

Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch Yogeshwars Leben. Aufgeschreckt durch das atomare Wettrüsten zwischen dem Warschauer Pakt und der NATO, organisierte Yogeshwar als Physikstudent Anfang der 80er Jahre eine Reihe kritischer Vorlesungen über die Gefahren der Atomkraft. Nach dem Studium beginnt er am Kernforschungszentrum Jülich zu arbeiten, und als er während des "Weltfriedenstags" vor Kolleginnen und Kollegen einen Vortrag über die Gefahr eines Atomkrieges redet, bekommt er fast die Kündigung. Der damalige Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann hatte politische Betätigung an diesem Tag untersagt. Das System versuche immer Konformität zu erzeugen - so sein lakonischer Kommentar - doch Yogeshwar stellt sich quer.
Ein Schlüsselereignis in seinem beruflichen Werdegang war die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Gerade aus einer einjährigen beruflichen Auszeit aus dem Himalaja wiedergekommen, bot er sich dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) als Experte an. Ein Jahr später, 1987, wurde Yogeshwar Wissenschaftsredakteur beim WDR unter Chefredakteur Jean Pütz, dem Mann mit Schnauzer von der Hobbythek. Es folgten Redaktion und Moderation von Wissenschaftssendungen wie "IQ - Die Wissenschaftsshow", "Kopfball", "Quarks & Co. 1995 stieg er zum Leiter der Programmgruppe Wissenschaft des WDR auf.
2011 veröffentlichte Yogeshwar zusammen mit dem ehemaligen Bundesminister für Umwelt und Reaktorsicherheit Klaus Töpfer ein Buch, in dem es um nichts Geringeres als "Unsere Zukunft" geht. Tschernobyl und Fukushima nehmen dabei einen breiten Raum ein.
Sehen Sie am Montag, 27. Februar 2012, 22.25 Uhr die Sendung "Peter Voß fragt Ranga Yogeshwar": Ein Jahr nach Fukushima - was hat sich verändert? Deutschland steigt aus. Und jetzt? Werden wir abhängig von der Atomkraft unserer Nachbarn? Reichen regenerative Energien, um die Lücke zu füllen? Wie widersprüchlich ist der Naturschutz, wenn es heißt: Nationalpark oder Windrad? Und dann gibt es noch an allen Ecken den Wutbürger, der saubere Energien will, aber keine Trassen, Rotoren und Pumpspeicherkraftwerke. Jedenfalls nicht bei ihm um´s Eck. Einfache Lösungen sind passé.