© megaherz/Johannes Holland
Die Sendung in der Mediathek (ab Freitag, 27. April, 6 Uhr)Die Sendung in der Mediathek (ab Freitag, 27. April, 6 Uhr)
Trainer Klaus Reithmeier in grün und Moderator Fero Andersen in blau laufen für den "Gesundheits-Check" durch München.
Bewegung statt Pillen
Depression und Diabetes mit Sport bekämpfen
Vor allem für eine alternde Gesellschaft wird das Thema "Gesundheitsprävention durch Bewegung" immer wichtiger. Bewegung fördert die Gesundheit und entlastet die Krankenkassen. Damit könnten Millionen von Euro gespart werden.
Der Film begleitet zwei Patienten auf dem Weg zur Heilung: Robert Matthias leidet an Diabetes Typ II und möchte durch regelmäßige Bewegung seine Insulindosis reduzieren. Silke Aulhorn versucht, eine Depression mit regelmäßigem Lauftraining zu bekämpfen.

Mit Bewegung die Depression bekämpfen

Depressionen werden in der Regel mit Psychotherapie und Medikamenten behandelt. Wie genau die Therapie abläuft, hängt von der persönlichen Krankengeschichte und den jeweiligen Wünschen und Vorstellungen der Patienten ab.

Bewegung oder körperliches Training unterstützt jede Therapie bei Depressionen. Damit ist kein Hochleistungssport gemeint, sondern gemäßigte und regelmäßige sportliche Betätigung. Sie kann ein erster Schritt gegen Ermüdung und Antriebslosigkeit sein, die Menschen mit Depressionen plagen können. Ob Sport allein Depressionen heilen kann, ist umstritten. Belegt ist aber, dass Bewegung das Befinden bei Depressionen bessert und andere Behandlungen sinnvoll unterstützt.


Silke Aulhorn hat Depressionen. Langfristig gesehen, möchte sie weniger Psychopharmaka einnehmen. Mit einer Laufgruppe nimmt sie am Münchner Stadtmarathon teil.   © megaherz/Johannes Holland Silke Aulhorn hat Depressionen. Langfristig gesehen, möchte sie weniger Psychopharmaka einnehmen. Mit einer Laufgruppe nimmt sie am Münchner Stadtmarathon teil.
Robert Matthias (l.) leidet an Diabetes Typ II. Sein Traum ist es, bald ohne Insulinspritzen auszukommen.  © megaherz/Johannes Holland Robert Matthias (l.) leidet an Diabetes Typ II. Sein Traum ist es, bald ohne Insulinspritzen auszukommen.

Ökonomische Folgen von Depressionen

Menschen mit Depressionen sind doppelt so häufig krank geschrieben, wie Menschen ohne Diagnose. Obwohl sich Arbeitnehmer in Deutschland insgesamt immer seltener krank melden, fehlen immer mehr Menschen wegen Depressionen bei der Arbeit.
Die Krankheitskosten, wie beispielsweise Therapie oder Rehaaufenthalte, belaufen sich auf jährlich mehr als fünf Milliarden Euro in Deutschland.

Volkskrankheit Diabetes mellitus

In Deutschland leiden etwa sieben Prozent der Menschen an Diabetes mellitus. Bei schätzungsweise zwei Prozent ist die Krankheit noch unerkannt. Damit haben etwa acht Millionen Menschen in Deutschland einen zu hohen Blutzuckerspiegel. Die Tendenz ist steigend, vor allem bei den über 60-Jährigen.

Nach Schätzungen des Deutschen Diabeteszentrums werden 2030 weitere 1,5 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt sein – und das allein in der Altersgruppe 55 bis 74 Jahre.


Fitness in der Stadt ... © megaherz/Johannes Holland Fitness in der Stadt ...
... und Gymnastik-Check im Englischen Garten mit Trainer Klaus Reithmeier. © megaherz/Johannes Holland ... und Gymnastik-Check im Englischen Garten mit Trainer Klaus Reithmeier.

Mit Sport Typ II-Diabetes bekämpfen

Die Standardtherapie beim Typ II sind nicht etwa Medikamente oder Insulinspritzen: Viel wichtiger ist eine konsequente Lebensstiländerung. Das heißt, regelmäßige Bewegung, eine gesunde, ausgewogene Ernährung und bei Übergewicht abnehmen. Das führt in der Regel dazu, dass das körpereigene Insulin besser wirkt und so der Blutzuckerspiegel sinkt. Erst wenn das nicht ausreicht, verschreiben Ärzte Tabletten oder Insulinspritzen.

Denn ist der Blutzuckerspiegel über Jahre zu hoch, kann es zu Spätfolgen kommen. Es besteht beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenfunktionsstörungen, Erblindung und Fußamputationen.


Sendedaten
Freitag, 27. April 2018, 20.15 Uhr

Bewegung statt Pillen

Ein Film von Christian Cull

Info
© brDie verschiedenen Diabetes-Formen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Typ I und dem Typ II. Mit etwa 90 Prozent hat der Großteil der Patienten Typ II.

Beim Typ I-Diabetes produziert der Körper kein Insulin. Die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die für die Produktion des Hormons verantwortlich sind, funktionieren nicht. Meistens erkranken Kinder oder Jugendliche daran. Bislang ist diese Form nicht heilbar, weshalb die Patienten ein Leben lang Insulin spritzen müssen.

Beim Typ II-Diabetes produziert der eigene Körper nicht ausreichend Insulin oder es liegt eine Insulinresistenz vor. Das heißt, dass die eigenen Körperzellen nicht ausreichend auf das Insulin reagieren und so das Insulin im Körper weniger Wirkung zeigt.

Früher wurde diese Form auch als "Altersdiabetes" bezeichnet, aber in den vergangenen Jahren sind immer mehr junge Erwachsene und Jugendliche erkrankt. Neben der Veranlagung gelten Übergewicht und Bewegungsmangel als die häufigsten Ursachen des Typ II-Diabetes.

© brVolkskrankheit Depression

Depressionen gehören zu den häufigsten und meist unterschätzten Krankheiten.
Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 psychische Erkrankungen, wie Depressionen, die zweithäufigste Volkskrankheit sein werden. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums leiden schätzungsweise 350 Millionen Menschen weltweit unter einer Depression.

In Deutschland sind derzeit etwa vier Millionen Menschen erkrankt. Jeder fünfte Deutsche bekommt im Laufe seines Lebens einmal eine Depression. Nicht immer wird die Krankheit erkannt und optimal behandelt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Angst vor Stigmatisierung oder aber mangelnde Energie, sind Gründe für Betroffene, keine Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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