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© dpa/Soeren Stache Video
Hanns-Eberhard Schleyer ->sehen Sie die ganze Sendung (45 Minuten)<-
Peter Voß fragt Hanns-Eberhard Schleyer
"Heilt die Zeit die Wunden?"
Am 5. September 1977 wurde der Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer von Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) entführt und nach mehreren Wochen Geiselhaft schließlich ermordet. 35 Jahre nach diesen Ereignissen fragt Peter Voß den ältesten Sohn des Entführten, Hanns-Eberhard Schleyer, "Heilt die Zeit die Wunden?".
Hanns Martin Schleyers Entführer wollten elf in Haft sitzende Gesinnungsgenossen freipressen. Doch die Bundesregierung unter Kanzler Helmut Schmidt blieb hart: Man wollte in der Zukunft nicht noch mehr Entführungen der RAF riskieren und sich erpressbar machen. Hanns-Eberhard Schleyer kämpfte im Oktober 1977 auch gegen die Bundesregierung um das Leben seines Vaters. Am 15. Oktober 1977, dem 35. Tag der Geiselnahme, ließ er durch einen Kollegen im Namen seiner Familie eine Beschwerdeschrift gegen das Vorgehen der Bundesregierung beim Verfassungsgericht in Karlsruhe einreichen.

Schutz der Bürger vs. Staatsräson
Nachdem alle Mittel ausgeschöpft seien, das Leben Hanns Martin Schleyers zu schützen, müsse der Staat in letzter Konsequenz dem Austausch zustimmen. Nur so sei die im Grundgesetz formulierte Staatsaufgabe, den Schutz seiner Bürger zu gewährleisten, erfüllt. Darum sah die Familie die politisch motivierte Härte der Bundesregierung als verfassungswidrig an. Noch am frühen Abend trat der Erste Senat zu einer eilig einberufenen Verhandlung zusammen. Doch die Familie scheiterte, die Beschwerde wurde abgelehnt. Hanns Martin Schleyer wurde ermordet und seine Leiche am 19. Oktober 1977 aufgefunden. Den Namen des Mörders geben die Terroristen bis heute nicht preis.

Peter Voß spricht mit Hanns-Eberhard Schleyer über den Deutschen Herbst, die Entführung des Vaters und die Zeit danach. Wie erlebte die Familie, die vor dem Hintergrund der Staatsräson kaum Handlungsspielraum hatte, den September und Oktober 1977? Kann er aus der heutigen Sicht die Entscheidungen der damaligen Bundesregierung nachvollziehen? Und wie empfindet er das Auftreten der Terroristen in der Öffentlichkeit? Hat man sich in den Medien zu sehr um die Täter gekümmert und das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen vernachlässigt?


Vita
Hanns-Eberhard Schleyer, wurde am 1. November 1944 als ältester von vier Söhnen von Hanns Martin und Waltrude Schleyer, geb. Ketterer († 2008), in Prag geboren. Er wuchs in Stuttgart auf und studierte nach dem Abitur 1964 an den Universitäten Heidelberg und München Rechtswissenschaften. Ab 1974 arbeitet er als Anwalt in einer Stuttgarter Kanzlei. Politisch engagierte sich Schleyer schon ab Anfang 1973 in der Jungen Union und als Mitglied der CDU. 1978 nahm er ein Angebot des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel an, der ihn als Staatssekretär mit Kabinettsrang zum Bevollmächtigten des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund berief. Ab 1981 bis zum Rücktritt Vogels 1988 übernahm Schleyer die Leitung der Mainzer Staatskanzlei. Von 1990 bis 2010 fungierte Hanns-Eberhard Schleyer als Generalsekretärs des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Seit dem 12. Oktober 2011 ist er Mitglied des Nationalen Normenkontrollrats.

Sendedaten
Montag, 15. Oktober 2012, 22.25 Uhr
Themenwoche
Der Deutsche Herbst
Vom 14. bis 17. Oktober 2012
Sendung zum Thema
Die RAF - Der Herbst des Terrors
Am 5. September 1977 wurde der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer entführt. Es war der Auftakt zu einem 44 Tage dauernden Drama, das die Bundesrepublik Deutschland in seine tiefste Krise stürzte. Dieser Herbst 1977 ging in die Geschichte der Bundesrepublik ein.
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