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Kampf dem Gelenkschmerz
Was tun bei Arthrose?
Wenn der Arthrose-Patient mit einfachen Schmerzmitteln nicht mehr auskommt, nachts wach wird und seine Aktivität tagsüber eingeschränkt ist, dann sollte eine weitergehende Therapie erfolgen.
Von Monika Dollinger

Knorpel sind nicht durchblutet. Wenn der Knorpel abgescheuert ist, kann er sich nicht mehr aufbauen. Arthrose ist nicht mit einzelnen Medikamenten zu behandeln, um den Verschleiß zu stoppen.

Mit einer Spiegelung, der Arthroskopie, kann man den Gelenkknorpel glätten. Denn der aufgefaserte Knorpel zersetzt sich und dadurch entsteht eine Reizung im Gelenk, die Schmerzen bereitet. Wenn man den Knorpel glättet, sind die losen Partikel entfernt und es entsteht weniger Reibung.


Die möglichen Therapien

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Prof. Dr. med. Joachim Grifka ist Direktor des Lehrstuhls und der Klinik für Orthopädie für die Universität Regensburg.
"Bis zur Pubertät kann Knorpel heilen, etwa nach einer Sportverletzung", sagt Professor Joachim Grifka, Direktor des Lehrstuhls und der Klinik für Orthopädie für die Universität Regensburg. Doch danach gebe es keine Heilung mehr. "Allerdings", so Joachim Grifka weiter, "können wir heutzutage Knorpelzellen züchten: Aus einem gesunden Knorpel werden zwei reiskorngroße Partikel entnommen. Diese werden in einem aufwendigen Prozess isoliert und in ein Stadium gebracht, in dem sie sich wieder teilen können. Mit diesem sogenannten Tissue Engeneering ist es möglich, aus wenigen Knorpelzellen Millionen zu züchten."

"Heutzutage werden mithilfe sogenannter Matrices (Collagengerüste) diese Zellen eingepflanzt. Diese Methode gelingt bis etwa zum Alter von 40 Jahren sehr gut. Danach kann man die Knorpelzellen nicht mehr erfolgreich züchten."

Der Einsatz von gezüchteten Knorpelzellen wird nur in wenigen Kliniken gemacht.


Knorpelzelltransplantation ab 50

Doch Grifka warnt auch: "Immer wieder versprechen Ärzte, die Knorpelzelltransplantation auch bei Patienten, die über 50 Jahre alt sind, durchzuführen. Damit weckt man falsche Hoffnungen. Denn das Züchten von vitalen Knorpelzellen in diesem Alter gelingt oft nicht."

Außerdem kann,"eine Transplantation nicht gelingen, wenn der umgebende Knorpel schon abgenutzt ist. Nur begrenzte Defekte können mittels Transplantation aufgefüllt werden. Aber es kann nicht das ganze Gelenk reproduziert werden."


Medikamente bei Arthrose

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Unter den Körperteilen, die am häufigsten Beschwerden verursachen, steht das Knie – nach dem Rücken – an zweiter Stelle.
Es gibt zwei Substanzen, von denen nachgewiesen ist, dass sie die Ernährung der Knorpelzellen verbessern: Das D-Glucosaminsulfat - es wird als Dragee eingenommen. Und Hyaluronsäure (teilweise tierischen, teilweise synthetischen Ursprungs) - es wird mehrmals in das Gelenk gespritzt.

"Beide Medikamente bringen bei fortgeschrittener Arthrose nichts mehr. Denn nur wo noch Knorpel ist, kann noch Knorpel ernährt werden", schränkt Joachim Grifka ein.


Neue Behandlungsmethode: Platelet Rich Plasma (PRP)

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Wer an Arthrose erkrankt ist, sollte sich regelmäßig gezielt bewegen.
"Dabei handelt es sich um einen Anteil des eigenen Blutes, der vom Patienten gewonnen und in das Gelenk gespritzt wird", erklärt Joachim Grifka, "konkret geschieht dies, indem Blut aus der Vene abgenommen wird. Dieses Blut wird zentrifugiert und in einem aufwändigen Verfahren mit einer Spezialspritze der Überstand des Zentrifugates in das Kniegelenk gespritzt. In der Lösung befinden sich neben den Blutplättchen auch Wachstumsfaktoren. Die Wirkung muss man sich so vorstellen, wie bei einer Verletzung der Haut, wo sich ein Ruferl (Kruste) bildet und daraus die neue Haut entsteht. Im Gelenk kann man damit einen Überzug der blanken Knochen erreichen, der wie ein Ersatzknorpel wirkt. Wichtig ist, dass im Gelenk keine Instabilität besteht und der Patient gute Muskulatur hat. Mit diesem Verfahren habe ich erstaunliche Erfolge."

Kostenpunkt wäre etwa 200 - 300 Euro. Diese Technik ist noch nicht von allen Krankenkassen anerkannt. Es wird auf jeden Fall empfohlen, vorab einen Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse einzureichen.

Blutegel hält Grifka für nicht wirksam.


Sendedaten
Freitag, 23. März 2018, 20.15 Uhr

Kampf dem Gelenkschmerz

Ein Film von Manfred Bölk

Hintergrund
© swrArthrose ist die häufigste aller Gelenkerkrankungen. In Deutschland leiden etwa fünf Millionen Frauen und Männer unter Beschwerden, die durch eine Arthrose verursacht werden. Zwei Millionen Menschen haben täglich aufgrund ihrer Arthrose Schmerzen in ihren Gelenken. Am häufigsten betroffen sind Hände, Knie und Hüften, aber auch alle anderen Gelenke können befallen sein.

Ältere Menschen leiden häufiger unter einer Arthrose als jüngere. Ab dem 60. Lebensjahr sind gut die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer betroffen, vor dem 30. Lebensjahr nur 1,6 Prozent.

Info
© swrRheuma - Arthrose - Gicht
"Arthrose" ist die geläufige Bezeichnung für die degenerativen rheumatischen Erkrankungen. Sie betrifft jeden Fünften. Arthrose kommt durch Abnutzung zustande und nicht durch eine Entzündung. Zwar schmerzen auch bei der Arthrose die Gelenke und lassen sich nur noch schwer beugen. Doch selten ist sie von einer Schwellung begleitet. Vor allem unter Belastung schmerzen bei Arthrose die Gelenke.

Ein warmes Wasserbad lässt die Schmerzen im arthrotischen Gelenk zurückgehen. Ein rheumatisches, arthritisches Gelenk, das entzündet ist, schmerzt hingegen weniger in kaltem Eiswasser. Denn das Gelenk ist sehr erhitzt, stark durchblutet, geschwollen und gerötet. Rheuma ist keine Erkrankung der Gelenke, sondern eine Autoimmunerkrankung.

Auch Gicht kann zu rheumatischen Beschwerden führen. Sie ist allerdings eine Ablagerungserkrankung und hat somit andere Ursachen als Rheuma.

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