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Aus einer Ebene erhebt sich die Stadt Nördlingen in Bayern. Diese fast 350 Quadratkilometer große Ebene ist der Krater des Nördlinger Rieses, das durch einen Meteoriteneinschlag entstand.
wissen aktuell: Spuren im Stein
Die Entdeckungsreise von Biologin Lena Ganschow und Wetter-Mann Sven Plöger geht in die zweite Runde. Wieder suchen die beiden nach spannenden Spuren im Stein. Diesmal im Hunsrück, Allgäu, Nördlinger Ries und am Kaiserstuhl.
Von Harald Brenner

Spurensuche im Hunsrück

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Erfahrene Schleifer erspüren die „Seele“ eines Steins.
Wie kommt es, dass der Hunsrück einst von einem Meer bedeckt war? Und wie konnten aus feuerspeienden Lavaströmen Edelsteine wachsen?

Wir tauchen ein ins Devon, ein Erdzeitalter vor über 400 Millionen Jahren. Räuberische Panzerfische beherrschen die Meere. Es ist die Geburtsstunde von Schiefer und Quarzit. Beide Gesteine sind charakteristisch für den Hunsrück.

Quarzit ist wegen seiner Härte und Beständigkeit bis heute als Baumaterial gefragt. Blockhalden aus Quarzit gehören zu den landschaftlichen Besonderheiten im Hunsrück. Etwa 130 Millionen Jahre später tobt in der Region heftiger Vulkanismus.

In erkalteten Lavaströmen wachsen Kostbarkeiten: Achate, Amethyste und andere Edelsteine. Ein halbes Jahrtausend lang bringen sie Wohlstand für die Region. Dass sie von ihren Bodenschätzen bis heute profitieren, verdanken die Hunsrücker ihrem Geschick - nicht nur im Umgang mit traditionellem Handwerk, sondern auch mit Hightech- Produkten.


Gestein in den Allgäuer Alpen

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Sven Plöger an einem typischen Nagelfluh-Felsen.
Weiter geht die Spurensuche im Allgäu. Bereits vor über 150 Jahren erklimmten die ersten Alpinisten die Allgäuer Alpengipfel, mit genagelten Schuhen und Hanfseil. Hermann von Barth ist einer von ihnen. Er erkundet die Allgäuer Alpen nicht nur als Bergsteiger, sondern auch als Geologe.

Form der Felsen, Art des Gesteins, Mineralien und Fossilien bergen die Geheimnisse ihrer Entstehung. Die Region zwischen dem Alpenhauptkamm und Seen, Mooren und Hügeln des Alpenvorlands ist geprägt von zwei geologischen Großereignissen: der Alpenauffaltung im Zuge des Aufeinandertreffens zweier tektonischer Platten und der landschaftsbildenden Kraft der Gletscher im Laufe der letzten Eiszeit vor über 10.000 Jahren.

Während Lena auf den Spuren der Römer unterwegs ist, versucht sich Sven als Glasbläser - im "Schwarzen Herz" des Allgäus.


Einmalig in Deutschland: Das Nördlinger Ries

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Blick in die Ebene des Nördlinger Rieses.
Auch im Nördlinger Ries war ein Großereignis "landschaftsbildend", soviel ist klar. Ist der Rieskrater ein Überbleibsel eines gewaltigen ehemaligen Vulkans? Oder ist hier ein außerirdisches Geschoss mit unvorstellbarer Wucht eingeschlagen?

Dabei stellt sich auch noch die Frage, was der für das Nördlinger Ries typische "Schwabenstein" mit Mondforschung zu tun hat und wie der FC Bayern bis heute vom Rieskrater profitiert.

Die Suche nach Hinweisen und Erklärungen zu diesen und anderen Rätseln führt zu Menschen, die nach Diamanten und Fossilien suchen, Schneckenhäuschen ausgraben, Kalkfelsen sprengen, Rasen verlegen oder mit High-Tech Kanonen auf Steinplatten schießen.


Der Kaiserstuhl und seine wilde Vergangenheit

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Steinbildhauer Philipp Friedrich macht Musik mit Klangsteinen.
Womit könnten Lena Ganschow und Sven Plöger ihre Entdeckungstour besser beschließen, als mit einem Trip in die wilde Vergangenheit des Kaiserstuhls?

Bekannt ist die Region für gute Weine und sonniges Wetter. Einst von heftigen Vulkan-Ausbrüchen und Lavaströmen geprägt, erinnert an der Oberfläche heute wenig an diese Zeit. Geblieben ist eine kleine inselartige Erhebung in der Mitte des Oberrheingrabens. Die ungewöhnliche geologische Entstehungsgeschichte des Kaiserstuhls beginnt vor mehr als 40 Millionen Jahren und im Steinbruch der Firma Hauri in Bötzingen befindet man sich mittendrin.

Das Vulkangestein "Phonolith" ist einst aus flüssigem Magma entstanden. Steinbildhauer Philipp Friedrich stellt daraus Klangplatten her und zaubert so Töne aus Steinen. Aber auch eine entspannende Wellness-Anwendung wäre ohne Phonolith nicht denkbar. Und nicht zuletzt bereitet Vulkangestein auch den Boden für die charakteristischen Weine.


Sendedaten
Donnerstag, 6. Dezember 2018, 20.15 Uhr

wissen aktuell: Spuren im Stein

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wissen aktuell
Spuren im Stein - Teil 1
Die Erde reißt auf, Vulkane explodieren, das Meer dringt tief ins Landesinnere vor: Mitteleuropa verändert sein Gesicht. Das ist zwar Millionen Jahre her, prägt das Leben der Menschen aber bis heute. Dafür finden Biologin Lena Ganschow und Meteorologe Sven Plöger teils verblüffende Beweise, auf ihrer Entdeckungstour, vom Oberrhein ins Saarland über die Eifel bis auf die Schwäbische Alb.
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