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Der Film in der Mediathek (ab Sonntag, 13. Mai, 6 Uhr)Der Film in der Mediathek (ab Sonntag, 13. Mai, 6 Uhr)
Wohin man auf Bikini auch geht, überall wird man an die schreckliche Vergangenheit erinnert.
Bikini Atoll
Von der Vertreibung aus dem Paradies
Das Bikini Atoll, im Pazifischen Ozean gelegen, zählt mit seinen insgesamt 23 Eilanden zu den Marshallinseln. Seine Abgeschiedenheit bewahrte es lange Zeit vor Eroberungen.
1944, im Pazifikkrieg, wurden die Inseln von den USA erobert. Zwei Jahre später versammelte US-Kommandant Wyatt die Bewohner und fragte, ob sie gewillt seien, ihre Heimat vorübergehend zu verlassen, damit die amerikanische Armee Atombomben testen könne.


23 Tests von Atom- und Wasserstoffbomben

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Test einer Wasserstoffbombe im Mai 1954.
Es war eine rhetorische Frage. Die 167 Einwohner hatten keine Wahl. Ihre Heimat wurde zu einer US-Militärbasis. 77 ausgemusterte Kriegsschiffe wurden als Testziele für die "Operation Crossroads" verankert. Im Juli 1946 explodierten die ersten Atombomben auf dem Bikini Atoll. Bis 1958 wurden weitere 21 Wasserstoffbomben getestet.

Die tödlichste davon war "Bravo". Ihre Vernichtungskraft war tausendmal stärker als die der Hiroshima-Bombe "Little Boy". Die Explosion zerstörte drei kleine Inseln und hinterließ einen zwei Kilometer breiten Krater.


Das Ende der Vertreibung

Währenddessen wurden die Bikinianer von Insel zu Insel umgesiedelt. Die Vertreibung endete auf Kili. 1968 ordnete der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson ihre Rückkehr an. Doch die Radioaktivität war zu hoch. Die Menschen mussten ihre Heimat ein zweites Mal verlassen.

Eine Studie der amerikanischen Columbia-Universität hat 2016 eine durchschnittliche Strahlenbelastung von 184 Millirem pro Jahr festgestellt. Das ist deutlich mehr als die 100 Millirem, die die USA und die Marshallinseln als Sicherheits-Grenzwert vereinbart haben. Einige Stellen auf der Insel kamen sogar auf 600 Millirem.


600 US-Dollar im Jahr als Entschädigung

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Die Unterwasserwelt ist noch immer einer hohen radioaktiven Belastung ausgesetzt.
Heute leben viele Nachfahren der ursprünglichen Bewohner auf der Insel Majuro. Die Arbeitslosenquote liegt bei 40 Prozent. Ein Treuhandfond zahlt jedem Nachkommen von Bikini jährlich 600 Dollar Kompensation. Doch der Verlust, den sie ertragen, ist damit nicht beglichen - die Sehnsucht nach ihrer Heimat nicht erloschen.

Bikini, 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, ist heute vom Ansteigen des Meeresspiegels bedroht.


Sendedaten
Sonntag, 13. Mai 2018, 19.40 Uhr

Bikini-Atoll

Ein Film von Werner Meyer

Info
© dpa"Zum Wohle der Menschheit"
Atomtests auf dem Bikin Atoll

Die USA haben am 30. Juni 1956 auf dem Bikini Atoll die erste Atombombe nach Hiroshima und Nagasaki getestet. 22 weitere Tests sollten bis 1958 folgen.
Eine Bombe im Jahr 1954 hatte eine Sprengkraft von offiziell 15 Megatonnen TNT. Das war bisher die stärkste Bombe, die die USA gezündet haben.

Die Tests, die auch das Wettrüsten und den Kalten Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA einleiteten, wurden zum "Wohle der Menschheit" ausgeführt. Dazu wurden mehr als 600 Kameras rund um das Atoll installiert. Die 167 Menschen, die das Südseeparadies bevölkerten, siedelte man um.

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