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Peter Voß fragt Hans-Werner Sinn
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Staatsschulden: Zement oder brüchiger Kitt?
Wird sich im Sprachgebrauch neben dem "Schwarzen Freitag" (1929) auch der "Schwarze Juni" als Redensart einbürgern?
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Peter Voß fragt Udo Di Fabio
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Der Westen - ein Auslaufmodell?
Wir können Einwanderer nicht mehr so einfach integrieren wie noch vor 50 Jahren. Das sagt Ex-Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio...
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© Cicero Video
Michael Naumann
Michael Naumann
Machen Medien Politik?
Michael Naumann ist ein Tausendsassa im deutschen Kultur- und Politbetrieb: Kulturstaatsminister, Verleger, Bürgermeisterkandidat, Mitherausgeber der "ZEIT" und jetzt Chefredakteur des politischen Magazins "Cicero". Wie nur wenige ist er in der Sphäre der Politik wie des Journalismus zuhause.
Leben wir in einem Land, in dem die Medien die Themen setzen und die Politiker zum Handeln zwingen? Nach jeder Affäre, jedem Streit um politische Themen ergeht sich mindestens eine politische Partei in diesem Vorwurf und kritisiert die veröffentlichte Meinung. Zuletzt bei der Affäre um die Plagiatsvorwürfe gegen den Ex-Minister zu Guttenberg. Michael Naumann, Kulturstaatsminister unter der rot-grünen Regierung und heute Chefredakteur des politischen Magazins "Cicero", kennt beide Welten – die der Journalisten ebenso wie die der Politiker. Mit ihm diskutiert Peter Voß in der kommenden Sendung von "Peter Voß fragt ..." über die Frage: "Machen Medien Politik?".

Der Berliner Politikbetrieb lebt von den vielen Journalisten, die die entscheidenden Politiker und ihre Ministerien belagern. Allein 3.000 Journalisten sind im Berliner Bundestag akkreditiert und erzwingen Statements, auch wenn es nichts zu sagen gibt. Diese Nullsätze werden meist auch noch gesendet, weil immer mehr Medien schnelle Häppchen brauchen. Nicht nur TV, Radio und Zeitung berichten und kommentieren, zunehmend erfolgt die Meinungsbildung auch im Internet. Doch gleichzeitig wollen Politiker mit Spin-Doktoren und Medientraining die veröffentlichte Meinung beeinflussen.


Bild, BamS und Glotze – mehr braucht man nicht?
Hans Hermann Tietje, ehemaliger BILD-Chef formulierte es einmal so: "Politiker spannen die Presse ein rund um die Uhr. Politiker spannen die Presse ein, wo es nur grade geht. Politiker suchen den Kontakt zur Presse, Politiker nutzen die Presse, Politiker benutzen die Presse. Politiker machen das im Grunde wie Schauspieler." Und das nicht erst seit dem Phänomen zu Guttenberg, der von fast allen Medien mit Jubel begrüßt wurde. Schon Gerhard Schröder, der Medienkanzler, wusste um die Macht der Medien im politischen Spiel: Bild, BamS und Glotze – mehr brauche er nicht zum Regieren.

Wird in Deutschland tatsächlich die Politik von den Medien gemacht oder machen Politiker mit den Medien Politik? Wie groß ist die Macht der "Randfiguren der holzverarbeitenden Industrie", wie Willy Brandt einst Journalisten betitelt haben soll. Leben wir in einem Land, in dem die Medien die Themen setzen und die Politiker zum Handeln zwingen?

Sendedaten
Montag, 21. März 2011, 22.25 Uhr
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