© BR/Jo Angerer
Der Film in der Mediathek (ab Freitag, 3. August, 6 Uhr)Der Film in der Mediathek (ab Freitag, 3. August, 6 Uhr)
Der Sandstrand von Sylt: Vorbereitungen für die Saison.
Sylt
Ausverkauf einer Luxusinsel
Auf der Nordseeinsel Sylt werden die höchsten Preise für deutsche Ferienimmobilien gezahlt. Und die Mieten sollen weiter steigen. Wie kommen damit die Einheimischen klar? Wie helfen sich die Angestellten, wenn sie sich die Mieten nicht leisten können?
Mit dem Bau des Hindenburgdamms 1927, der das Festland mit der Insel verband, wurde Sylt reich. Vor allem Grundstücksbesitzer profitierten: Sie begann zu bauen, zu vermieten und verkauften Ferienhäuser für die immer zunehmende Zahl von Touristen.

Das Ergebnis: In Nordfriesland, zu dem Sylt zählt, stiegen allein im letzten Jahr die Quadratmeterpreise für Wohnraum um fast 14 Prozent auf 5.600 Euro.
Das Maklerhaus Engel & Völkers berichtet von Preisen um die 20.000 Euro pro Quadratmeter, die reiche Touristen in den Toplagen der Insel zahlten.


Dramatische Folgen

© WDR/Jo Angerer
Sylt stirbt aus: Auch die Freiwillige Feuerwehr in Rantum findet keinen Nachwuchs mehr
Immer mehr Sylter finden keine bezahlbare Wohnung mehr und müssen die Insel verlassen.

Die Sylter werden zu Dienstleistern von reichen Zweitwohnungsbesitzern in den Dörfern, die früher ihre Heimat waren. Die Kirche, die Kneipe und das Vereinsleben gibt es nicht mehr. In Rantum findet die Freiwillige Feuerwehr keinen Nachwuchs mehr.

Sogar Bildung wird zum Luxusgut: Während staatliche Schulen auf der Insel geschlossen werden, und die weite Schulwege in Kauf nehmen müssen, sollte ein neues Luxusinternat gebaut werden.

Inzwischen ist auch das letzte Krankenhaus auf Sylt geschlossen worden. Schwangere Mütter sind gezwungen, für die Geburt ihrer Kinder zum Festland zu fahren.


Sendedaten
Freitag, 3. August 2018, 20.15 Uhr

Sylt - Ausverkauf einer Luxusinsel

Ein Film von Johannes Höflich und Jo Angerer

Info
Dokumentation am Freitag
Venedig - Ausverkauf eines Juwels
Etwa 30 Millionen Touristen kommen jedes Jahr nach Venedig. Zum Teil fahren sie mit riesigen Kreuzfahrtschiffen in die italienische Stadt ein. Eigentlich sollte 2019 damit Schluss sein. Doch die Diskussionen gehen weiter - auf Kosten der UNESCO-Stadt.
Gefährliche Bluttransfusionen
Mit einer Veränderung des Transfusionsverhaltens an Krankenhäusern ließen sich möglicherweise 25.000 Todesfälle jedes Jahr verhindern. Dies ist das Fazit einer groß angelegten Studie von vier deutschen Universitätskliniken, über die die 3sat-Doku "Gefährliche Bluttransfusionen"berichtet.