© pa/Ulrich Baumgarten
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Diensthundeführer der Bundeswehr mit Hunden.
Hundesoldaten
Trainieren für den Kriegseinsatz
Abgeschieden im Wald, bei Ulmen in der Eifel, befindet sich die einzige Diensthundeschule der Bundeswehr. Hier werden Hunde für einen bestimmten Zweck geboren: Sie sollen mit Soldaten in den Kriegseinsatz gehen.
Über Monate hinweg folgt der Film dem Leben der unterschiedlichen Diensthunde – von der Geburt bis zum Ende ihrer Ausbildung – und zeigt dabei die ambivalente Beziehung, die sich zwischen Tier und Mensch entwickelt.

Die Hunde der Bundeswehr werden für einen Kriegseinsatz ausgebildet.  © SWR Sebastian Bäumler Die Hunde der Bundeswehr werden für einen Kriegseinsatz ausgebildet.
Schon die Welpen werden an Gewehrfeuer gewöhnt und lernen absoluten Gehorsam. © SWR/Sebastian Bäumler Schon die Welpen werden an Gewehrfeuer gewöhnt und lernen absoluten Gehorsam.

Teambildung ab dem Welpenalter

Zuerst dürfen sich die fünf Männer einen Hund aussuchen, ganz nach ihrem Bauchgefühl. Dann beginnt die Ausbildung. Die Hunde lernen, wie eine Waffe zu agieren und die Soldaten, ihre Hunde zu führen. Das funktioniert aber nur, wenn die Männer die Zuneigung ihres Hundes gewinnen.

Es geht um eine Art Symbiose, um uneingeschränktes Vertrauen, ohne die das Team in einem Krisengebiet nicht bestehen könnte. Nach der Blitzhochzeit im Zwinger müsse sich erst einmal herausstellen, ob die Ehe wirklich etwas taugt, meinen die Ausbilder. Eine gute Beziehung zwischen Mensch und Hund ohne Emotionen ist im Grunde unmöglich.

Trotzdem gilt der Hund hier in erster Linie als Waffensystem und als solches soll er vor allem eines: funktionieren. Deshalb wird er schon als Welpe an Gewehrfeuer gewöhnt, muss verschiedene Hindernisstrecken bestehen und lernt absoluten Gehorsam.


Hund auf Distanz halten

Im Laufe der Zeit wird es immer schwieriger für die Soldaten, zwischen Freund und Dienstgerät zu trennen. Die Ausbildung mit dem Hund ist auch ein täglicher Kampf gegen sich selbst, sagt Tobias, der einen besonders schwierigen Hund bekommen hat. Man müsse sich in den Hund hinein versetzen, um ihn für seine Zwecke zu gewinnen. Trotzdem muss er eine gewisse Distanz behalten. Denn wenn es hart auf hart kommt, ist es der Hund, der für seinen Soldaten den Kopf hinhalten soll.

Therapiehund für traumatisierte Kriegsheimkehrer

© SWR
Alexander mit Diensthund.
Aus dem anfänglichen Spiel wird allmählich Drill – und künstliche Szenarien rücken immer näher an eine mögliche Realität.

Eine Realität, die ein anderer längst kennt: Zur gleichen Zeit am gleichen Ort verbringt der traumatisierte Kosovo-Veteran Alexander Zeit mit seinem Therapiehund. Wo die anderen auf einen möglichen Kriegseinsatz hin trainieren, versucht er, einen solchen zu bewältigen. Nachdem er sich zehn Jahre lang völlig in sich zurückgezogen hatte, soll er nun mithilfe eines neuen Therapieprogrammes resozialisiert werden. Im Gegensatz zu den anderen geht es für ihn bei der Beziehung zu seinem Hund vorwiegend um Gesellschaft, nicht um Gehorsam.


Diensthundeführer eines Fallschirmjägerbataillons seilen sich von einem Transporthubschrauber ab. © pa/Carl Schulze Diensthundeführer eines Fallschirmjägerbataillons seilen sich von einem Transporthubschrauber ab.
Bei Kampfhandlungen werden die Diensthunde der Bundeswehr als eine Art Waffe eingesetzt.  © SWR/Sebastian Bäumler Bei Kampfhandlungen werden die Diensthunde der Bundeswehr als eine Art Waffe eingesetzt.

Sendedaten
Montag, 19. März 2018, 22.25 Uhr

Hundesoldaten

Ein Film von Lena Leonhardt

Info
© swrDie Filmemacherin Lena Leonhardt stammt aus Horb am Neckar. Sie studierte an der Filmakademie Ludwigsburg. Für ihren Abschlussfilm wurde sie 2017 mit dem renommierten Grimmepreis in der Kategorie "Information & Kultur" ausgezeichnet.

Für "Hundesoldaten" hat Lena Leonhardt ein Jahr lang in der Hundeschule der Bundeswehr in der Nähe von Koblenz recherchiert und gedreht.
Das besondere Verhältnis von Mensch und Tier erzählt sie auch im Film "Mit anderen Augen", einer Doku über Pferde. Ein Film über Brieftauben soll in Kürze fertig werden.

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