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Mittwoch, 24. Juni
© LidijaBurcak Lupe
Wenn die Würde im Detail liegt
Tote einbetten statt einsargen – so spricht eine neue Generation der Bestatter. In der Sprache manifestiert sich der Umgang mit dem Tod. Wie David Naef die Bestattungskultur verändern will.
In seinem eleganten Anzug und mit einer Blume in der Hand sieht David Naef aus, als habe er ein Rendezvous. Doch der 30-jährige ist auf dem Weg zu seinem nächsten Kunden – einem toten Menschen. Dafür besorgt er jedes Mal eine frische Blume, die er auf den Sarg legt. Dem jungen Bestatter sind solche Details wichtig: „Gerade mit kleinen Dingen kann die Würde des Menschen erhalten bleiben.“ Die Betroffenen wissen solche Rituale, die Frische und Offenheit, mit der David Naef seinen Beruf ausübt, zu schätzen. Er macht es ihnen einfacher, sich bei der Verabschiedung mehr einzubringen.

Die Sprache des Todes
Für David Naef ist jede Kultur, also auch die Bestattungskultur, allumfassend. Um sie aus dem dunklen Ambiente zu holen, achtet David Naef deshalb, nebst rituellen Details, auf eine bewusst gewählte Sprache: „Der Umgang mit dem Tod ist im letzten Jahrhundert stehen geblieben. Ich will von dieser «töteligen» Art wegkommen.“ Dazu gehöre auch, den verwendeten Fachjargon zu überdenken und bewusst einzusetzen: „Es hinterlässt eine ganz andere Stimmung, ob ich nun sage, dass ich einen toten Menschen einsarge oder einbette. Es ermöglicht einen noch würdevolleren Umgang mit dem Tod.“ Und nur so liesse sich letztlich friedvoll Abschied nehmen.

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David Naef im Gespräch vor seinem Leichenwagen.

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David Naef bei der Arbeit: am Einladen des Sargs.

Der Bestatter
© SRFBestatter Luc Conrad ist aussergewöhnlichen Todesfällen auf der Spur - darunter ein tödlicher Unfall im Weinberg, ein gespenstischer Selbstmord im Schloss Hallwyl oder ein mysteriöser Mord in einer Metzgerei. Mit seinem untrüglichen kriminalistischen Gespür wittert Luc sogar einen unheimlichen Fall von organisiertem Verbrechen mitten in Aarau und ruft damit die Bundespolizei auf den Plan.
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Wenn der Sarg die Leiche frisst
Nicht verweste Leichen sind unschön und ein Problem. In den Gräbern nehmen sie neuen Leichen den Platz weg. Dichtestress auf dem Friedhof. Ein Zürcher Student tüftelte an einer Lösung. Das Resultat: ein Sarg aus Pilz.
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Wenn der Tod Farben trägt
Tote tragen zwar keine Karos, aber sie sollten dennoch stilvoll daher kommen. Vielleicht sogar sexy. Das jedenfalls ist die Vision des Designers Thomas Schär. Mit seinen Urnen beweist er, dass der Umgang mit dem Tod nicht immer düster sein muss.