

Entgegen den vielen Integrationsexperten ist Buschkowsky ein Mann an der Basis - ein Mann, der die Probleme aus erster Hand kennt, der anpackt und nicht Statistiken und bedrucktes Papier wälzt. Es macht eben einen Unterschied, wer etwas sagt: Wenn Buschkowsky Missstände provokant anprangert und von einer Parallelgesellschaft redet, nicken fast alle mit dem Kopf. Käme ein Satz mit dem Wort "Kopftuchgeschwader" aus dem Mund eines Thilo Sarrazins oder eines Jörg Schönbohm, dann würde man laut aufheulen. Woran liegt das?
Seine Analyse der Verhältnisse mit den verschiedenen kulturellen Milieus in Neukölln ist sachlich: Er sieht durchaus, dass Migranten in ihrer eigenen Welt leben, doch er qualifiziert nie und quantifiziert das Problem nur selten und dann auch vorsichtig: "Ich nenne das (Phänomen) Parallelgesellschaft, weil diese Menschen eigene Normen haben, nach denen sie leben und die jeder zu respektieren hat. Das sind aber die Normen ihrer Heimat, ihres Dorfes oder ihrer Sippe und nicht die des mitteleuropäischen Staatsgebildes Bundesrepublik Deutschland." Und jeder Analyse folgt die Tat.
Heinz Buschkowsky liebt sein Neukölln. Er wurde hier vor 61 Jahren geboren und er liebt es auch, so wie es heute ist – das spürt man. Auch wenn er einst Multikulti für gescheitert erklärte, so hat man den Verdacht er versuche unermüdlich und mit extremen Einsatz Multikulti wieder zum Laufen zu bringen – was ihm in Neukölln auch teilweise gelingt. Diese Einstellung unterscheidet ihn von vielen anderen selbst ernannten Integrationsexperten, die so gerne Klartext reden. Für manche scheint "Multikulti" nur ein Schreckensszenario zu sein. Sarrazins Äußerung zur genetischen Prädisposition von Migranten hält Buschkowsky für "suboptimal". Er bewegt sich oft verbal an der Grenze der political correctness, ist aber in der Sache immer auf Seiten der Schwächeren.
Buschkowsky hat viel bewegt und in Berlin geht ein Gerücht um: Nach dem Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg wird Neukölln der neue Inn-Stadtteil.