Übersicht
TV-Programm
Mittwoch, 24. Juni
©  Klaus Rose dpa Lupe
Röntgenbilder von Vielfachknochenbrüche der Ober- und Unterschenkel
Knochen-Docs
Dr. Wolfram Wenz von der Uni Heidelberg ist der "weltbeste Spezialist für Fußdeformationen". Er verspricht der 20-jährigen Zarah, dass er sie wieder von ihren Krücken befreien kann. Nach einem lebensgefährlichen Unfall mussten ihre Muskeln am Unterschenkel gespalten werden, außerdem hatte sich ein Spitzfuß entwickelt – eine Fußstellung, die sie nur noch an Krücken gehen ließ.
© SWR/Woetzel Lupe
Der Fußchirurg Wolfram Wenz wird auch "Dr. Foot"genannt.
Die Heidelberger Orthopädie gilt als eine der besten Kliniken weltweit. Dort konnte schon vielen vermeintlich hoffnungslosen Fällen geholfen werden - durch ganz spezielle, komplizierte Operationen oder durch individuell angepasste hochmoderne Prothesen. Manchmal geht es dabei um Leben und Tod der Betroffenen, fast immer stehen die Chancen auf Heilung und die gesamte weitere Lebensqualität der Patienten auf dem Spiel.

Heidelberg ist auch die größte orthopädische Universitätsklinik Deutschlands und die zweitgrößte in Europa. Viele der Patienten kommen auf Klumpfüßen, auf Knien, in Rollstühlen in die Ambulanz, und etliche gehen aufrechten Ganges wieder hinaus. An die hundert Ärzte arbeiten hier. Eine Mega-Klinik im lieblichen Neckartal: In 16 Fachbereiche sind die Mediziner aufgeteilt, 300 Studenten pro Jahr bekommen hier eine solide Ausbildung. Über 60 Techniker arbeiten in hauseigenen prothetischen Werkstätten. Und jeden Tag gibt es 30 Operationen - das sind 7000 im Jahr.


Hardrockmusik während der Operation
© SWR/Woetzel Lupe
Zarah hat nach einem schweren Unfall ein Compartment-Syndrom am rechten Unterschenkel und einen Spitzfuß.
Zarahs Spitzfuß wird von Dr. Wenz, dem Spezialisten für deformierte Füße und Liebhaber von Hardrockmusik während der OPs, operiert. Vorher zeigt er ihr, was für unglaubliche Fälle er schon erfolgreich operiert hat. Dagegen sieht ihr Problem fast harmlos aus. Und doch: Wenn die Operation bei ihr nicht gelingt, müsste sie ihr Leben lang mit einem verkrüppelten Fuß und an Krücken durch die Welt gehen. Die Operation wird jedoch ein Erfolg. Die junge Frau kann wieder normal gehen und verlässt euphorisch die Klinik.

Eine künstliche Hochtechnologie-Hand für Lorena
© SWR/Woetzel Lupe
Zarahs Bein
Ein weiterer Fall ist Lorena, ein Mädchen von neun Jahren. Sie wurde ohne linke Hand geboren. Eigentlich kann Lorena alles mit der einen Hand machen, sogar Schuhe binden. Jetzt will sie endlich so normal aussehen, wie die anderen. Deshalb fahren die Eltern nach Heidelberg, wo ihr eine Hochtechnologie-Hand angepasst wird. Lorena ist fassungslos, als sie an sich herunter blickt und zum ersten Mal in ihrem Leben zwei Hände an sich sieht. Mit einer Ergotherapeutin lernt sie, die neue linke Hand zu benutzen, Kuchen zu backen, mit Messer und Gabel zu essen. Und dann der große Tag: Zum ersten Mal geht sie mit zwei Händen in die Schule: Ab jetzt wird keiner mehr Einarm zu ihr sagen können!

Die Hand ist eine Eigenentwicklung: Der Leiter der Forschungsabteilung ist der Ingenieur Dr. Rüdiger Rupp, ein "Daniel Düsentrieb" der Orthopädie.- Er versucht auch, mit einem Gehroboter, dem "Lokomaten", Patienten wieder zum Gehen zu verhelfen. Der zweiteilige Film von Harold Woetzel, den Sie am Donnerstag, 2. August 2012, 20.15 Uhr sehen können, begleiten die Chirurgen bei ihrer oft riskanten Arbeit, zeigen aber auch die Grenze des Machbaren.


wissen aktuell:
Medizin im Fadenkreuz
Links