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Der Film in der Mediathek (ab Sonntag, 20. Januar, 6 Uhr)Der Film in der Mediathek (ab Sonntag, 20. Januar, 6 Uhr)
General Ludendorff wollte 1917 mit der UFA einen Propagandakonzern gründen.
100 Jahre Ufa
Die Ufa wurde am 18. Dezember 1917 im Auftrag von Erich Ludendorff gegründet. Ursprünglich wollte der Generalstabschef im 1. Weltkrieg Propaganda für die Heimatfront produzieren. Nach dem verlorenen Krieg entstanden bei der Ufa Meisterwerke und Kinoklassiker, später dann auch Nazi-Propaganda-Streifen.
In den 20er-Jahren war es der Produzent Erich Pommer, der junge Talente des deutschen Films an die Ufa band, neben Friedrich Wilhelm Murnau und Fritz Lang, auch Langs Ehefrau Thea von Harbou, Ernst Lubitsch und Joseph von Sternberg.

Weil aber einige der Meisterwerke wie "Metropolis" floppten, war die Ufa Ende der 20er-Jahre pleite.

Der deutsch nationale Verleger Alfred Hugenberg kaufte die Firma. Später wurde der Ufa vorgeworfen, Hugenberg hätte mit seiner Weltanschauung den Nationalsozialisten den Weg bereitet.

Doch dafür fanden Historiker wie Friedemann Beyer keine Belege: "Die Ufa unter Alfred Hugenberg hatte ein vordringliches Interesse, Gewinne zu generieren. Insofern reagierte die Geschäftsleitung auf die Übergriffe des Propagandaministers eher ungehalten, unwillig."


Die Ufa als Propaganda-Instrument

© dpa
Marlene Dietrich gelang 1929 mit der Ufa-Produktion "Der blaue Engel" der internationale Durchbruch.
Nach dem Verkauf an das Deutsche Reich versuchte die Ufa musikalische Unterhaltung mit Propaganda zu verbinden. Die Stars hießen jetzt Zarah Leander, Ilse Werner oder Kristina Söderbaum.

Je weiter der Krieg fortschreitet, desto mehr Propagandafilme kommen in die Kinos. Streifen wie "Stukas" oder "Kampfgeschwader Lützow" verherrlichen den Heldentod fürs Vaterland. Während Europa immer mehr im Krieg versank, genossen die Filmemacher weiterhin ihre Privilegien.

Bestbezahlter Regisseur der Ufa ist Veit Harlan. Als einziger Filmschaffender im NS-Staat wird er nach dem Krieg in der Bundesrepublik vor Gericht gestellt und muss sich für seine Filme verantworten. Vor allem für den antisemitischen Propagandastreifen "Jud Süß", der parallel zu den ersten Transporten deutscher Juden in den Osten in die Kinos kommt.

Wolfgang Liebeneiner, der bis 1945 Ufa-Produktionschef war, konnte danach noch ungebrochen glänzende Karriere machen.


Nachkriegszeit

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Paul Wegener (von links), Josef Sternberg, Pola Megri, Erich Kettelhut und Erich Pommer.
Kurz nach Kriegsende wurde die Ufa abgewickelt. Im Mai 1946 gründeten die Sowjets die DEFA in den alten Ufa-Studios.
1956 wurde die Ufa im Westen, wo man die meisten Akten und Teile des Vermögens gebunkert hatte, mit großer Unterstützung des damaligen Bundkanzlers Konrad Adenauer wiedergegründet.

In einer kurzen Blüte entstanden Meisterwerke des Nachkriegskinos wie Georg Tresslers "Das Totenschiff" und Helmut Käutners "Schwarzer Kies".

Dann war man pleite. Heute gehört die Ufa zum Bertelsmann-Konzern. Ufa-Chef Nico Hofmann konzentriert sich inzwischen vor allem aufs Fernsehen. Der größte Erfolg ist die Soap-Serie: "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".


Sendedaten
Sonntag, 20. Januar 2019, 10.35 Uhr

100 Jahre UFA

Ein Film von Sigrid Faltin

Info
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