© WDR
Ganze Sendung ansehen (ab 8. Juni, 6 Uhr)Ganze Sendung ansehen (ab 8. Juni, 6 Uhr)
Paul Schaller will keine vierte Chemotherapie machen.
Sterben verboten?
Wie Hightech-Medizin den Tod verändert
Geht das Leben zu Ende, taucht für viele eine Frage auf: Wie will ich sterben? Verfahren, die zur Lebensrettung sinnvoll sind, können am Lebensende zur leidvollen Übertherapie werden, wenn sie den unaufhaltsamen Sterbeprozess lediglich hinauszögern.
Verhindert unser Gesundheitssystem durch falsche finanzielle Anreize einen guten Tod?

© WDR
Prof. Dr. Gian Domenico Borasio.
„Ungefähr ein Drittel der Gesundheitskosten eines jeden Patienten fallen in den letzten ein bis zwei Lebensjahren an. Das ist jährlich ein dreistelliger Milliardenbetrag“, weiß Prof. Dr. Gian Domenico Borasio, Palliativarzt im Universitätsspital Lausanne. „

Kein Wunder, dass es deshalb durchaus Menschen und Firmen gibt, die daran interessiert sind, aus dieser Lebensphase maximalen Profit zu schlagen."


Blutwäsche, Beatmung, künstliche Ernährung

© WDR
Lebensrettung oder eine Methode zur Verlängerung des Sterbeprozesses?
Die Medizin hat so große Fortschritte gemacht, dass heute Menschen am Leben erhalten werden können, denen Ärzte vor einigen Jahren noch gar nicht helfen konnten. Mit Blutwäsche, Beatmung und künstlicher Ernährung.

Verfahren, die zur Lebensrettung sinnvoll sind. Werden sie aber zur Verlängerung eines Sterbeprozesses eingesetzt, sind sie eine leidvolle Übertherapie. Dabei wünschen sich die meisten Menschen, am Lebensende nicht ins Krankenhaus zu kommen. Doch jeder Zweite stirbt dort, oft bis zum Ende maximal therapiert.


Können wir uns nur nicht vorstellen, nicht mehr zu existieren?

© WDR
Die meisten Menschen wünschen sich, am Lebensende nicht ins Krankenhaus zu kommen.
Wir können uns nicht vorstellen wie es ist, nicht zu existieren, deshalb setzen wir alles daran, um immer weiter am Leben zu bleiben. Wir haben als Gesellschaft vergessen, dass Sterben zum Leben dazugehört“, meint Dr. Sylvia Klauser, Ethikreferentin der Cellitinnen-Krankenhäuser in Köln.

Aber was ist heute ein guter Tod? Welche Entscheidungen müssen Ärzte und Pfleger und welche Patienten und Angehörige treffen?


Sendedaten
Freitag, 8. Juni 2018, 20.15 Uhr

Sterben verboten? Wie Hightech-Medizin den Tod verändert.

Ein Film von Renate Werner

3sat-Themenwoche
Projekt Unsterblichkeit
Für immer jung bleiben, den Tod überwinden, sich und seinen Körper optimieren: Viele Menschen träumen davon. Immer präziser entschlüsselt die Wissenschaft die Mechanismen des Alterns – und damit auch die Möglichkeiten, das Leben deutlich zu verlängern. In naher Zukunft könnte der Menschheitstraum vom ewigen Leben, von ewiger Jugend wahr werden. Doch was bedeutet das für die Gesellschaft?
Mehr zum Thema auf 3sat.de
Forever Young! - Das Geschäft mit der ewigen Jugend
Jugendliches Aussehen wird als Symbol für Glück, Erfolg, Reichtum und ein erfülltes Leben angesehen. Folgt man den Versprechen der Anti-Aging-Industrie, ist das Älterwerden kein Schicksal mehr, sondern eine Frage der richtigen Behandlung. Viele Menschen geben deshalb viel Geld dafür aus und nehmen Schmerzen und sogar gesundheitliche Risiken in Kauf.