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Peter Voß fragt Hans-Werner Sinn
20. November
Staatsschulden: Zement oder brüchiger Kitt?
Wird sich im Sprachgebrauch neben dem "Schwarzen Freitag" (1929) auch der "Schwarze Juni" als Redensart einbürgern?
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Peter Voß fragt Udo Di Fabio
19. Juni
Der Westen - ein Auslaufmodell?
Wir können Einwanderer nicht mehr so einfach integrieren wie noch vor 50 Jahren. Das sagt Ex-Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio...
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© dpa Video
Mathias Richling -> Sehen Sie die ganze Sendung
Peter Voß fragt Mathias Richling
"Wie ernst ist Satire?"
Er hat fast alle Politiker, die er parodiert hat, überlebt. Mittlerweile ist er selbst so etwas wie ein Urgestein des deutschen Kabaretts: Mathias Richling. Seit mehr als 37 Jahren macht er politisches Kabarett und Franz Joseph Strauß, Helmut Kohl und Gerhard Schröder sind nur noch spärlich eingestreute Reminiszenz. Ansonsten führt Richling am liebsten das aktuelle deutsche Politpersonal vor.
Einer seiner Paraderollen war der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler. Dieser ist seit Mai 2010 auch Geschichte, allerdings mit einem - wie für Kabarettisten inszenierten, furiosen Abgang. An Köhler mochte er, so Richling in einem Interview, dass man ihm zutraut, seine Nachbarn zu bespitzeln. Es sind die Rollen der kleinen und großen Spießer, in denen Richling glänzt. Und irgendwie traut man es Richling auch zu. Denn der Kabarettist vergisst nichts: Er sammelt akribisch Zeitungsartikel in einem Archiv und bietet Journalisten vom Spiegel an, wenn der Verlag mal eine Ausgabe nicht finden könne, man solle ihn anrufen, er habe sie alle.

Ich bin ganz gerne mein eigenes Internet
© dpa Lupe
Sein Gedächtnis sei ebenso wie sein Archiv. Er müsse Sachen nur ein, zweimal hören und könne sie dann behalten. "Ich bin gerne mein eigenes Internet", wir er zitiert. Nicht nur sein Gedächtnis, auch Richlings neuronale Verbindungen von Gehirn zur Zunge müssen sehr ausgeprägt sein: Er quasselt ohne Punkt und Komma und spielt mit den vielen verschiedenen Rollen, in die er in kurzer Zeit schlüpft, seine Zuschauer geradezu schwindelig. Sein Repertoire an Politikern ist riesig und unerschöpflich. Viele alte Kabarettisten sind mit Helmut Kohl oder Gerhard Schröder untergegangen, weil sie es nicht vermochten, sich auf neue und weibliche Politiker einzustellen, weil sie die alten halt gut drauf hatten. Richling scheint nur eine Minute üben zu müssen schon hat er das Charakteristische an einer Person gefunden. Dann trägt er in oft wahnwitzigem Tempo seine dennoch präzisen Pointen vor. Zwischendrin ist auch mal ein billiger Lacher, aber seine Pointen sind überwiegend intelligent und vor allem immer - absolut immer - politisch. Auf die Frage, ob er die Welt verändern möchte, sagt er offenherzig: Ja! Sonst würde er nicht Kabarett, sondern Comedy machen. Er will die Politik und die Dinge in ein anderes Licht rücken.

Harry Potter auf Speed?
Obwohl Richling schon weit über 50 Jahre alt ist, versprüht er mit seinem Harry-Potter-haften Aussehen einen jugendlichen, energiegeladenen, hippeligen Charme: "Harry Potter auf Speed" schrieb die Stuttgarter Zeitung zu seinem neuen Programm "Richling-Code". Richling war schon früh im Fernsehen präsentiert, als "Dauerglotzer". Seine ARD-Sendung "Jetzt schlägt`s Richling" war ein Meilenstein des politischen Kabaretts. Es gab Ärger und Skandale, wie es sich gehört. Aber zuletzt spaltete ein Streit die Szene selbst: Richling und der Altmeister Dieter Hildebrandt gerieten sich in die Haare um die Ausrichtung des legendären "Scheibenwischer". Ende des letzten Jahres zog sich Mathias Richtling aus dem "Satire Gipfel" zurück. Wie strenggläubig darf das Kabarett sein, wie sehr auf das Reinheitsgebot bedacht? Was hat sich verändert durch die Comedians, durch die Mario Barths, Oliver Pochers der Unterhaltungswelt? Komiker füllen Hallen und Stadien - mit Witzen unter der Gürtellinie. Das Volk tobt. Ist das politische Kabarett tot? Sehen Sie am Montag, 24. Oktober 2011, 22.25 Uhr die Sendung "Peter Voß fragt ..." mit Mathias Richling.

Sendedaten
Montag, 24. Oktober 2011, 22.25 Uhr
SWR
Studio Richling
"Jauch will" ... doch nur spielen? SWR Fernsehen
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