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Immer wieder Krieg?
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© dpa Video
Lars Reichow bei der Fernseh-Fastnachtssitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" auf der Bühne. Sehen Sie die ganze Sendung (45 Min.)
Peter Voß fragt... Lars Reichow
Kabarettist - ein Risiko?
"Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass das deutsche Kabarett sich da einmischt, wo die Politik schweigt oder sich hinter schwülstigen Sätzen verschanzt. Wir Kabarettisten müssen mutig sein, wer soll es denn sonst machen?" So äußerte sich der Kabarettist Lars Reichow zum islamischen Fundamentalismus im letzten Herbst, vor den Anschlägen islamischer Extremisten in Paris.
Anlass für die Äußerung war die Beschimpfung und eine Strafanzeige gegen seinen Kabarett-Kollegen Dieter Nuhr. Er wurde Ende vergangenen Jahres von einem mutmaßlichen Salafisten als "Hassprediger". "Satire habe immer mit Zuspitzung zu tun", so Reichow. Und wenn Satire keine Karikaturen mehr anfertigen dürfe, dann sei das "Terrorismus der Gedanken", äußerte sich der Träger des renommierten Deutschen Kleinkunstpreises gegenüber der Mainzer Allgemeinen Zeitung im Januar nach den Anschlägen.

Stifte gegen Kalaschnikows
Lupe
Lars Reichow als Moderator der SWR-Kultursendung "Kunscht"
Reichow ist damit einer der wenigen deutschen Kabarettisten, die sich klar zu dem Attentat auf die Pariser Satirezeitung "Charlie Hebdo" positionieren, bei denen acht Karikaturisten mit Maschinengewehren erschossen wurden. Sein Kollege Dieter Nuhr brachte es auf den Punkt: Sich parodistisch mit dem Islam und seinen Extremisten auseinanderzusetzen, ist lebensgefährlich. Das erste Mal nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges müsse ein Künstler Angst um sein Leben haben, so Nuhr. Auch Lars Reichow ist immer für die Meinungsfreiheit eingetreten, sein neues Programm heißt nicht umsonst "Freiheit".

Soll die Satire vor dem Islam kapitulieren?
Lupe
Lars Reichow
Dennoch warnt Reichow davor, sich jetzt bei Pegida einzuhängen. Wir dürften diesen Mordanschlag nicht "in Zusammenhang mit rassistischen Strömungen in unserem Land“ bringen: "Flüchtlingen zu helfen und Ausländer in unserem Land zu integrieren", das sei "unsere mitmenschliche Pflicht und unsere Zukunft". Das sind Aussagen, die Reichows Verankerung in der vielbeschworenen politisch-bürgerlichen Mitte deutlich machen.

Eigentlich war der studierte Germanist auf dem Weg Lehrer zu werden. Er unterrichtete am Rüsselsheimer Immanuel-Kant-Gymnasium, als er sich entschloss, einer Karriere als Künstler den Vorzug zu geben. Er habe seine Lerngruppe in den Abend verlegt, sagte Reichow auf sein Lehrerdasein angesprochen. Das frühe Aufstehen als Lehrer sei auch nicht seine Sache gewesen. Er wäre öfters zu spät gekommen.

Reichow bekam ein Stipendium der Richard-Wagner-Stiftung in Bayreuth. 1992 hatte sein erstes Solo-Programm Premiere. Mit den Auftritten im Mainzer Unterhaus, zwei Jahre später und einer folgenden Tournee, schaffte er den Durchbruch. Das er Mainz so verbunden ist, hat natürlich einen Grund: Hier wurde er 1964 geboren und spielte während der Jugend in der Jazzband seines Vaters. Im Umfeld des Mainzer Unterhauses, einer deutschen Kabarett-Institution, legte er den Grundstein für seine bemerkenswerte Karriere als Musik-Kabarettist.

Inzwischen ist er Träger des Deutschen Kleinkunstpreises und anderer renommierter Auszeichnungen. Er hat in zahlreichen Fernsehsendungen - seinen eigenen und als Gast - mitgewirkt, etliche CDs veröffentlicht und diverse, erfolgreiche Kabarett-Programme gespielt. "Während andere Völker die Freiheit mit den Zähnen verteidigen, geben wir sie mit einem knackigen Passwort am Computer ab! Hat man je einen Fisch zur Freiheit im Netz befragt?", sinniert er in seinem neuen Programm "Freiheit".


Klaviator und Ranzengardist
© SWR Lupe
Mainzer Kind: Lars Reichow
Als "Klaviator" machte er sich in seinem Metier einen Namen. Heute verkörpert er eine künstlerische Persönlichkeit, die als Pianist, Komponist, Sänger, Moderator und Entertainer populär ist. Büttenredner, nicht zu vergessen! 2013 und 2014 war er in der populären Sendung "Mainz bleibt Mainz" als "Nachrichten-Moderator" der "Fastnachtsthemen" zu sehen. Für das SWR-Fernsehen ist er regelmäßig in der "Spätschicht", der SWR Comedy-Bühne zu Gast. Er Moderiert auch das vielbeachtete SWR-Kulturmagazin "Kunscht".

Lars Reichow, der Kabarettist, Pianist, Komponist, Sänger, Fernsehmoderator und Entertainer, ist am 26. Januar 2015, 23.10 Uhr zu Gast bei "Peter Voß fragt...".


Sendedaten
Montag, 26. Januar 2015, 23.10 Uhr
SWR
© SWR Tom OettleLars Reichow zum Anschlag auf "Charlie Hebdo":
"Auf der einen Seite ein Karikaturist, bewaffnet mit einem Stift, und auf der anderen ein Mann mit Maschinenpistole." Lars Reichow äußert sich zu dem Anschlag auf "Charlie Hebdo".
Peter Voß fragt...
Mord als Gottesdienst?
Friedrich Wilhelm Graf vertritt eine, für einen evangelischen Theologen ungewöhnliche Meinung: Dem innigen Glauben wohnt im Kern etwas Gewalttätiges inne. ...
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