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Impressionen aus den FilmenImpressionen aus den Filmen
Mythos Kongo
"Der Fluss, der alle Flüsse verschluckt"
Die Einheimischen nennen ihn "den Fluss, der alle Flüsse verschluckt". Tatsächlich ist der Kongo, gemessen an seinen Wassermassen, der zweitgrößte und tiefste Fluss der Erde. Mit außergewöhnlichen Aufnahmen gewährt der zweiteilige Film Einblicke in eine der geheimnisvollsten und gefährlichsten Regionen der Erde.
Fluss der Extreme (15.00 Uhr)

Um am Kongo überleben zu können, müssen sich die Tiere extremen Bedingungen anpassen. So hat die Evolution hier einzigartige Wesen hervorgebracht: Fische mit Lungen oder solche, die an Land jagen gehen.

Seine Größe und Kraft ist dem Kongo noch nicht anzusehen, wenn er dem Chambeshi im Norden Sambias entspringt. Einmal im Jahr bietet die Quellregion des Kongos eines der größten Tierschauspiele der Welt: Millionen von Flughunden entern ein winziges Waldstück, um sich mit reifen Früchten vollzufressen.

Der Chambeshi fließt nach Bangweulu in ein gigantisches Sumpfgebiet. Verdeckt im Dickicht lebt der Schuhschnabel, der größte Schreitvogel der Erde. Aufrecht stehend ist der Schuhschnabel fast so groß wie ein Mensch.


Ein Waldelefantenkuh mit ihrem Kalb in Dzanga Bai – einer Lichtung, die auch "Dorf der Elefanten" genannt wird. © NDR/Doclights GmbH/Blue Planet Film Ein Waldelefantenkuh mit ihrem Kalb in Dzanga Bai – einer Lichtung, die auch "Dorf der Elefanten" genannt wird.
In den ersten Monaten können Schimpansen-Babys ihr eigenes Gewicht nicht tragen. Erst schleppt ihre Mutter sie vorm Bauch, nach ein paar Wochen klettern die Kleinen auf den Rücken. © NDR/Doclights GmbH/Blue Planet Film In den ersten Monaten können Schimpansen-Babys ihr eigenes Gewicht nicht tragen. Erst schleppt ihre Mutter sie vorm Bauch, nach ein paar Wochen klettern die Kleinen auf den Rücken.

Im Reich der Menschenaffen (15.40 Uhr)

In den dichten Urwäldern des Kongobeckens leben drei von insgesamt vier Menschenaffenarten, die zu den nächsten Verwandten des Menschen zählen - Flachlandgorillas, Schimpansen und Bonobos.

In den Tiefen des Dschungels leben die FlachlandgorillasZwei weitere nahe Verwandte des Menschen leben im Kongobecken. Ihre Evolution hat der Kongo-Fluss entscheidend geprägt. Während die Schimpansen nördlich des Flusses leben, gibt es Bonobos ausschließlich auf der Südseite.

Eingeschlossen von den Wassermassen des Kongo entwickelten Bonobos ihre eigene Gesellschaftsform, anders als die der Schimpansen. Schimpansen können gewalttätig werden, um Konflikte zu lösen. Bonobos nutzen stattdessen Sex. Der zweite Teil des Films befasst sich mit dem Sozialverhalten der drei großen Primaten des Kongos und kommt zu überraschenden Ergebnissen.


Für die Nilpferde besteht der Fluss aus vielen, einzelnen Territorien: Jedes Revier wird von einem dominierenden Männchen verteidigt. © NDR/Doclights GmbH/Blue Planet Film Für die Nilpferde besteht der Fluss aus vielen, einzelnen Territorien: Jedes Revier wird von einem dominierenden Männchen verteidigt.
Frisch geschlüpfte Lederschildkröten nutzten Mond und Sterne, um den Weg ins Meer zu finden. © NDR/Doclights GmbH/Blue Planet Film Frisch geschlüpfte Lederschildkröten nutzten Mond und Sterne, um den Weg ins Meer zu finden.

Sendedaten
Sonntag, 22. April, 15.00 Uhr
Mythos Kongo (1/2)
Fluss der Extreme
Ein Film von Thomas Behrend

Sonntag, 22.April, 15.40 Uhr
Mythos Kongo (2/2)
Im Reich der Menschenaffen
Ein Film von Thomas Behrend

Info
© ndrDer Kongo, der früher auch Zaire River genannt wurde, ist ein Strom der Superlative. Er fließt, zählt man seine Quellflüsse dazu, über eine Länge von etwa 4.700 Kilometern durch Afrika und ist damit nach dem Nil der zweitlängste Fluss des Kontinents. An einigen Stellen des Kongos wurde per Echolot eine Wassertiefe von 220 Metern gemessen, kein anderer Fluss ist tiefer. Anrainer des Stroms sind die Demokratische Republik (DR) Kongo, die Republik Kongo und Angola.

Nach dem Amazonas führt der Kongo das meiste Wasser mit sich. An seiner Mündung in den Atlantik strömen jede Sekunde durchschnittlich 40.000 Kubikmeter, also 40 Millionen Liter Süßwasser ins Meer. Die braune Färbung des Wassers aus dem Kongo verliert sich erst 20 bis 30 Kilometer von der westafrikanischen Küste entfernt. Durch die starke Strömung an der Mündung setzt sich der Fluss noch fast 150 Kilometer als Kongo-Rinne am Meeresboden fort.

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Neue Klima-Schlüsselstelle
Forscher haben ein riesiges Torfmoor im Kongo entdeckt - darin sind an die 30 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Wenn die entweichen, wird der Klimawandel weiter angeheizt.
Themenschwerpunkt Afrika
Ende März haben 44 afrikanische Staaten eine Vereinbarung über eine Freihandelszone unterschrieben. Wenn alle Mitgliedsländer das Abkommen ratifizieren, würde der größte gemeinsame Markt der Welt entstehen.