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Die Schönheit eines Priels erschließt sich erst von oben: Prielstruktur im Wattenmeer.
Die Nordsee von oben
Nirgendwo sonst auf der Welt existiert unter dem Einfluss von Ebbe und Flut eine solche Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten wie an der Nord- und Ostsee. 3sat zeigt in spektakulären Aufnahmen die Nordsee erstmals aus der Vogelperspektive.
Von Sandra Demmelhuber

Von oben betrachtet sieht ja bekanntlich vieles ganz anders aus. Blickt man aus der Vogelperspektive auf die Nordseeinseln, offenbaren sich dem Betrachter ungewöhnliche, von den Gezeiten gemalte Kunstwerke. Farben, so klar und türkisblau wie in der Südsee und bizarre, exotisch anmutende Formationen.

Die Nordsee ist für viele Menschen ein Ort der Inspiration und Erholung, ihre Inseln sind Zuflucht, Reiseziel und Heimat zugleich. Doch die deutsche See ist weitaus mehr als das salzige und kühle Meerwasser, das gleich hinterm Deich beginnt. Erst von oben ist das ganze Ausmaß ihrer atemberaubenden Schönheit zu erkennen.


So sieht die Struktur des Wattes aus der Vogelperspektive aus. © vidicom So sieht die Struktur des Wattes aus der Vogelperspektive aus.
Das Watt spiegelt den ständigen Wechsel der Gezeiten wider.  © vidicom Das Watt spiegelt den ständigen Wechsel der Gezeiten wider.
Ungewöhnlicher Blickwinkel: Eine Watt- und Salzwiese von oben.  © vidicom Ungewöhnlicher Blickwinkel: Eine Watt- und Salzwiese von oben.
Die Adern der See: Prielstruktur an der Nordsee-Küste. © vidicom Die Adern der See: Prielstruktur an der Nordsee-Küste.

Wattenmeer: UNESCO-Weltnaturerbe

Wasser und Leben: Wenn die Flut mehr Sand anschwemmt als die Ebbe forttragen kann, entstehen Sandbänke. Die Sandkörner auf den Sandbänken werden zu Dünen und bald beginnen erste Pflänzchen zu wachsen. Eine Insel entsteht.

Auch Borkum und die anderen ostfriesischen Inseln sind auf Sandbänken entstanden. Diese "neuen" Inseln liegen mitten im Nationalpark Wattenmeer. Watt ist der bei Ebbe freiliegende Grund der Nordsee, über zwei Millionen Kleinlebewesen sollen in einem Quadratmeter leben. Erst vor wenigen Jahren, 2009, erklärt die UNESCO das weltgrößte Wattenmeer und Naturschutzgebiet zum Weltnaturerbe. Es steht somit auf einer Stufe mit dem Grand Canyon oder den Galápagos-Inseln.


Perfekter Platz für Kite-Surfer: Am Ufer der Insel St. Peter Ording weht ein ständiger Westwind.  © vidicom Perfekter Platz für Kite-Surfer: Am Ufer der Insel St. Peter Ording weht ein ständiger Westwind.
Ein Seerestaurant am Strand von St. Peter Ording. Alle paar Jahre zieht das Häuschen mitsamt seinen Stelen um.  © vidicom Ein Seerestaurant am Strand von St. Peter Ording. Alle paar Jahre zieht das Häuschen mitsamt seinen Stelen um.

Entschleunigung

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Die autofreie Insel Langeoog.
Vier Kilometer vom Festland entfernt liegt die Insel Langeoog. 1830 kam der erste Badegast, heute sind es mehr als 200.000 Urlauber im Jahr, die die autofreie Insel vor allem wegen der "Entschleunigung" schätzen.

