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Peter Voß fragt Hans-Werner Sinn
20. November
Staatsschulden: Zement oder brüchiger Kitt?
Wird sich im Sprachgebrauch neben dem "Schwarzen Freitag" (1929) auch der "Schwarze Juni" als Redensart einbürgern?
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Peter Voß fragt Udo Di Fabio
19. Juni
Der Westen - ein Auslaufmodell?
Wir können Einwanderer nicht mehr so einfach integrieren wie noch vor 50 Jahren. Das sagt Ex-Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio...
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© dpa Video
Glücklicher Gewinner des Grimmepreises 2015: Ulrich Matthes Sehen Sie die ganze Sendung (45 Min.)
Der freundliche Bösewicht
Peter Voß fragt Ulrich Matthes
In Filmen spielt er oft düstere Gestalten, im Theater charismatische Rollen wie Macbeth. Doch im wahren Leben gilt Ulrich Matthes als überaus freundlicher Mensch, der hin und wieder der Kanzlerin Faxe schickt und auf der Straße gern mit Fremden spricht. Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler hat sich bewusst gegen eine Hollywood-Karriere entschieden und für das deutsche Theater.
© dpa Lupe
Ulrich Matthes in seiner Rolle als Macbeth am Deutschen Theater Berlin.
Sein letzter großer Erfolg war die Rolle des ehemaligen Polizisten Richard Harloff in "Tatort: Im Schmerz geboren". Der zwielichtige Harloff wurde wegen der Unterschlagung einer größeren Menge Marihuana von der Polizeischule entlassen, setzte sich nach Bolivien ab und stieg dort zum Drogenbaron auf. Seine Rückkehr nach Deutschland entpuppt sich als minutiös geplanter Racheakt, der 50 Menschen das Leben kostet. Die an Shakespeares Dramen angelehnte Tatort-Produktion gewann 2014 den 3sat-Zuschauerpreis und erhielt 2015 den Grimme-Preis für die kunstvolle Umsetzung und die außergewöhnliche Erzählart. Besonders hervorgehoben wurde hier das eindringliche Kammerspiel, das sich Ulrich Matthes mit Schauspielkollege und Kontrahent Ulrich Tukur liefert. Ulrich Matthes erhielt für die Rolle des diabolischen Harloffs zudem die Goldene Kamera als bester deutscher Schauspieler.

Frühe Karriere
Lupe
Die Rolle des fanatischen Goebbels in "Der Untergang" sorgte dafür, dass Matthes auch international bekannt wurde.
Bereits als Kind spielte der am 1. Mai 1959 geborene Matthes in größeren TV-Produktionen mit. Ab 1970 startete er eine Karriere als Synchronsprecher und lieh seine Stimme unter anderem Jason in "Die Waltons" und in einigen Episoden der Comicfigur Charlie Brown. Nach fünf Semestern Germanistik und Anglistik an der FU in Berlin, besann sich Matthes erneut auf die Schauspielerei und nahm für anderthalb Jahre Schauspielunterricht. Beinahe schon legendär ist sein zweistündiger, mit Hermann Beil erarbeiteter Lebensmonolog aus Kleists Briefen.

Mit seiner Rolle als Propagandaminister Joseph Goebbels in dem Oscar-nominierten Spielfilm "Der Untergang" von Oliver Hirschberg wurde Matthes bei einem breiteren Publikum bekannt. Sogar Hollywood klopfte bei ihm an, eine Rolle an der Seite von Tom Hanks lehnte er allerdings ab. Zu wichtig war ihm seine Rolle in einem Arthur-Schnitzler-Drama, welches – wie könnte es anders sein – in seinem geliebten Deutschen Theater Berlin gespielt wurde. Beinahe beiläufig schlug er auch die Rolle des Bösewichts in dem James Bond Film "Casino Royale" aus.


Die Marke "Matthes"
Lupe
Auf der Bühne ein Charakterdarsteller, in Filmen meistens der Bösewicht, aber privat ein freundlicher Mensch, der gern mit Fremden plaudert.
Mit seiner intellektuellen und eindringlichen Ausstrahlung, die noch von seiner markanten Stimme untermauert wird, ist er geradezu prädestiniert für hochemotionale und auch finstere Rollen, die er mit Bravour meistert. Das Online-Magazin "Berlin 1" beschrieb ihn so: "Er sei keine Rampensau, er durchdringe allerdings seine Figuren kompromisslos bis zum innersten Kern. Sein Spiel sei eindringlich, feinnervig, analytisch. Er sei wahrhaftig der Berliner Schauspielkönig." Davon zeugen auch die zahlreichen Preise wie der Bayerische Filmpreis, der Deutsche Hörbuchpreis, der Theaterpreis Berlin und der Faust-Theaterpreis.

Im Juli hatte Ulrich Matthes mit Rainer Kaufmann den historischen Zweiteiler "Die Puppenspieler" in Prag abgedreht, bei dem er die Rolle des Kardinal Borgia übernahm. Momentan arbeitet er an einem Thriller, einem Kammerspiel mit Corinna Harfouch und Jörg Hartmann. Im Interview sagte er, es sei ein coenbrüderhaftes Drehbuch, sehr spannend und komisch. Man darf also gespannt sein.

Sehen Sie am Montag, den 23. November 2015, 23.30 Uhr die Gesprächssendung "Peter Voß fragt Ulrich Matthes".


Sendedaten
Peter Voß fragt Ulrich Matthes
Bühne, Bildschirm, Leinwand - was bleibt davon?
Montag, 23. November 2015, 23.30 Uhr
3sat-Zuschauerpreis
Zuschauerpreis 2015
Auch 2015 können Sie, die 3sat-Zuschauer, den besten Fernsehfilm des Jahres wählen.
3sat-Zuschauerpreis
Tatort: Im Schmerz geboren
Freitag, 20. November 2015, 22.35 Uhr
3sat-Zuschauerpreis
Spielen muss ich ...
Interview mit Ulrich Matthes
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