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Die Preisträger 2018: Feras Fayyad, Lars Kraume, Ziad Doueiri und Katja Benrath.
Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke
Im Rahmen des Filmfests München wird der "Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke" bei einer Gala im Münchner Cuvilliéstheater verliehen. Die Preise gehen an Filmemacher, die mit ihren Werken eine politische oder gesellschaftliche Aussage machen wollen. 3sat überträgt die Preisverleihung in einer Erstausstrahlung.
"Die Beleidigung" steht für die Konflikte im Nahen Osten

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Ziad Doueiri
Mit dem internationalen Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke – 2018 wird der libanesische Regisseur Ziad Doueiri für seinen Film "The Insult" ausgezeichnet.

Im Film eskaliert ein harmloser Streit zwischen dem Automechaniker Toni und dem Handwerker Yasser zur juristischen Fehde. Toni ist ein libanesischer Christ. Yasser ein palästinensischer Flüchtling. Zwei Männer – stellvertretend für viele Konflikte in Nahen Osten.
Was als persönlicher Streit beginnt, wird im Laufe des Films in immer höheren juristischen Instanzen ausgefochten und droht schließlich die libanesische Gesellschaft zu spalten.


Zur Erinnerung an Ungarn 1956

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Lars Kraume
Für "Das schweigendes Klassenzimmer" erhält Regisseur Lars Kraume den nationalen Friedenspreis.

Eine DDR-Abiturklasse hält eine Schweigeminute anlässlich der Opfer des ungarischen Volksaufstands 1956 ab.
Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film erzählt vom Mut dieser Abiturienten - und von den drastischen Folgen.


Solidarität zwischen Christen und Moslems

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Katja Benrath
Mit dem Nachwuchspreis 2018 wird "Watu wote – all of us" von Regisseurin Katja Benrath ausgezeichnet.

Benraths Abschlussfilm an der Hamburg Media School erzählt eine wahre Begebenheit:
Am 21. Dezember 2015 wird an der Grenze zwischen Kenia und Somalia ein Bus von Islamisten angegriffen. Sie fordern die Muslime auf, sich getrennt von den Christen zu versammeln und diese zu verraten. Die Muslime weigern sich und retten den Christen damit das Leben.


Syrische Weißhelme als Helden wider Willen

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Feras Fayyad
Mit dem Spezialpreis wird in diesem Jahr die Dokumentation "Die letzten Männer von Aleppo" von Feras Fayyad ausgezeichnet.

Mit den ehrenamtlichen Helfern der syrischen Weißhelme erlebte das Filmteam innerhalb der zweijährigen Dreharbeiten deren harten Alltag, die Angst, den Tod und die tägliche Bedrohung.

Seit Beginn der Dreharbeiten starben viele der Weißhelme, die in diesem Film zu sehen sind. Einer von ihnen, Khaled Omar Harra, wurde am 11. August 2016 bei der Rettung von Zivilisten aus ihren Häusern durch eine Bombe getötet. Ihm ist der Film gewidmet.


Schauspieler Klaus Maria Brandauer bekam 2014 den Ehrenpreis. Elisabeth Wicki-Endriss, die Witwe von Bernhard Wicki, hat den Friedenspreis ins Leben gerufen.  © Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds / Oliver Bodmer Schauspieler Klaus Maria Brandauer bekam 2014 den Ehrenpreis. Elisabeth Wicki-Endriss, die Witwe von Bernhard Wicki, hat den Friedenspreis ins Leben gerufen.
Elisabeth Wicki-Endriss wollte ihrem Mann damit ein Denkmal setzen. Das Bild zeigt den Regisseur bei den Dreharbeiten von "Die Brücke" im Jahr 1959.  © DPA Elisabeth Wicki-Endriss wollte ihrem Mann damit ein Denkmal setzen. Das Bild zeigt den Regisseur bei den Dreharbeiten von "Die Brücke" im Jahr 1959.

Sendedaten
Sonntag, 8. Juli 2018, 12.00 Uhr

Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke

Info
© brBernhard Wicki, am 28. Oktober 1919 im niederösterreichischen St. Pölten als Sohn eines Schweizer Ingenieurs und einer Österreicherin geboren, wuchs in Wien auf.

Nach seinem Abitur besuchte er die Schauspielschule des Staatlichen Theaters bei Gustaf Gründgens. Wegen seiner Arbeit an der Jugend-Malklasse in Dessau wurde er denunziert und saß 1938/39 im Konzentrationslager Sachsenhausen.

Stadtverbot für Berlin

Danach erhielt er Stadtverbot für Berlin. Mit 19 ging er ans Wiener Max-Reinhardt-Seminar.

Nach 1945 begann seine große Filmkarriere als Charakterdarsteller und später auch als Regisseur. Er spielte unter vielen anderem bei Harald Braun in "Der fallende Stern" (1950), in Helmut Käutners "Die letzte Brücke" (1953) oder Laszlo Benedeks "Kinder, Mütter und ein General".

1959 entstand "Die Brücke"

Sein Spielfilmregiedebüt wurde ein großer internationaler Erfolg. Er bekam unter anderem einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung – die Eintrittskarte für Hollywood.

Doch sein Verhältnis zum amerikanischen Produktionsstil war schwierig. Es brachte ihm mehr Ärger als Erfolgserlebnisse ein, da er seine Qualitätsvorstellungen nicht durchsetzen konnte.

Seine letzte Regie-Arbeit war 1987 wieder eine Literaturverfilmung: "Sansibar oder Der letzte Grund" nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Andersch. Für diese Arbeit erhielt Wicki den Grimme-Preis.

Am 3. Januar 2000 erlag Bernhard Wicki nach langer Krankheit in München einem Herzversagen.

Friedenspreis des Deutschen Films
© brDie Brücke
Der Friedenspreis des deutschen Films wird jedes Jahr vom Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds an Filmregisseure vergeben, die sich mit ihren Werken für Toleranz, Humanität und Aufklärung einsetzen.

Der Hauptpreis ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert, der Nachwuchspreis und der Darstellerpreis jeweils mit 5.000 Euro.

Der "Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke" geht auf das Werk des Filmemachers Bernhard Wicki zurück und ist nach dessen Meisterwerk, dem Antikriegsfilm "Die Brücke" von 1959 benannt.