Ob Urlauber oder Inselbewohner: Ebbe und Flut bestimmen auf den Nordseeinseln den Tagesrhythmus der Menschen. Langsam und gemütlich geht es auch auf der Nachbarinsel "Spikeroog" zu. Die Fahrt zum Festland dauert ganze 45 Minuten und - wie bei den meisten ostfriesischen Inseln - ist auch Spikeroog nur bei Flut und nur zu bestimmten Zeiten zu erreichen. Eine direkte Verbindung zu den nahegelegenen Nachbarinseln gibt es bis heute nicht.


Unberührte Natur

In der Nordsee gibt es sogar unbewohnte Inseln. Eine von ihnen heißt Lütje Hörn. Sie liegt südöstlich von Borkum und gehört zu den Ostfriesischen Inseln. Lütje Hörn ist einer der wenigen Orte in Deutschland, wo keine Menschen leben, das Betreten ist sogar strengstens verboten.

Und auch dort zeigt sich: Wo der Mensch nicht ist, wo Natur einfach Natur sein darf, fühlt sich das Tier wohl. Schon seit einigen Jahren beobachten Forscher seltsame Verhaltensweisen auf der Insel. So haben sich dort Kormorane angesammelt, die - so wie es ihrer ursprünglichen Natur entspricht - wieder auf dem Boden brüten.


Die unbewohnte Nordseeinsel Trischen.  © vidicom Die unbewohnte Nordseeinsel Trischen.
Die "Lange Anna" auf Helgoland. Wie lange wird sie noch stehen? © vidicom Die "Lange Anna" auf Helgoland. Wie lange wird sie noch stehen?
Der nördlichste Ort Deutschlands: Die Insel Sylt. © vidicom Der nördlichste Ort Deutschlands: Die Insel Sylt.

"Sylter Royal"

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Der Hindenburgdamm verbindet seit 1927 die Insel Sylt mit dem Festland.
Wer zum nördlichsten Punkt Deutschlands will, muss nach Sylt. Dort ist immer was los, in bester Strandlage stehen luxuriöse Hotels und mehrere vielfach ausgezeichnete Gourmet-Restaurants. Kein Wunder also, dass die vorher nicht sonderlich beliebten Austern aus der Nordsee erfolgsversprechend und wohlklingend in "Sylter Royal" umgetauft wurden.

Etwa 21.000 Einwohner teilen sich heute den 40 Kilometer langen Sandstrand der größten nordfriesischen Insel, hinzu kommen jedes Jahr fast eine Million Urlauber. Doch nicht nur der Bauboom der letzten Jahrzehnte sorgt dafür, dass die Insel förmlich verschwindet. Wegen ihrer exponierten Lage im Meer kommt es bei starken Sturmfluten zu kontinuierlichen Landverlusten.

Ob die belebten Strandpromenaden auf Sylt oder die nur wenige hundert Kilometer entfernen unberührten Vogelschutzinseln; die Bilder der Nordsee von oben eröffnen einen ungewohnten Blickwinkel auf eine atemberaubende und schützenswerte Landschaft.


Sendedaten
Sonntag, 2. September 2018, 20.15 Uhr

Die Nordsee von oben

Ein Film von Silke Schranz und Christian Wüstenberg

3sat-Thementag
Meeresrauschen
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© vidicomDie Ostsee von oben
Nirgendwo sonst auf der Welt existiert unter dem Einfluss von Ebbe und Flut eine solche Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten wie an der Nord- und Ostsee. 3sat zeigt in spektakulären Aufnahmen die Ostsee erstmals aus der Vogelperspektive.
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© dpaBayerns schönste Seen
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Wildes Bayern
Mit der Kamera über Gipfel, Grate oder Landschaften zu schweben und spektakuläre Motive in weichem Licht festzuhalten, das ist wohl der Traum eines jeden Naturfilmers. Auch Jan Haft und sein Kamerateam haben sich aufgemacht, die Berchtesgadener Alpen und den Königssee aus einer neuen Perspektive zu zeigen. Herausgekommen ist eine bildgewaltige Hommage an eine der schönsten Regionen Deutschlands.
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