Nachdem alle Mittel ausgeschöpft seien, das Leben Hanns Martin Schleyers zu schützen, müsse der Staat in letzter Konsequenz dem Austausch zustimmen. Nur so sei die im Grundgesetz formulierte Staatsaufgabe, den Schutz seiner Bürger zu gewährleisten, erfüllt. Darum sah die Familie die politisch motivierte Härte der Bundesregierung als verfassungswidrig an. Noch am frühen Abend trat der Erste Senat zu einer eilig einberufenen Verhandlung zusammen. Doch die Familie scheiterte, die Beschwerde wurde abgelehnt. Hanns Martin Schleyer wurde ermordet und seine Leiche am 19. Oktober 1977 aufgefunden. Den Namen des Mörders geben die Terroristen bis heute nicht preis.
Peter Voß spricht mit Hanns-Eberhard Schleyer über den Deutschen Herbst, die Entführung des Vaters und die Zeit danach. Wie erlebte die Familie, die vor dem Hintergrund der Staatsräson kaum Handlungsspielraum hatte, den September und Oktober 1977? Kann er aus der heutigen Sicht die Entscheidungen der damaligen Bundesregierung nachvollziehen? Und wie empfindet er das Auftreten der Terroristen in der Öffentlichkeit? Hat man sich in den Medien zu sehr um die Täter gekümmert und das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen vernachlässigt?