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Afrika
Ein Kontinent zwischen Armut und Aufbruch
Ende März haben 44 afrikanische Staaten eine Vereinbarung über eine Freihandelszone unterschrieben. Wenn alle Mitgliedsländer das Abkommen ratifizieren, würde der größte gemeinsame Markt der Welt entstehen. Ein wichtiger Schritt für mehr Wohlstand, den der Kontinent so nötig hat.
Von Alexia Späth

Denn bisher zahlen afrikanische Unternehmen mehr Zölle, wenn sie ins Nachbarland exportieren als im Handel mit Europa. Und mit nur 16 Prozent hat Afrika das niedrigste innerkontinentale Handelsvolumen aller Wirtschaftsregionen der Welt. In Europa liegt dieser Wert bei 70 Prozent.

Länder wie Südafrika und Nigeria mit den stärksten Volkswirtschaften des Kontinents haben das Dokument nicht unterschrieben. Die Einwände hören sich bekannt an: "Wir wollen kein Dokument unterschreiben, das lokale Produzenten und Unternehmer schwächt", so der nigerianische Präsident.


November 2017 fand der EU-Afrika-Gipfel in Abidjan statt. Die Europäische Union versprach, verstärkt in Afrika zu investieren. © pa/Guido Bergmann November 2017 fand der EU-Afrika-Gipfel in Abidjan statt. Die Europäische Union versprach, verstärkt in Afrika zu investieren.
Der Exodus aus Afrika geht trotzdem weiter. Laut italienischen Medienberichten sind allein im Januar fast 4.000 Flüchtlinge nach Italien gekommen. © pa/Laurin Schmid Der Exodus aus Afrika geht trotzdem weiter. Laut italienischen Medienberichten sind allein im Januar fast 4.000 Flüchtlinge nach Italien gekommen.

Kleine, schwache Volkswirtschaften

© pa/Ignacio Marin
In der Danakil-Wüste im Nordwesten Äthiopiens leben die Menschen vom Salzabbau. Die Temperatur steigt tagsüber auf über 50 Grad im Schatten.
Afrika ist mit 54 Staaten und über einer Milliarde Menschen ein Kontinent der Superlative. Zwar ist dieser groß, viele der einzelnen Volkswirtschaften sind jedoch eher klein und dementsprechend schwach. Die vielerorts fehlende oder marode Infrastruktur, wuchernde Bürokratie, tagelange Abfertigungsschlangen an Häfen und Grenzen - dies alles steht einer größeren binnenafrikanischen Verflechtung im Weg. Nicht wenige Regierungen bevorzugen deshalb asiatische Handelspartner gegenüber ihren Nachbarn.

Die Kolonialzeit hinterließ den afrikanischen Staaten ein schweres Erbe mit einer überwiegend auf Monokulturen ausgerichteten Landwirtschaft und einer Industrie, die hauptsächlich Rohstoffexport orientiert ist. Fast alle Länder Afrikas stehen auch noch heute vor den gleichen Herausforderungen: einer notwendigen Industrialisierung, dem Aufbau einer international wettbewerbsfähigen Produktion und die Ausbildung von Fachkräften.

Lediglich Botsuana und die Inselrepublik Mauritius zählen zu den "emerging economies", die es durch eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik den Sprung in die mittlere Einkommensklasse geschafft haben.


Klimawandel, Hunger, Kriege – ein Teufelskreis

© pa/Gioia Forster
Somalia, Doolow: Binnenflüchtlinge hoffen im Lager Kabasa auf eine Versorgung mit Lebensmitteln.
Fast jeder vierte Afrikaner hungert. Der Anteil der hungernden Bevölkerung ist so hoch wie auf keinem anderen Kontinent. Beispiel Somalia: Aktuell leben allein in Somalia fünf Millionen Menschen, die humanitäre Hilfe benötigen - mehr als ein Drittel der Bevölkerung Somalias.
2017 konnte durch große Anstrengung eine Hungersnot verhindert werden. Aber Hilfsorganisationen befürchten, dass schlimme Dürren, als Folge des Klimawandels, sich am Horn von Afrika weiter häufen werden.

Neueste Umfragen in afrikanischen Ländern zeigen, dass bis zu zwei Drittel der Einwohner auswandern wollen. Laut Angaben von Eurostat, der Statistikagentur der EU, beantragten zwischen 2014 und 2017 beinahe eine Million Bewohner der Länder südlich der Sahara Asyl in Europa.

So sind mit dem Freihandelsabkommen große Hoffnungen verknüpft, Afrika wirtschaftlich aufzubauen. Denn die zweite Phase der Migration, so warnen Experten, hat längst begonnen.



Die Filme am Dienstag

Mit dem Jeep durch Angola (13.20 Uhr)

© SWR Gavyn Stevens
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Angola ist noch immer ein Geheimtipp unter harten Off-Road-Fans. Sie kommen mit ihren Jeeps und bezwingen das schwierige Terrain: Wüsten, Urwald und die endlos wirkende Küste.

