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Dienstag, 20. April
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Heinrich Böll, wie fast immer mit Zigarette
Ansichten eines Schriftstellers
Zum 25. Todestag von Heinrich Böll
"Ein Schriftsteller, der in seinem Werk lediglich seine Zeit darstellen wollte und damit für alle Zeiten schrieb." Siegfried Lenz über Heinrich Böll, 1985
Heinrich Böll, der erste deutsche Nobelpreisträger für Literatur nach dem Krieg, war einer, wenn nicht der profilierteste Nachkriegsschriftsteller. In seinem Werk setzte er sich mit den Schrecken des Krieges und den gesellschaftlichen Fehlentwicklungen in der Nachkriegszeit auseinander. Er war ein scharfer Beobachter und markanter literarischer Kritiker der Bundesrepublik, und seine Forderung für einem menschlichen Umgang mit jedem, selbst mit den Terroristen der RAF, ließen ihn zur Zielscheibe der konservativen Politiker und Presse werden.

Bölls literarische Themen waren Menschlichkeit, Liebe und Treue, das Aufwachsen in einer vaterlosen Jungend, die "Ansichten eines Clowns" über das Obrigkeitsdenken und das Aufbegehren gegen Autoritäten sowie die angebliche Chancengleichheit, die keine war. Anlässlich des 25. Todestags von Heinrich Böll am 16. Juli 2010 beschäftigen wir uns mit Dokumentationen und Reportagen mit dem Chronisten seiner Zeit.


Heinrich Böll - ein "anderer Deutscher"
Sendedaten
Samstag, 10. Juli 2010, 20.15 Uhr

Ansichten eines Clowns
Der Fernsehfilm "Ansichten eines Clowns" nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Böll wurde von Erica Haenssler und Zbigniew Stok bearbeitet. Bölls literarische Vorlage aus dem Jahr 1963 - ein zu seiner Zeit vieldiskutierter Bestseller - spiegelt die gesellschaftliche Verfassung der Nachkriegszeit und setzt sich kritisch mit den restaurativen Tendenzen der Adenauer-Ära auseinander. Die Filmfassung konzentriert sich unter der Regie von Zbigniew Stok auf die Hauptfigur des Romans. Der Schauspieler Hans Jürgen Ballmann brilliert in der Rolle des rheinischen Fabrikantensohns Hans Schnier, der - angewidert vom katholischen Konformismus und politischem Opportunismus seines Elternhauses - eine bürgerliche Karriere ablehnt, um als Künstler und Clown der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.
Sendedaten
Samstag, 10. Juli 2010, 21.00 Uhr

Die Provinz ist die Geburtsstätte der Literatur
Sendedaten
Samstag, 10. Juli 2010, 22.15 Uhr

Heinrich Böll unter dem Sowjet-Stern
Sendedaten
Sonntag, 11. Juli 2010, 11.15 Uhr

Kölner Erinnerungen
Der Schriftsteller Heinrich Böll und Wolfgang Niedecken, Leadsänger der erfolgreichen Kölner Rockgruppe BAP, stammen beide aus demselben Viertel der Kölner Südstadt, dem Vringsveedel. Böll erlebte in seiner Jugend, wie dort die Nazis aufmarschierten, und Niedecken entdeckte später in den Kölner Kriegsruinen die schönsten Abenteuerspielplätze. Zum 40. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 1945 trafen sich Heinrich Böll und Wolfgang Niedecken, um sich über die politische Entwicklung im Nachkriegsdeutschland und über ihre Heimatstadt Köln zu unterhalten. Der Film "Kölner Erinnerungen" zeigt Heinrich Böll und Wolfgang Niedecken im Gespräch.
Sendedaten
Sonntag, 11. Juli 2010, 12.00 Uhr