Heinrich Böll, der erste deutsche Nobelpreisträger für Literatur nach dem Krieg, war einer, wenn nicht der profilierteste Nachkriegsschriftsteller. In seinem Werk setzte er sich mit den Schrecken des Krieges und den gesellschaftlichen Fehlentwicklungen in der Nachkriegszeit auseinander. Er war ein scharfer Beobachter und markanter literarischer Kritiker der Bundesrepublik, und seine Forderung für einem menschlichen Umgang mit jedem, selbst mit den Terroristen der RAF, ließen ihn zur Zielscheibe der konservativen Politiker und Presse werden.
Bölls literarische Themen waren Menschlichkeit, Liebe und Treue, das Aufwachsen in einer vaterlosen Jungend, die "Ansichten eines Clowns" über das Obrigkeitsdenken und das Aufbegehren gegen Autoritäten sowie die angebliche Chancengleichheit, die keine war. Anlässlich des 25. Todestags von Heinrich Böll am 16. Juli 2010 beschäftigen wir uns mit Dokumentationen und Reportagen mit dem Chronisten seiner Zeit.