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© dpa Video
Ulrike Folkerts im Juli 2010
Peter Voß fragt Ulrike Folkerts
Wie sehr sind Sie Lena Odenthal?
Sie ist Deutschlands dienstälteste Tatortkommissarin: Ende 2009 feierte Ulrike Folkerts alias Lena Odenthal ihr 20-jähriges Tatortjubiläum, und am 22. August 2010 wird mit der "Hauch des Todes" der 50. Odenthal-Tatort ausgestrahlt. In dem Gespräch mit Peter Voß geht es natürlich erstmal um ihre bekannteste Rolle, doch es wird auch klar, dass sich Ulrike Folkerts Leben nicht nur um die Fernsehkommissarin dreht.
Sendedaten
Montag, 16. August 2010, 22.25 Uhr


Eine Hörfunkfassung des Gesprächs wird am 17. August um 22.15 Uhr auf SWRcont.ra ausgestrahlt.

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"Lena Odenthal ist eine sehr einsame Figur (...) Ulrike Folkerts liebt das Leben mit Freunden in der Großstadt Berlin und braucht Parties, braucht gemeinsames Essen und vor allen Dingen Gesellschaft." Mit diesem Satz bringt die Schauspielerin ihr Verhältnis zu Lena Odenthal auf den Punkt. Und noch einen wichtigen Unterschied sieht Ulrike Folkerts im Vergleich zu ihrem Alter Ego: "Ulrike Folkerts wäre niemals zur Polizei, zur Mordkommission gegangen – der Job ist ja viel härter, als wir das im Fernsehen zeigen".

"Wie sehr sind Sie Lena Odenthal?" ist die Frage von Peter Voß an die 1961 geborene Schauspielerin, die demnächst in ihrem 50. Tatort als Fernsehkommissarin Dienstjubiläum feiert. In ihrem neuen Fall sind die Kommissare Odenthal und Kopper einem Serienmörder auf der Spur, der es scheinbar auf selbstbewusste, sportliche Frauen abgesehen hat. Als Lena erkennt, dass sie genau in das Opferprofil passt, bietet sie sich schließlich als Lockvogel an - und begibt sich damit in Lebensgefahr.


Die Leute sollen "ins Kissen beißen"
Wert legt Ulrike Folkerts beim Tatort auf Authentizität: "Ich möchte eine Polizistin sein, die weiß, wie man schießt." Sie findet es zudem "viel spannender, in einem Tatort zu ermitteln, wo es um aktuelle gesellschaftliche Themen geht", als um die üblichen Krimi-Geschichten. Ansonsten wünscht sie sich "einfach immer wieder, dass die Leute ins Kissen beißen, wenn sie auf dem Sofa sitzen." Denn schließlich macht ja nicht zuletzt auch die Spannung ja einen guten Krimi aus.

Für die Rolle der Tatortkommissarin hat die Schauspielerin zahlreiche begeisterte Kritiken und viele Preise erhalten. Doch neben den drei Tatorten, die sie pro Jahr dreht, sieht man die Schauspielerin in den letzten Jahren auch vermehrt in anderen Rollen, mit denen sie auch gegen ihr Image als toughe Powerfrau anspielt. So sah man 2007 in dem Fernsehfilm "Ich bin eine Insel" als eine Frau, die sich von ihrer Umwelt isoliert und durch ein kleines Mädchen wieder lernt, sich zu öffnen. Außerdem findet die Schauspielerin immer wieder Zeit, interessante Theaterrollen zu übernehmen.


Schon seit vielen Jahren sozial engagiert
© dpa Lupe
Für Ulrike Folkerts ist Kreativität ein zentraler Bestandteil ihres Lebens - und das nicht nur beruflich: 2006 hat sie mit Freunden den Verein "kulturvoll e. V." gegründet. Der Verein vergibt Stipendien für Kulturferien auf dem Land an sozial benachteiligte Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren. So möchten die Mitglieder des Vereins Kindern vermitteln, dass man Probleme mit Kreativität lösen kann.

Die Idee hatte Ulrike Folkerts bei ihren Engagements in Afrika und im Kosovo: "Ich mach' was Eigenes - in Berlin gibt's genug zu tun", dachte sich die Schauspielerin und trat in Aktion. Gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin selber ein Kind zu adoptieren, kommt für die Schauspielerin jedoch nicht in Frage, sie habe zu wenig Zeit, um sich wirklich um ein Kind kümmern zu können. Stattdessen engagiere sie sich lieber für die sozialen Belange benachteiligter Kinder.

Was Ulrike Folkerts macht, so scheint es, macht sie richtig und mit Leidenschaft. Das gilt sowohl für ihren Beruf, als auch für ihr umfangreiches soziales Engagement. Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Landmine setzte sie sich schon vor Jahren für ein Verbot Landminen ein. Daneben engagiert sich für Menschen mit Down-Syndrom und ist Botschafterin von "burundikids e.V." Der Verein setzt sich für Straßenkinder und ehemalige Kindersoldaten in Burundi ein.


Vita:
Ulrike Folkerts wurde am 14. Mai 1961 in Kassel geboren. Sie studierte 1982 bis 1986 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. 1986 bis 1988 erhielt sie ein Engagement am Staatstheater Oldenburg, danach übernahm sie Gastrollen an verschiedenen Theatern. 2001 stand sie mit den "Vagina-Monologen" auf der Bühne.

Seit 1989 verkörpert Ulrike Folkerts die Ludwigshafener Tatort-Kommissarin Lena Odenthal. Für ihre Darstellung sprach ihr das Publikum 2002 den Bambi als beliebteste deutsche TV-Kommissarin zu. 2005 war Ulrike Folkerts in Salzburg zu sehen: In Christian Stückls "Jedermann"-Inszenierung verkörpert sie als erste Schauspielerin in der Geschichte der Salzburger Festspiele den "Tod". 2008 veröffentlichte Ulrike Folkerts ihr zweites Buch, "Glück gefunden", das gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Katharina Schnitzler entstand. 2009 drehte sie in der Regie von Hansjürg Thurn "Liebe in anderen Umständen" und wurde als beste Darstellerin einer Reihe für den bayerischen Fernsehpreis nominiert.