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Mai 2013
Wir fahren nach Berlin!
Rückblick
50 Jahre Theatertreffen
Wir blicken auf die Geschichte des Festivals zurück, zeigen markante Inszenierungen und prägende Theatermacher und blicken auf die Zeitgeschichte. Das Theatertreffen im Spiegel der Zeit.
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© WDR/Imago Lupe
Berlusconi und die Frauen: Zahlreiche Abhörprotokolle belegen, dass der ehemalige italienische Präsident in seiner Privatvilla Escort-Girls zu Sexpartys eingeladen hatte.
Staatsaffären um Sex und Macht
Sie haben alles unter Kontrolle - ihre Karrieren, ihre Parteien, ganze Staaten und beträchtliche finanzielle Mittel. Doch auf dem Höhepunkt ihrer Laufbahn setzen sie alles aufs Spiel - für Sex.
Dominique Strauss-Kahn, Silvio Berlusconi, Moshe Katzav und andere prominente Politiker geraten in die Mühlen der Boulevardpresse. Sie müssen sich wegen sexueller Straftaten in Untersuchungsausschüssen und Gerichtsprozessen verantworten. Haben sie ihre Machtstellung benutzt, um Frauen zum Sex zu verführen oder gar zu zwingen? Die Skandale demontieren den schönen Schein mächtiger Politiker.

Gerüchte um ein angebliches Komplott gestreut
© WDR/AFP/Jewel Samad Lupe
New Yorker Polizisten verhaften Dominique Strauss-Kahn.
Da wäre zum Beispiel der Fall Dominique Strauss-Kahn. Zwar wurde das Strafverfahren in New York eingestellt, die wichtigsten Fragen allerdings blieben danach noch offen. Hatte Strauss-Kahn im Mai 2011 ein New Yorker Zimmermädchen vergewaltigt? Strauss-Kahn selbst streute bei einem Auftritt im französischen Fernsehen Gerüchte um ein angebliches Komplott gegen ihn. Stellte man ihm tatsächlich eine "Liebesfalle" in New York? Fest steht, dass Strauss-Kahn Sex mit der Hotelangestelltenhatte - erzwungen oder nicht.

Die junge Journalistin Tristane Banon stellte Strafanzeige wegen versuchter Vergewaltigung gegen Strauss-Kahn. In einem exklusiven Interview berichtet Tristane Banons Mutter, Anne Mansouret, wie Strauss-Kahn ihre Tochter in eine spärlich möblierte Wohnung bestellte und über sie hergefallen sein soll. Strauss-Kahn hatte auch mit Anne Mansouret selbst ein Verhältnis. "Offensichtlich", so Anne Mansouret, "war er besessen von der Idee, erst mit der Mutter und dann mit der Tochter zu schlafen".


Besonders perfider Fall von Machtmissbrauch
© WDR/dpa Lupe
Der ehemalige israelische Präsident Moshe Katzav wurde wegen Vergewaltigung von zwei Frauen zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Ein weiterer prominenter Fall ist Moshe Katzav. Der frühere israelische Staatspräsident wurde wegen Vergewaltigung von Mitarbeiterinnen in mehreren Fällen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Katzav war offenkundig ein besonders gerissener Täter. Wie der Autor Michael Wech, bei seinen Recherchen in Tel Aviv herausfand, zwang der Politiker vor Jahren jedes seiner Opfer, Briefe zu schreiben. Darin sollten sie ihm ihre Zuneigung versichern. Als es schließlich zum Prozess kam, holte Katzav diese Briefe aus dem Tresor, um seine Unschuld zu beweisen. Ein besonders perfider Fall von Machtmissbrauch. Doch der Plan ging nicht auf: Der ehemalige Staatspräsident verbüßt seine Strafe im Gefängnis.

Durch die Medien gingen auch die Sex-Skandale von Silvio Berlusconi. Die Frage, ob der ehemalige italienische Ministerpräsident für Sex mit einer minderjährigen Prostituierten bezahlt hatte oder nicht, beschäftigte monatelang die Justiz. Durch die Veröffentlichung von Telefon-Abhörprotokollen kamen immer mehr Einzelheiten über seinen Umgang mit Frauen ans Tageslicht. Die Sex-Affären schadeten zunächst vor allem seinem Ansehen im Ausland, weniger dagegen bei seinen Landsleuten. Doch auch in Italien kippte irgendwann die Stimmung.

Die Dokumentation "Staatsaffären: Sex und Macht" von Michael Wech und Stephan Lamby nimmt aktuelle und historische Fälle unter die Lupe und spürt der Frage nach: Verführt Macht dazu, sich in einer Parallelwelt einzurichten, in der scheinbar weder Gesetz noch Moral gelten? Die Autoren beleuchten die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Skandale und den jeweiligen gesellschaftlichen Umgang mit ihnen.


Sendedaten
Montag, 7. Januar 2013, 20.15 Uhr
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Staatsaffären um Sex und ...
Ganze Sendung in der ARD-Mediathek ansehen (ca. 44 Min.)
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