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Dienstag, 20. April
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wissen aktuell: Das Römer-Experiment
Oft sind es die unscheinbaren Details, die über das Schicksal ganzer Gesellschaften entscheiden können. Die fast 700-jährige Dominanz des Imperium Romanum über Europa hat viele Gründe - einige sind so klein und unscheinbar, wie die Schusternägel für die Sohlen der Caliga, der Sandalen der römischen Soldaten.
Experimentalgeschichte? Geschichtsversuche?
Die Hauptlast der Feldzüge, die Rom zum Weltreich machten, trugen die Fußsoldaten der Armee. Über 95 Prozent aller Legionäre waren zu Fuß unterwegs. Im Durchschnitt legten sie 25 Kilometer am Tag zurück, wobei der einzelne Soldat einschließlich der Waffen etwa 30 Kilo zu tragen hatte.

Wieso waren ihre Schuhe aus Leder und Nägeln das ideale Marschwerkzeug und welchen Vorteil brachte das Schuhwerk gegenüber den Feinden? Um dies herauszufinden haben experimentelle Archäologen den Test aufs Exempel gemacht. "Experimentelle Archäologie", so nennt sich der inzwischen etablierte Forschungszweig, der Anhand von archäologischen Funden Hypothesen aufgestellt, die durch Experimente überprüft werden. Noch in den 1970er Jahren wurden die Experimentierer unter den Archäologen von Fachkollegen schräg angesehen und als Frühgeschichte-Fans ohne wissenschaftlichen Abschluss verspottet. Einer der bekanntesten und auch umstrittensten frühen Experimentierer war der Norweger Thor Heyerdahl, der mit einem Floß aus Balsaholz 1947 über den Pazifik segelte, um zu beweisen, dass die Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus möglich war (die Gentechnologie bewies inzwischen, dass es nicht so gewesen war).

Doch inzwischen wird der Studiengang Experimentelle Archäologie an der Universität in Exeter gelehrt und in Mayen, unweit von Koblenz, wird zur Zeit unter Schirmherrschaft des Römisch-Germanischen Zentralmuseums ein "Labor für Experimentelle Archäologie" errichtet.

Die noch junge Disziplin ist in den letzten Jahrzehnten unerlässlich geworden, wenn man die Überlegenheit der Römischen Armee en Detail untersuchen möchte. Glaubt man den Angaben der antiken Autoren, so konnten es die Römer in der Regel mit Gegnern aufnehmen, die zahlenmäßig überlegen waren. Die Gründe könnten in der Taktik, aber auch in der Ausrüstung liegen. Welchen Anteil Taktik und Ausrüstung an den Siegen hatten, lässt sich kaum am Schreibtisch klären - es bedarf einiger Versuche.


Die römische Militärausrüstung
Gut gerüstet zu sein, war ein römisches Erfolgsrezept. Mit Waffen, Soldaten und militärischer Disziplin schufen die Römer in sechs Jahrhunderten das größte Weltreich der Antike. Im ersten Teil von "wissen aktuell: Das Römer-Experiment" wollen experimentelle Archäologen herausfinden, wie gut die Ausrüstung der Männer war, die für den Ruhm Roms unterwegs waren.
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Die Wirtschaft im Römischen Reich
Der Erfolg des Römischen Reiches beruhte nicht nur auf der militärischen Überlegenheit, auch die wirtschaftliche Stärke der Römer und der Wohlstand, den die fortschrittlichen Bürger des Weltreiches in die Provinzen brachten, sicherten ihre Macht. Der zweite Teil von "wissen aktuell: Das Römer-Experiment" zeigt, wie die Wirtschaft im riesigen Römischen Reich funktionierte.
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Römische Bau- und Ingenieurskunst
© SWR/Tilman Büttner
Wie weit die römische Ingenieurskunst war, zeigen nicht nur ihre militärischen Errungenschaften, auch die Bauwerke, die sie schufen, lassen ihre Fähigkeiten erkennen. Drei Beiträge in "wissen aktuell: Das Römer-Experiment" zeigen, wie die Römer bauten.
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Römische Alltagskultur
Wie kochten die Römer? Wie lebten sie ihre Religion in den Provinzen? Gab es wie im römischen Circus Maximus in den besetzten Gebieten Gladiatorenkämpfe? Der letzte Teil von "wissen aktuell: Das Römer-Experiment" beschäftigt sich mit dem Alltag in den germanischen Provinzen Roms.
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Sendedaten
Donnerstag, 29. März 2012, 20.15 Uhr