Zentrale Ideen der Nationalsozialisten, wie die Deutung der Geschichte als Daseinskampf , in dem nur die Besseren überleben, haben ihren Ursprung in frühen sozialdarwinistischen Theorien. Der englische Sozialphilosoph Herbert Spencer prägte Mitte des 19. Jahrhunderts den Ausdruck "Survival of the Fittest" für Darwins Idee der natürlichen Auslese. Englands politische Elite nahm Darwins Theorie als Rechtfertigung, um Arbeitslose in "Arbeitshäuser" zwangseinzuweisen, nach Geschlechter getrennt, um die Fortpflanzung der sozialen Unterschicht zu kontrollieren oder gar zu unterbinden. Im Deutschen Reich unter nationalsozialistischer Herrschaft verbanden sich Rassenhygiene und eine radikale Ideologie. Als Folge wuchs die Zahl der Zwangssterilisationen und der Kreis der Opfer. Etwa 500.000 Frauen wurden im Zuge der "Rassenhygiene" zwangssterilisiert. Die Hemmschwelle für die Tötung von "Unheilbaren" sank. Die "Euthanasie" begann. Sie umfasste den Mord an Kranken und Behinderten, an ethnischen Minderheiten wie Sinti und Roma, und gipfelte in der Vernichtung von Millionen europäischer Juden.
Der Film von Ursula Böhm und Ulrich Knödler dokumentiert die grauenhafte Praxis der Rassenhygiene.