© WDR/P.Müller
Der Film in der Mediathek (ab Mittwoch, 6.00 Uhr)Der Film in der Mediathek (ab Mittwoch, 6.00 Uhr)
Schwarze Kohle, rotes Licht
Das Ruhrgebiet zu Beginn der 1960er-Jahre: eine Parallelwelt. Nur wenige wussten, wie sie tickt. Die meisten Menschen hatten Arbeit, ein paar hatten vor allem kriminelle Energie.
Zwischen Rhein, Lippe und Ruhr lief der industrielle Motor der jungen Republik laut und schmutzig auf Hochtouren.

Es sind Geschichten wie die des Schalker Fußballprofis, der auf dem Weg zum Training mal eben eine Bank ausraubt, eines Massenmörders in Duisburg, der erst nach 20 Jahren gefasst werden konnte, und einer Rentnerriege im Knast, die während des Freigangs Supermärkte leer räumte. Vom Auffliegen eines Rings illegaler Spielcasinos bis zum Aufstieg der Stadt Duisburg zur Mafiahochburg.


Drei Jahrzehnte Kriminalgeschichte

Der Film führt anhand exemplarischer Lebensgeschichten von Revieroriginalen, Polizeibeamten, Bordellbesitzern oder einer umtriebigen Geschäftsfrau auf einer collageartigen Reise durch drei Jahrzehnte Kriminalgeschichte entlang der Emscher von Duisburg nach Dortmund.

Auf Grundlage von Augenzeugenberichten dokumentiert er einen Bereich der Gesellschaft, der sich dem normalen Betrachter in der Regel entzieht: den Untergrund. Manche der Geschichten sind brutal und entsetzlich, andere eher traurig oder auch lustig. Viele werden hier zum ersten Mal erzählt.


Überall nur als "Coca" bekannt: der ehemalige Pate von Essen. © WDR/Peter F. Müller Überall nur als "Coca" bekannt: der ehemalige Pate von Essen.
Detlef Przybyla, genannt "Purzel": Promi-Koch aus Essen und Freund der Boxer, Zocker und Luden. © WDR/Peter F. Müller Detlef Przybyla, genannt "Purzel": Promi-Koch aus Essen und Freund der Boxer, Zocker und Luden.

Die Grenzen der Ermittler

Mit Hilfe zahlreicher bisher noch unveröffentlichter Archivaufnahmen schildern Kriminalpolizisten und Staatsanwälte auch die Widrigkeiten und engen Grenzen der Ermittler. Dazu zählten u.a. fehlende Telefonleitungen und Ermittlungen, die an der Stadtgrenze endeten, weil dahinter eine andere Dienststelle zuständig war.

Sendedaten
Mittwoch, 6. Februar 2019
20.15 Uhr

Schwarze Kohle, rotes Licht

Ein Film von Peter F. Müller

Hintergrund
© ardLupeIn den sechziger Jahren galt Schalke-Spieler Willi Kraus (1943-2008), im Bild links außen, als Stürmer der Zukunft. Da er keinen Zweikampf ausließ, bekam er den Spitznamen "Die Brechstange". Er hätte eine Superfußballkarriere vor sich gehabt, wäre da nicht seine kriminelle Vergangenheit gewesen.

Denn Willi Kraus beging Bankraube, stieg in Lebensmittelgeschäfte ein, überfiel Tabakläden, handelte mit Kokain, leistete sich Schlägereien, saß im Gefängnis, brach kurzzeitig aus, saß wieder.

Die traurige Bilanz: Mehr als zwei Jahrzehnte seines Lebens verbrachte der hochtalentierte Mittelstürmer hinter Gitter. Der Beutewert seiner Einbrüche war selbst verglichen mit dem damaligen Gehalt als Fußballer stets minimal.

Willi Kraus verstarb am 19. Oktober 2008 im Alter von 65 Jahren. Einen Monat später hätte er sich vor dem Landgericht Essen wegen eines weiteren Waffendeliktes verantworten müssen.

Dokumentation am Freitag
Deutschland – Heimat – Fremdes Land
Hunderttausende Spätaussiedler sind aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland eingewandert, viele von ihnen nach Bayern. Die deutsche Staatsbürgerschaft bekamen sie schnell, doch längst nicht alle fühlen sich akzeptiert.
Berlin Rebel High School
"Berlin Rebel High School" ist ein Film über diese besondere Schule. Gedreht hat ihn ein ehemaliger Schüler: Alexander Kleider.