© BR/Max Kronawitter
Die Sendung in der Mediathek (ab Mittwoch, 25. Juli, 6 Uhr)Die Sendung in der Mediathek (ab Mittwoch, 25. Juli, 6 Uhr)
Schweißtreibende Aufnahmen: der Filmautor Max Kronawitter bei den Dreharbeiten.
Herausforderung Wüste
Ein Ort der besonderen Gotteserfahrung
Zwei Wochen lang hat Filmautor Max Kronawitter 14 Frauen und Männer aus Deutschland durch die Sahara begleitet - eine anstrengende und schweißtreibende Suche nach der eigenen Freiheit. Doch die Organisatorin Agnes von Helmolt ist überzeugt: Wer sich auf den Verzicht in der Wüste einlässt, der kommt als ein anderer zurück.
Von Alexia Späth

Seit 25 Jahren lädt Agnes von Helmolt Interessierte ein, sie auf ihrer Wüstentour in der Sahara zu begleiten. "Sie kam auf mich zu", so Max Kronawitter zur Idee des Films, "ein Bekannter hatte ihr erzählt, dass mich extreme Drehorte nicht abschrecken. Und sie hatte recht: Ich war von der Idee sofort begeistert."

Mit 19 Kamelen zieht die Karawane durch die Wüste. Sie schlafen auf Sand und ernähren sich von der einfachen Kost der Berber. Handy, Uhren oder Kosmetika geben sie ab. 14 Frauen und Männer setzen sich diesen Strapazen aus, um mehr über sich herauszufinden.

"Wer auf Schmuck, Handy oder Kosmetik verzichtet, der legt auch seine Maske ab und macht sich nackt", so Agnes von Helmolt.

Für die Karawanenführerin ist die Wüste ein idealer Ort für spirituelle Erfahrungen.


Anstrengende Selbstfindung

Zwei Wochen lang begleitete Max Kronawitter und sein Kamerateam die Karawane. Die größte Herausforderung für ihn war, mit dem feinen Wüstenstaub umzugehen. Denn bereits nach vier Drehtagen hat der feine Wüstenstaub das erste Kamerasystem geschrottet.

"Schon bei leichtem Wind mussten wir wie unter Wasser mit Schutzvorrichtungen arbeiten. Wenn man damit den Kamelen folgen möchte, wird es ziemlich schweißtreibend. Ohne Handyempfang mussten wir zudem sehr darauf achten, die Karawane nicht aus den Augen zu verlieren."

Doch die faszinierenden Wüstenbilder und die Offenheit der Teilnehmer haben ihn die Strapazen schnell vergessen lassen.

"Mit den Filmaufnahmen würde ich mir sicher etwas Anderes überlegen. Doch auch wenn es eine riesige technische Herausforderung war, würde ich es jederzeit wieder machen."


Jeden Tag wandert die Karawane etwa vier Stunden bis zur nächsten Oase.  © BR/Kronawitter Jeden Tag wandert die Karawane etwa vier Stunden bis zur nächsten Oase.
12 Frauen und zwei Männer aus Deutschland haben sich mit 9 Berbern auf den Weg durch die Wüste gemacht. © BR/Kronawitter 12 Frauen und zwei Männer aus Deutschland haben sich mit 9 Berbern auf den Weg durch die Wüste gemacht.

Neue Pläne: eine Palmen-Karawane

Und Agnes von Helmolt hat neue Pläne: Nach über 50 Wüstenkarawanen, die sie begleitet hat, möchte sie nun eine "Palmenkarawane" organisieren: Statt mit Kamelen durch die Dünen zu ziehen, will sie mit einer Gruppe einen Palmenhain pflanzen, der nicht nur ein Stück Wüste fruchtbar machen soll, sondern auch zum Klimaschutz beitragen kann.

Darüber hinaus erhalten die ansässigen Berber ein Modell zur Nachahmung. Zusammen mit 15 ehemaligen Teilnehmern ihrer Wüstenkarawanen laufen die Vorbereitungen dafür bereits auf Hochtouren.

Und auch Max Kronawitter wird dabei sein.


Alles was die Karawane in den 14 Tagen benötigt, wird auf Kamele verladen.  © BR/Kronawitter Alles was die Karawane in den 14 Tagen benötigt, wird auf Kamele verladen.
Schon beim Packen war es also wichtig, sich auf das Nötigste zu beschränken.  © BR/Kronawitter Schon beim Packen war es also wichtig, sich auf das Nötigste zu beschränken.

Sendedaten
Mittwoch, 25. Juli, 11.15 Uhr

Herausforderung Wüste

Ein Film von Max Kronawitter

Das Thema auf 3sat.de
Sahara - neun Millionen Quadratkilometer Wüste
Die Sahara ist die größte Wüste der Erde. Sie ist mit fast neun Millionen Quadratkilometern nahezu 25 Mal so groß wie Deutschland. Ihren heutigen Zustand hat die Sahara vor 2700 Jahren erreicht.
Sahara - Mächtiges Meer ohne Wasser
Sie ist nicht nur die bekannteste, sondern auch die größte Wüste der Erde: die Sahara. Mit mehr als neun Millionen Quadratkilometern bedeckt sie fast ein Drittel des afrikanischen Kontinents und ist damit etwa so groß wie die USA.
Klicktipps
Die Ziegenlady
Schon als Kind war ihr Freiheits- und Erkundungsdrang offensichtlich. Nach dem Abitur arbeitete Elisabeth Sandach auf mehreren Bio-Bauernhöfen. Seit fast 20 ist sie nun Ziegenhirtin in der Rhön.
Jüdisches Leben in Deutschland
Rabbiner Walter Rothschild ist blitzgescheit, witzig und sehr direkt. Mit seinem britischen Humor eckt er oft an und hat sogar zwei Jobs als Gemeinderabbiner verloren. Seitdem versucht der 62-Jährige, als Freiberufler über die Runden zu kommen.