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Thea Dorn
8. Mai
Ewig jung - Sehnsucht oder Alptraum?
"Thea" ist die weibliche Version von "Theós", also "Gott", und der Nachname klingt nicht einlullend harmonisch: "Dorn", wie Stachel, spitz, gefährlich. Der Name "Thea Dorn" passt einfach zu ihr ...
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Rüdiger Safranski
25. Januar
Zeit - oft zu viel, nie genug?
In seinem jüngsten Buch, einem philosophischen Essay, ist Rüdiger Safranski dem Phänomen der Zeit auf der Spur. Was macht die Zeit mit uns? Und was machen wir aus ihr?
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© dpa Video
Dieter Wedel in Worms. Sehen Sie die ganze Sendung (45 Minuten).
Peter Voß fragt Dieter Wedel
Brauchen wir Schurken - und Helden?
Dieter Wedel hat Worms zu einem Kultur-Begriff gemacht. Seine Nibelungen-Festspiele sind auch in diesem Jahr wieder ganz großes Sommer-Theater. Der Mann, der im Fernsehen mit dem "Großen Bellheim" und der "Affäre Semmeling" TV-Geschichte geschrieben hat, holt die Stars nach Worms und steht doch selber vor allen anderen im Mittelpunkt.
Wedel, das unabschaltbare Atomkraftwerk
Wedels Gestaltungsdrang und Tatkraft sind bekannt: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb einst über Wedel, er sei ein "unabschaltbares Atomkraftwerk" und "vereine Druck und Siedetechnologie". Er schreckt auch nicht vor kleinen Betrügerein zurück, wenn es etwas zu verwirklichen gilt: "Ich habe mich einmal drei Jahre älter gemacht, um meine erste Regiearbeit zu bekommen", sagte Wedel der Nachrichtenagentur dpa. 1968 hat er dank der Schummelei den Film "Gedenktag" über den Aufstand vom 17. Juni 1953 drehen dürfen. Es folgten viele, viele andere Fernsehfilme. Sein letztes Filmprojekt war 2010 der Zweiteiler "Gier" mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle. Dem Manager Magazin sagte er dazu in einem Interview über seine Beweggründe: "Ich glaube, dass die Königsdramen von Shakespeare heute in der Welt der Börsen, Banken und Konzernzentralen spielen würden."

Im gleichen Jahr erschien auch seine Autobiografie "Vom schönen Schein und wirklichen Leben", die sehr kritisch rezensiert wurde und ihm eine einstweilige Verfügung einbrachte: Schauspielerin Hannelore Elsner setzte diese beim Landgericht Berlin gegen einen Teil des Buches durch. Umstritten war der Abschnitt, in dem Wedel über das 30 Jahre zurückliegende Liebesverhältnis mit der Schauspielerin berichtete.


"Born To Die" - Trauerspiel in elf Akten
© dpa Lupe
Dieter Wedel
2002 führte Dieter Wedel zum ersten Mal Regie bei den Nibelungen-Festspielen in Worms, seit 2004 ist er dort Intendant. 2015 möchte er die Aufgabe abgeben, ein Nachfolger wird noch gesucht. Für "Hebbels Nibelungen - Born To Die" hat der Regisseur ein Ensemble mit vielen bekannten Fernsehgesichtern nach Worms geladen: Vinzenz Kiefer (Der Baader Meinhof Komplex) spielt dort den heldenhaften Siegfried und Cosma Shiva Hagen übernimmt die Rolle von Siegfrieds Geliebter Kriemhild. Der Schauspieler André Eisermann (in Worms geboren) war von Anfang an im Ensemble der Nibelungen-Festspiele. Vom 5. bis 21. Juli ist das Freiluftspektakel vor dem Kaiserdom in Worms zu sehen.


Wedel hat für die Schauspieler ein Händchen
Diese Auswahl verdeutlicht, Wedel ist nicht nur ein "Atomkraftwerk", sondern legt vor allem auf die richtige Auswahl und Anleitung von Schauspielern Wert: In dem 1996 gesendeten Fünfteiler "Schattenmann" besetzte er die Hauptrolle mit dem im TV unbekannten Theaterschauspieler Stefan Kurt. Ein durchschlagender Erfolg bei Kritik und Publikum: 1997 erhielt Kurt für die Rolle als Kommissar den Adolf-Grimme-Preis. Doch Wedel ist auf der Bühne und im Film bekannt für eine Tendenz zum Spektakel. Vereinfachungen und Effekte gehören für Wedel dazu und sind Teil der Geschichte. Auch dank seiner großartigen Vermarktungsstrategien kommt das Publikum in Schaaren, und zwar auch in recht kompliziert geltende Stücke.

Früher Tod seines Vaters überschattete die Jugend
Dieter Wedel wurde am 12.11.1942 in Frankfurt am Main geboren. Als er 14 Jahre alt war, verstarb sein Vater: "Mein Vater fiel plötzlich neben mir tot um. Ich betrat mit ihm und meiner Mutter gerade ein Hotel. (...) Von dem Moment an war meine Kindheit und Jugend zu Ende," sagte er im Zeit-Magazin. Er habe lange gebraucht, um diesen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Er machte mit 17 Jahren das Abitur, studierte Theaterwissenschaften, Publizistik und Geschichte und promovierte mit 23 Jahren zum Dr. phil. Seit 1978 arbeitet er als freier Regisseur, Autor und Produzent. Wedel wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. zweimal mit der Goldenen Kamera, dreimal mit dem Grimme-Preis in Gold und 2002 mit dem Bambi. Er lebt in Hamburg und auf Mallorca.

Sendedaten
Montag, 17. Juni 2013, 22.25 Uhr
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