR/Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH Lupe
Die Flieger Fernando (Fernando Alves Pinto) und Nilton (Nilton Bicudo)
Amazonien, das sind Flüsse, Wolken, die sich himmelhoch bauschen, Wind, fette Tropfen, schwere Regen, Schönheit und Orte, wo noch kein Mensch seinen Fuß hingesetzt hat. Die brasilianischen Piloten Fernando und Nilton leben in der Dschungelmetropole Manaus und heben zu Lande und zu Wasser in Amazonien ab unter Bedingungen, in denen nur die Besten bestehen und der Tod gegenwärtig ist. In zwei Monologen aus dem Off erzählen Nilton und Fernando ihr Fliegerleben in Rückblicken, Ausblicken und Reflexionen.

Nilton ist aus dem Priesterseminar ausgetreten und Pilot geworden. Der Familienmensch und Melancholiker fliegt mit einer Cessna Caravan, transportiert Nutten und Gipsengel, Versandhauspost und Indios, Tote und Gemüse. Fernando, der Nomade und Wassermann, ist mit dem Amphibienflugzeug seines Chefs unterwegs, dem die schwimmenden Tankstellen auf dem Rio Negro gehören. Seine Vorbilder sind Mary Poppins, die fliegen und zaubern kann, und sein Onkel Valdivino, ein legendärer Koksflieger. Zwei ganz unterschiedliche Leben, die ein traumatisches Ereignis verbindet: ein Entführungsversuch, bei dem ihr Flieger geklaut werden sollte und Fernando einen der Entführer tötete.


Wahre Lebensgeschichten zweier Piloten
© WDR/Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH Lupe
Flieger Nilton hält Funkkontakt.
Im letzten Teil seines Äquator-Zyklus erzählt Herbert Brödl die wahren Lebensgeschichten zweier Piloten aus der Dschungelmetropole Manaus. Die beiden Schauspieler Nilton Bicudo und Fernando Alves Pinto leihen den realen Biografien Gesicht und Namen. "Über die Schauspieler ist der Film eine Dokufiktion geworden, die aber den Boden der Recherchen und der tatsächlichen Lebensläufe der beiden Piloten nicht verlässt", so Herbert Brödl.

Sein Film verbindet Realismus und Poesie, hält Alltägliches und Träume in der Schwebe und vernüpft die Gegensätze zugleich soghaft. Für die Luftaufnahmen steuerte Brödl selbst den Flieger, denn "man muss als Pilot ein Gefühl dafür haben, was der Kameramann braucht, damit er seine Bilder kriegt." Das Ergebnis: Die Landschaften Amazoniens aus der Vogelperspektive in grandiosen Bildern.


Sendedaten
Samstag, 11. August 2012, 22.15 Uhr
Credits
Dokumentarischer Spielfilm von Herbert Brödl, Österreich 2008, 79 Minuten
Mit Nilton Bicudo und Fernando Alves Pinto
Filmreihe
Der Äquator-Zyklus von Herbert Brödl
Vom 6. bis 11. August 2012