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Broder mischt sich regelmäßig in politische Debatten ein - und polarisiert damit.
Immer gegen den Strom?
Peter Voß fragt Henryk M. Broder
Ob zum Islam, der europäischen Idee oder Wohnwagen-Besitzern: Henryk M. Broder hat eine Meinung. Der Publizist bekennt gern Farbe, teilt auch mal aus - und ist für seine streitbaren Standpunkte bekannt.
Über sich selbst sagt Broder: "Das Einzige, was mich wirklich kränken könnte, ist die Behauptung, ich sei langweilig." Tatsächlich würde man dem Autor und Publizisten mit einer derartigen Einordnung Unrecht tun. Denn Broder liefert immer wieder Zündstoff für politische und gesellschaftliche Diskussionen. Seine Meinungen veröffentlicht er zum Beispiel auf dem von ihm mitbetriebenen Blog "Die Achse des Guten", schreibt sie aber auch in Kommentaren für "Die Welt" auf. Die Positionen, die er darin bezieht, sind pointiert, in den meisten Fällen bissig und provokant. Aber eben nie langweilig.

© dpa In Polen geboren, kam Broder 1958 nach Deutschland.
In Polen geboren, kam Broder 1958 nach Deutschland.
Broders Karriere begann in der Sponti-Szene der 68er. Schon dort machte er sich keine Freunde, als er über das Thema Antisemitismus in der deutschen Linken schrieb. Seitdem hat er in seinen Texten und bei Medienauftritten unter anderem Mohammed-Karikaturen verteidigt, den Sinn von Frauenparkplätzen hinterfragt und sich mit den Angestellten von Werbeagenturen angelegt.

2013 veröffentlichte Broder das Buch "Die letzten Tage Europas", in dem er sich kritisch mit dem Status quo Europas auseinandersetzt. Zuletzt erschienen sein politisches Tagebuch "Das ist ja irre!" sowie eine "Autobiografie in Bildern".

Henryk M. Broder, 70, wurde in Kattowitz geboren und entstammt einer polnisch-jüdischen Familie. 1958 kam er mit seinen Eltern, zwei Holocaust-Überlebenden, nach Deutschland. Broder studierte Jura und Volkswirtschaft in Köln, brach das Studium jedoch vorzeitig ab und arbeitete anschließend für die "St. Pauli Nachrichten" in Hamburg. In den Siebzigern schrieb er für das Satiremagazin "Pardon" und das Magazin "Spontan". 1981 begann er kurzzeitig in Israel zu arbeiten, veröffentlichte aber weiterhin beispielsweise in der "Zeit" und der "Süddeutschen Zeitung". Zu seinen weiteren Stationen zählt außerdem eine langjährige Tätigkeit beim "Spiegel", aktuell schreibt er für die "Welt". Heute lebt und arbeitet Broder in Berlin.

Peter Voß begrüßt Henryk M. Broder am Sonntag, 18. Dezember 2016, 13.25 Uhr. "Immer gegen den Strom?" betitelt Voß das Gespräch mit dem streitbaren Journalisten und Publizisten.


Sendedaten
Sonntag, 18. Dezember 2016, 13.25 Uhr

Broder und die "Gutmenschen"
Henryk M. Broder ist Deutschlands Provokateur Nummer 1. 2008 sprach Peter Voß schon einmal mit dem Publizisten.
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