© Markus Tedeskino
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Wie ein lichter Fluss
Anja Harteros - der scheue Weltstar
"Ich bin auf jeden Fall ein scheuer Mensch. Ich mag nicht gerne bekannt sein. Wenn ich das Gefühl habe, ich gehe über die Straße und jeder kennt mich, dann ist das für mich beklemmend", beschreibt sich Anja Harteros, Opernstar mit Ausnahmestimme. Trotz ihrer Zurückhaltung hat es Filmemacher Christian Betz geschafft, sie fast ein Jahr mit Kamera zu begleiten. Es ist ein sehr nahes, einfühlsames Porträt geworden.
Zum ersten Mal in ihrer musikalischen Laufbahn erlaubt die öffentlichkeitsscheue Ausnahmekünstlerin Einblicke in ihren Alltag. Sie erzählt offen von den Entbehrungen, die der Sängerinnenberuf für sie mit sich bringt und vom Druck, dem eine Künstlerin ihres Ranges ausgesetzt ist.

Der Film begleitet Anja Harteros von der Neuinszenierung "Arabella", in der sie unter der Regie des Filmregisseurs Andreas Dresen die Hauptrolle singt, über die Einstudierung und das Rollendebüt der Amelia in "Un ballo in maschera" bis hin zu einem Arienabend in Budapest.


Un ballo in maschera: Oper von Giuseppe Verdi mit Anja Harteros als Amelia und George Petean singt Renato. © BR Un ballo in maschera: Oper von Giuseppe Verdi mit Anja Harteros als Amelia und George Petean singt Renato.
Anja Harteros bei den "Arabella"-Dreharbeiten an der Bayerischen Staatsoper. © BR Anja Harteros bei den "Arabella"-Dreharbeiten an der Bayerischen Staatsoper.

Cardiff - das Sprungbrett für die Weltkarriere

Ihre internationale Karriere beginnt 1999, als sie als erste Deutsche den 1. Platz des "Cardiff Singer of the World"-Wettbewerbs holt. Dort lernt sie Sir Peter Jonas kennen, der sie als Intendant der Bayerischen Staatsoper sofort nach München verpflichtet.

Bis heute ist die Bayerische Staatsoper ihre künstlerische Heimat. Auch der jetzige Intendant, Nikolaus Bachler, ist von der Sängerin begeistert: "Was sie so einzigartig macht, ist, dass sie alles am Theater auslebt. Bei ihr sind Ernsthaftigkeit, Genauigkeit und kritische Haltung zu sich selbst gepaart mit einer Form von einer Kühnheit - das macht das Ganze so spannend."


Das Traumpaar mit Jonas Kaufmann

Mit dem deutschen Opernsänger Jonas Kaufmann steht Harteros oft gemeinsam auf der Bühne. Er kennt seine Kollegin: "Natürlich ist sie eine Diva - und das muss sie auch sein! Wenn sie zu allem 'Ja und Amen' sagen würde, könnte sie die Position, die sie hat, nicht erreichen - und vor allem nicht halten! Aber sie ist ja dabei überhaupt nicht schwierig. Anja ist ein unheimlich herzlicher, freundlicher, lieber und offener Mensch."

In diesen Tagen ist sie in Salzburg auf den Osterfestspielen zu erleben. Sie singt die Titelpartie von Floria Tosca aus der Erfolgsoper "Tosca" von Giacomo Puccini.


"La forza del destino" - Oper von Guiseppe Verdi bei den Münchner Opernfestspielen 2014... © BR "La forza del destino" - Oper von Guiseppe Verdi bei den Münchner Opernfestspielen 2014...
...mit Anja Harteros als Dona Leonora und Jonas Kaufmann als Don Alvaro.  © BR ...mit Anja Harteros als Dona Leonora und Jonas Kaufmann als Don Alvaro.

Sendedaten
Montag, 31. März 2018, 22.25 Uhr

Wie ein lichter Fluss

Ein Film von Christian Betz

Anja Harteros mit Regisseur Christian Betz
© BRAnja Harteros, geboren 1972 in Bergneustadt bei Köln, wächst als Tochter eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter auf. Schon im Elternhaus hört sie klassische Musik. Ihr Musiklehrer am Gymnasium entdeckt ihr Talent und rät zu einer professionellen Ausbildung.

Mit dem Gewinn des Wettbewerbs Cardiff Singer of the World der BBC und der Welsh National Opera im Sommer 1999 beginnt Harteros internationale Karriere.
Ihr vielseitiges Repertoire umfasst Partien von Mozart, Verdi, Wagner, Puccini sowie Händel und Weber. Sie arbeitet mit so namhaften Dirigenten wie Barenboim, Bolton, Gardiner, Haitink, Harding, Janowski, Jansons, Jordan, Levine, Luisi, Mehta, Muti, Nagano, Norrington, Pappano, Runnicles und Thielemann zusammen.

Auszeichnungen
Anja Harteros
1999 Preisträgerin des Wettbewerbs Cardiff Singer of the World
2005 Festspielpreis der Münchner Opernfestspiele
2007 Ernennung zur Bayerischen Kammersängerin
2009 Sängerin des Jahres der Zeitschrift "Opernwelt"
2010 Verleihung des 1. Kölner Opernpreis
2013 Verleihung der Bayerischen Europa-Medaille
2015 Sängerin des Jahres bei den International Opera Awards
2017 Sängerin des Jahres der Zeitschrift "Opernwelt"
Osterfestspiele Salzburg
Tosca
Die Osterfestspiele Salzburg setzen 2018 auf ein Hauptwerk der italienischen Oper: Puccinis "Tosca" wird von Michael Sturminger neu inszeniert, die musikalische Leitung hat Christian Thielemann.