Lupe
Kathedralen der Flüchtigkeit
Bahnhöfe als Bühnen des Lebens
Große Bahnhöfe sind nervöse, hoch sensible Orte voll großer und kleiner Emotionen. In solchen "Kathedralen der Flüchtigkeit" mischen sich Banalitäten mit tiefen Gefühlen und fallen die Sehnsüchte nach Ferne und Heimat ineinander.
Wie es auch die Karawansereien der Vergangenheit waren, sind Bahnhöfe öffentliche Orte. Kameldung und Pferdemist wurden durch Elektrosmog ersetzt und die Märchenerzähler wichen den Infopoints. Nüchterne, klare Sachlichkeit dominiert und die Zauberworte heißen nicht mehr ankommen und ausruhen, sondern durchfahren und umsteigen.

Gustav W. Trampitsch dokumentiert in seinem Film exemplarische Beispiele solcher alter und neuer "Kathedralen der Flüchtigkeit": den Hauptbahnhof Berlin, Gare de Lyon in Paris, Chhatrapati Shivaji Terminus in Indiens Geschäftsmetropole Mumbai, die Victoria Station in London sowie den Harry-Potter-Wallfahrtsort King´s Cross, Dom und Bahnhof in Köln und die größte Baustelle Österreichs, auf der gerade der neue Hauptbahnhof Wien entsteht.

Abschiednehmen, in ferne Länder reisen, tägliches Pendeln oder endlich am Ziel sein - Bahnhöfe sind mehr als Konstruktionen aus Stahl und Beton. Sie sind architektonische Herausforderungen, lebhafte Interaktionsräume und manchmal auch Bühnen für die ganz großen Momente im Leben.

Info
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Kathedralen der Flüchtigkeit
Film von Gustav W. Trampitsch
ISBN: 978-3-86923-057-3