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Die Sendung in der Mediathek (ab Freitag, 4. Januar, 6 Uhr)Die Sendung in der Mediathek (ab Freitag, 4. Januar, 6 Uhr)
Nakamise Einkaufsstraße vor dem Sensoji-Tempel in Asakusa.
Tokio
Über 37 Millionen Menschen leben in der Region Tokio. Trotzdem bietet die Megacity laut Umfragen eine hohe Lebensqualität: Wie kann das sein? Der Film zeigt, welches die schönsten und welches die eher unbekannten Ecken der Megacity sind.
Schon allein das Essen birgt Zahlen der Superlative: Der Michelin hat Tokio mit mehr als 230 Sternerestaurants als größte Gourmet-Metropole der Welt bestätigt. Doch es muss nicht alles sündhaft teuer sein. Die Restaurants bieten eine große Auswahl sowohl preislich wie geschmacklich.

Der kulinarische Einstieg ist etwas für Nudelfans: Zur Wahl stehen chinesische Nudeln (Ramen) und japanische aus Buchweizen (O-Soba) oder Weizenmehl (Udon). In Tokio wurden zwei Ramen-Bars mit jeweils einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Eine Suppe kostet dort zwischen 6 und 8 Euro.


Japanische Kneipenkultur

Am Spieß Gebratenes und vieles mehr bekommt man in Yakitoriya-, Izakaya- und Robatayaki-Lokalen. Sie sind an einer roten Laterne am Eingang zu erkennen.

Yakitoriya sind in der Regel winzige Etablissements, in denen man an der Theke, bisweilen auch noch an drei, vier Tischen, Hühnerfleisch und Geflügelinnereien am Minispieß serviert bekommt. Dazu gibt es gebratene Fischchen, Gemüse oder manchmal auch Salat.

Izakaya heißen die großen Schwestern der Yakitoriya. Der Speisezettel ist zwar weitgehend identisch, die Auswahl an Fisch, Fleisch, Gemüse etc. jedoch größer, genauso wie die Räumlichkeiten. Statt an der Theke nimmt man an Tischen Platz.

In den Robatayaki gruppieren sich die Gäste oft um eine ausladende, ovale Theke, hinter der gebrutzelt und geschnetzelt wird. Das Angebot wird vor den Gästen sichtbar ausgelegt und ähnelt dem Yakitoriya- und Izakaya-Repertoire, fällt jedoch meist etwas raffinierter und entsprechend teurer aus. Das Bestellte wird auf riesigen hölzernen Kellen serviert.


Sardinen auf dem Grill während des Sardinenfests beim Bahnhof Meguro (Sardinen) in Tokio.  © dpa Sardinen auf dem Grill während des Sardinenfests beim Bahnhof Meguro (Sardinen) in Tokio.
Yakitoriya-, Izakaya- und Robatayaki-Lokalen sind an einer roten Laterne am Eingang zu erkennen.  © dpa Yakitoriya-, Izakaya- und Robatayaki-Lokalen sind an einer roten Laterne am Eingang zu erkennen.

Von den Portugiesen abgeschaut: Tempura

Bei Tempura frittiert der Japaner Fische Meeresfrüchte und Gemüse in einem zarten Teigmantel. Die Portugiesen sollen die Japaner auf diesen Geschmack gebracht haben. Ebenso ausländerfreundlich sind die Rindfleischgerichte Sukiyaki und Shabu-shabu, eine Art Fondue, oder Teppanyaki, dünne Rind- oder Schweinefleischscheiben mit Gemüse von der Herdplatte.

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Tempuraangebot in Tokio.
Alle drei Speisen werden am Tisch zubereitet und sind erst seit hundert Jahren in Japan bekannt. Fleischverzehr, außer Geflügel und Wild, war aus religiösen Gründen lange verpönt.

Guten Wein gibt es in der Regel höchstens in westlichen überteuerten Edellokalen. Zu japanischem Essen passt Bier oder Sake viel besser. Zu empfehlen sind auch Longdrink-Mixturen auf Shochu (Kartoffelschnaps).


Sendedaten
Freitag, 4. Januar 2019, um 12.15 Uhr

Reisen in ferne Welten:
Tokio - Japans Mega-Metropole

Ein Film von Stephan Düfel

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