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© WDR/Brödl Lupe
Bad Boy Jô, das Laufwunder (Francisco Ozié jr.), ist in einer Gefängniszelle gelandet.
Bad Boy
Das Lauftalent Jô wird bei dem Klau der Silvesterkollekte vom Dorfsheriff Rui erwischt. Zur Resozialisierung soll dieser ihn nun für das kommenden Silvesterrennen in São Paulo trainieren, den legendären Run ins Jahr 2000. - Der vierte Film aus Herbert Brödls Äquator-Zyklus ist eine Satire auf die politische Realität im brasilianischen Hinterland.
© WDR/Brödl Lupe
Kommissar Rui (Manoel Compton) hat große Pläne mit seinem Häftling und Marathon-Mann Jô.
Während in der brasilianischen Megacity São Paulo Läufer aus aller Welt zum traditionellen Silvesterrennen starten, rennt weitab in einem Provinznest Amazoniens auch der Junge Jô: auf der Flucht vor der Polizei, mit der üppigen Silvesterkollekte unterm Arm, die er während des Gottesdienstes aus einer katholischen Kirche erbeutet hat. Er wird gefasst und zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Und nicht nur das: Im Zuge einer Resozialisierungsmaßnahme soll Kommissar Rui, ein Fan des São Paulo-Rennens, ihn so fit trainieren, dass er am nächsten Silvesterrennen in São Paulo teilnehmen kann, am großen Lauf ins nächste Jahrtausend. Damit will Rui sich einen Traum erfüllen, während Jô hofft, doch noch einmal weglaufen zu können.

Klima aus Korruption, Gewalt und Gesetzlosigkeit
© WDR/Brödl Lupe
Jô träumt von der Flucht.
Amazonas, der größte Bundesstaat Brasiliens und etwa fünfmal so groß wie Deutschland, ist Schauplatz einer komplex strukturierten Geschichte, die auch eine Satire auf das politische Klima in einer brasilianischen Provinzregion ist: auf ein Wildwest-Klima aus Korruption, Gewalt und allgemeiner Gesetzlosigkeit, in dem der Sheriff fast schon wie der letzte Aufrechte erscheint. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich eine Art Vater/Sohn-Verhältnis zwischen dem Kommissar und seinem für das Großstadt-Rennen trainierenden Gefangenen.

"Als ich über die Jahreswende zu Dreharbeiten für einen anderen Film in São Paulo war, habe ich in der Zeitung gelesen, dass beim Silvesterlauf auch ganz bizarre und schräge Figuren teilnehmen. Da kam mir die Idee, einen Häftling mitlaufen zu lassen", erinnert sich Herbert Brödl an den Ursprung seines vierten Films aus dem Äquator-Zyklus.


Sendedaten
Donnerstag, 9. August 2012, 22.25 Uhr
Credits
Spielfilm, Deutschland 2000, 82 Minuten
Regie: Herbert Brödl
Mit: Manoel Compton, Francisco Ozié jr., Roni Souza u. a.
Filmreihe
Der Äquator-Zyklus von Herbert Brödl
Vom 6. bis 11. August 2012