Hier ist Afrika so ursprünglich wie kaum irgendwo. Auf dem Programm stehen Wüstenfahrten, Urwald und die endlos wirkende Küste.


Äthiopien - Im Hochland des Blauen Nil (13.50 Uhr)

© SWR
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Die Reise führt durch den nördlichen Teil Äthiopiens: Von Addis Abeba geht es auf der Historischen Route zu den Felsenkirchen von Lalibela, weiter zum Tanasee und zu den Wasserfällen des Blauen Nil nahe der Stadt Bahir Dar.

Nächste Station ist die alte Kaiserstadt Gondar. Den Abschluss bildet eine Fahrt durch das Simien-Gebirge in die heilige Stadt Aksum.


Namibia - Der Mythos der Buschleute (14.15 Uhr)

© SWR
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Xau und Ghabbo sind Jäger aus dem Volk der San, die im südlichen Afrika leben. Eines Tages verlassen beide ihr Dorf Richtung Westen, um das Land ihrer Urväter zu suchen.

Der Film nimmt die Erzählung eines alten San zum Anlass, um eine Reise durch Namibia vom Innern der Kalahari-Wüste bis zum Atlantischen Ozean aus der Perspektive der Ureinwohner Afrikas zu verfolgen.


Marokko - Karawanenwege durch die Wüste (14.45 Uhr)

© dpa
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"Le Grand Sud" - Großer Süden - nennen die Marokkaner das Land südlich des Hohen Atlas. Hier erstrecken sich riesige Stein- und Geröllwüsten, durch die sich endlose Karawanenwege ziehen.

Doch den Süden machen auch die fruchtbaren Täler von Draa und Dadès, die Oasen mit ihren Zigtausend Dattelpalmen, Maisfeldern, Mandel-, Oliven- und Aprikosenbäumen aus.


Welterbe Afrika - Durch die Wüste (15.15 Uhr)

© pa/Gerard Lacz
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Die Dokumentation führt zu UNESCO-Welterbestätten in Äthiopien, Sudan, Mali, Timbuktu und im Senegal. Besonderes Augenmerk liegt auf der Geschichte der Region.

Die Regenzeit in den Monaten Juni bis September zwang die äthiopischen Kaiser in der Vergangenheit dazu, Feldlager zu bauen. Den Rest des Jahres zogen sie schwer bewaffnet durch ihr Reich.


Welterbe Afrika - Rund um den Äquator (17.00 Uhr)

© pa
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Nirgendwo in Afrika liegt mehr Gold unter der Erde als in Ghana. Man fördert es bis heute. Obwohl es von ausländischen Firmen abgebaut wird: Die Ashanti sind immer noch stolz auf "ihr" Gold.

Das Gold war Grundlage der vorkolonialen Zivilisation. Wie alle Bodenschätze Afrikas weckte es die Begehrlichkeiten der Kolonialmächte.


Safari in Afrika (18.00 Uhr)

© dpa
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Über fast endlose Buschlandschaften in Sambia, Botsuana und Namibia fliegen, über Herden von Antilopen und Zebras. Kate ist immer auf der Suche nach den Big Five: Löwe, Elefant, Büffel, Leopard und Nashorn.

Drei Jahre lang hat sie sich auf diese ganz besondere Safari vorbereitet: Fliegen in Afrika mit einer Cessna. Diese Reise hat sich die US-Richterin selbst geschenkt.


Sendedaten
Dienstag, 3. April 2018, 13.20 Uhr
Mit dem Jeep durch Angola
Ein Film von Ulli Neuhoff
(Ab 6 Uhr in der Mediathek)

Dienstag, 3. April 2018, 13.50 Uhr
Äthiopien - Im Hochland des Blauen Nil
Film von Ute Werner
(Ab 6 Uhr in der Mediathek)

Dienstag, 3. April 2018, 14.15 Uhr
Namibia - Der Mythos der Buschleute
Ein Film von Roman Teufel
(Ab 6 Uhr in der Mediathek)

Dienstag, 3. April 2018, 14.45 Uhr
Marokko - Karawanenwege durch die Wüste
Ein Film von Peter M.Kruchten
(Ab 6 Uhr in der Mediathek)

Dienstag, 3. April 2018, 15.15 Uhr
Welterbe Afrika – Durch die Wüste
(Ab 6 Uhr in der Mediathek)

Dienstag, 3. April 2018, 17.00 Uhr
Welterbe Afrika – Rund um den Äquator
(Ab 6 Uhr in der Mediathek)

Dienstag, 3. April 2018 18.00 Uhr
Safari in Afrika
Ein Film von Ulli Neuhoff
(Ab 6 Uhr in der Mediathek)

Info
Der drittgrößte Kontinent der Erde gilt als Wiege der Menschheit und ist mit der Sahara als weltweit größter Wüste und dem Nil als längstem Fluss ein Kontinent der geografischen Superlative.

Rund 1,1 Milliarden Menschen leben in 54 Staaten; die meisten davon in Nigeria, Ägypten und Äthiopien. In Afrika gibt es über 3.000 verschiedene Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 Sprachen.

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