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Peter Voß fragt Hans-Werner Sinn
20. November
Staatsschulden: Zement oder brüchiger Kitt?
Wird sich im Sprachgebrauch neben dem "Schwarzen Freitag" (1929) auch der "Schwarze Juni" als Redensart einbürgern?
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Peter Voß fragt Udo Di Fabio
19. Juni
Der Westen - ein Auslaufmodell?
Wir können Einwanderer nicht mehr so einfach integrieren wie noch vor 50 Jahren. Das sagt Ex-Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio...
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© dpa Video
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Peter Voß fragt Ranga Yogeshwar
"Schaffen wir die Energiewende?"
Der Name seiner Firma "XplainY.GmbH" ist Programm: Ranga Yogeshwar ist mit Sendungen wie "Kopfball", "Quarks & Co." und "Wissen vor 8" zum medialen Chefaufklärer und berühmtesten Wissenschaftler des deutschen Fernsehens geworden. In fast tausend Fernsehsendungen versuchte der diplomierte Atom-Physiker, die Zuschauer schlauer zu machen.
Leider lässt sich der Wissensgewinn bei den Zuschauern nur schwer statistisch ermitteln. Schaut man auf die Auszeichnungen und Ehrungen, welche der 53-jährige schon erhalten hat, dann lässt sich sein Erfolg daran ablesen: Helmut-Schmidt-Journalistenpreis; Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Journalistik; Adolf-Grimme-Preis "Journalist des Jahres"; Bundesverdienstkreuz; Hans-Bausch-Mediapreis und so weiter. Für seine Berichterstattung zum Reaktorunglück wurde er 2011 mit dem "Deutschen Fernsehpreis" ausgezeichnet - womit wir schon mitten im Thema sind. Atom-Reaktoren und deren Sicherheit.

Yogeshwar stellt sich quer
© dpa Lupe

Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch Yogeshwars Leben. Aufgeschreckt durch das atomare Wettrüsten zwischen dem Warschauer Pakt und der NATO, organisierte Yogeshwar als Physikstudent Anfang der 80er Jahre eine Reihe kritischer Vorlesungen über die Gefahren der Atomkraft. Nach dem Studium beginnt er am Kernforschungszentrum Jülich zu arbeiten, und als er während des "Weltfriedenstags" vor Kolleginnen und Kollegen einen Vortrag über die Gefahr eines Atomkrieges redet, bekommt er fast die Kündigung. Der damalige Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann hatte politische Betätigung an diesem Tag untersagt. Das System versuche immer Konformität zu erzeugen - so sein lakonischer Kommentar - doch Yogeshwar stellt sich quer.


Der Missionar vom Himalaja
"Der Missionar vom Himalaja" übertitelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung im Juli 2010 ein Porträt des Wissenschaftsjournalisten, und es passt in doppelter Hinsicht. Zum einen ist er ein Mensch, der mit einem großen Sendungsbewusstsein ausgestattet ist: "Ich möchte die Welt verändern. Sonst würde ich nicht vor eine Kamera treten. Das kann ich nur, wenn ich was zu sagen habe," äußerte er sich in dem Artikel. Zum Anderen ist er seit seiner Studienzeit jemand, der kritisch mit dem Thema Kernkraft umgeht - und dieses aus der Sicht eines Experten.

Ein Schlüsselereignis in seinem beruflichen Werdegang war die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Gerade aus einer einjährigen beruflichen Auszeit aus dem Himalaja wiedergekommen, bot er sich dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) als Experte an. Ein Jahr später, 1987, wurde Yogeshwar Wissenschaftsredakteur beim WDR unter Chefredakteur Jean Pütz, dem Mann mit Schnauzer von der Hobbythek. Es folgten Redaktion und Moderation von Wissenschaftssendungen wie "IQ - Die Wissenschaftsshow", "Kopfball", "Quarks & Co. 1995 stieg er zum Leiter der Programmgruppe Wissenschaft des WDR auf.

2011 veröffentlichte Yogeshwar zusammen mit dem ehemaligen Bundesminister für Umwelt und Reaktorsicherheit Klaus Töpfer ein Buch, in dem es um nichts Geringeres als "Unsere Zukunft" geht. Tschernobyl und Fukushima nehmen dabei einen breiten Raum ein.

Sehen Sie am Montag, 27. Februar 2012, 22.25 Uhr die Sendung "Peter Voß fragt Ranga Yogeshwar": Ein Jahr nach Fukushima - was hat sich verändert? Deutschland steigt aus. Und jetzt? Werden wir abhängig von der Atomkraft unserer Nachbarn? Reichen regenerative Energien, um die Lücke zu füllen? Wie widersprüchlich ist der Naturschutz, wenn es heißt: Nationalpark oder Windrad? Und dann gibt es noch an allen Ecken den Wutbürger, der saubere Energien will, aber keine Trassen, Rotoren und Pumpspeicherkraftwerke. Jedenfalls nicht bei ihm um´s Eck. Einfache Lösungen sind passé.


Literatur:
Ranga Yogeshwar und Klaus Töpfer: Unsere Zukunft: Ein Gespräch über die Welt nach Fukushima. Beck, München, 2011, ISBN 978-3-406-62922-8.

Sendedaten
Montag, 27. Februar 2012, 22.25 Uhr
25 Jahre Tschernobyl
Verstrahlt und vergessen
Die Katstrophe von Tschernobyl jährte sich 2011 zum 25. Mal. Nach dem Reaktorunglück in Fukushima ist das Thema so aktuell wie nie zuvor.
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