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Peter Voß fragt ...
10. April
Mohammed - Ende eines Tabus?
Hamed Abdel-Samad polarisiert die Öffentlichkeit mit seinen islamkritischen Thesen. In seinem jüngsten Buch rechnet er schonungslos mit dem Propheten Mohammed ab und fordert auf, ihn als Mensch in seinem historischen Kontext zu betrachten.
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Jörg Baberowski
14. Dezember
Gewalt - und kein Ende?
Warum tun Menschen einander Gewalt an? Laut Jörg Baberowski ist diese Frage ganz einfach zu beantworten: Weil sie es können. Der Mensch sei zur Empathie genauso fähig, wie zur Gewalt.
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© dpa Video
Thilo Sarrazin im April 2012 in Berlin
[>> Sehen Sie die ganze Sendung in der Mediathek (44 Min.)]

Peter Voß fragt Thilo Sarrazin
"Schluss mit Euro?"
Sein Buch "Deutschland schafft sich ab" hat eine Debatte ausgelöst, wie sie Deutschland zuvor noch nicht erlebt hat. Nur der Duden wurde als Sachbuch öfters verkauft. Nun hat sich Sarrazin in seinem am 22. Mai erscheinenden Buch "Europa braucht den Euro nicht" zu einem Thema geäußert, das unbestritten zu seiner Kernkompetenz gehört.
Nur Sarrazin und Hartz haben "ihre" Debatten
Sarrazin hat etwas geschafft, was nur wenige vorweisen können. Eine Debatte, die seinen Namen trägt: die "Sarrazin-Debatte". Doch glücklich wird der ehemalige Berliner Finanzsenator damit nicht sein, denn eigentlich ist er mit seinem Anliegen gescheitert: In diesem polemischen Disput ging und geht es um die Person Sarrazin und nicht um das von ihm intendierte Thema, die "Zukunft Deutschlands".

Die Welt brachte es in einem Artikel auf den Punkt: "Man hätte meinen können, dieser Thilo Sarrazin habe ein Flugzeug in ein Hochhaus der deutschen Hauptstadt gesteuert und nicht bloß ein Buch veröffentlicht." Doch die Politiker und Intellektuellen, die sich hinter die umstrittenen Thesen Sarrazins stellten, waren rar.


Genetisch-deterministisches Menschenbild
© dpa/Patrick Seeger Lupe
Eine Skulptur von Thilo Sarrazin in Albstadt-Ebingen. Die Figuren des Bodensee-Bildhauers Peter Lenk sind in der neu gestalteten Fußgängerzone zu sehen.
Vor allem das genetisch-deterministische Bild von Menschenrassen, das der Autor zeichnete, verschreckte in Deutschland die Medien. Schnell wurde von den Unterstützern Sarrazins die Bildung eines muslimfreundlichen Medien-Meinungskartells vermutet. Die Pro-Sarrazin-Seite verwies immerzu darauf, dass eine schweigende Mehrheit die Thesen Sarrazins teilen – ungewöhnlich hohe Zuschauer und Leserreaktionen unterstützen diese These. "Mit Sarrazin gab es eine Gegenöffentlichkeit, die den Journalismus verändert hat", schrieb der Herausgeber der FAZ Frank Schirrmacher unlängst: "Aber ich frage mich: Was ist es eigentlich, was die Leute sagen wollen, von dem sie behaupten, es nicht sagen zu dürfen?"

Egalitärer Bildungsansatz contra Determinismus?
© dpa/Tobias Kleinschmidt Lupe
Eine junge Frau hält Protestschilder der "Jusos" gegen Sarrazin in die Höhe.
Ein wichtiger und meist kaum beachteter Grund für die "Probleme" Sarrazins in der SPD liegt nicht nur in den Thesen, welche die Migration und Integration betreffen, sondern vor allem in denen zum Thema Bildung. Einer der unantastbaren Grundwerte der SPD ist, das Bildung aus jedem Menschen einen Spitzen-Leistungsträger der Gesellschaft machen könne. Altkanzler Gerhard Schröder, Sohn einer Putzfrau, muss dafür als lebendes Beispiel herhalten. Sarrazin, übrigens Sohn eines Arztes und einer westpreußischen Gutsbesitzertochter, behauptet dagegen, Intelligenz sei zum überragenden Teil eine Sache der Vererbung. Der Streit um diese Frage, ob genetische Anlagen oder die Umwelt einen größeren Einfluss auf unser Denken haben, ist so alt wie die Hirnforschung selbst und auch von Herrn Sarrazin nicht abschießend zu beantworten, doch für die Partei ist eine solche Position eine Provokation, die nicht unbeantwortet blieb.

Hoffen wir, das Sarrazins neues Buch "Europa braucht den Euro nicht" sachlicher diskutiert wird. Die Frage: "Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat" und ob Angela Merkel mit ihrem Diktum "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa" recht hat, sind es sicherlich wert debattiert zu werden. Sarrazin befindet sich beim Thema "Ökonomie und Währung" auf seinem ureigenen Territorium. Der ehemalige Vorstand der Deutschen Bundesbank in Frankfurt wird sicherlich einiges Spannendes und sicherlich auch wieder Provokantes zum Thema beisteuern können.


Sendedaten
Montag, 21. Mai 2012, 22.25 Uhr
Peter Voß fragt ...
Peter Voß fragt Heinz Buschkowsky
Seine Sätze kommen daher wie die eines politischen Scharfmachers: "Multikulti ist gescheitert", sagt er und spricht von Integrationsverweigerern ...
Peter Voß fragt ...
Peter Voß fragt Thilo Sarrazin
"Was taugt der Euro?": Sendung vom April 2010 mit Videostream (45 Minuten)
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