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Betonmantel von Tschernobyl © dpa Video
Tschernobyl - mit seinem Betonmantel mahnt es an die Folgen der Atomkraft
Tschernobyl war der Super-Gau
Kernschmelzen kamen gar nicht so selten vor
Immer wieder kommt es in Wiederaufbereitungsanlagen und Atomkraftwerken zu schweren Störfällen - auch mit Todesfällen.
Dezember 1952 In einem Reaktor im kanadischen Chalk River bei Ottawa kommt es zu einer schweren Explosion. Der Reaktorkern wird bei einer partiellen Kernschmelze zerstört.
September 1957 In einer Wiederaufbereitungsanlage im russischen Kyschtym explodiert ein Tank mit radioaktiven Abfällen. Dabei werden große Mengen an radioaktiven Substanzen freigesetzt.
Oktober 1957 Im britischen Kernreaktor in Windscale - ab 1983 Sellafield genannt - wird nach einem Brand eine radioaktive Wolke freigesetzt, die sich über Europa verteilt.
1967 Im Forschungsreaktor Diorit schmilzt ein Brennelement. Die Reaktorhalle wird radioaktiv kontaminiert.
Januar 1969 Im Schweizer Versuchsreaktor Lucens kommt es zur partiellen Kernschmelze. Schleusen verhindern, dass Radioaktivät in die Umwelt gelangt.
Juli 1973 Wieder kommt es in der Wiederaufarbeitungsanlage Windscale zu einer schweren Explosion, bei der ein großer Teil der Anlage kontaminiert wird.
Januar 1977 Kurzschlüsse in zwei Hochspannungsleitungen führen im deutschen Atomkraftwerk Gundremmingen in Bayern zu einem Totalschaden. Das Reaktorgebäude ist mit radioaktivem Kühlwasser verseucht.
März 1979 Maschinen- und Bedienungsfehler führen im US-Kernkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg zum Ausfall der Reaktorkühlung, die eine partielle Kernschmelze und die Freisetzung von radioaktiven Gasen zur Folge hat.
April 1986 Kernschmelze im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl. Der radioaktive Niederschlag geht auch in Deutschland nieder. Das Ausmaß der Folgen ist bis heute unklar. Fachleute geben die Zahl der zu erwartenden Toten mit zwischen 4000 und 100.000 an. 4000 Menschen erkrankten infolge des Unfalls an Schilddrüsenkrebs.
September 1999 In einem Brennelementewerk in der japanischen Stadt Tokaimura setzt nach einer unvorschriftsmäßigen Befüllung eines Vorbereitungstanks eine unkontrollierte Kettenreaktion ein. Starke radioaktive Strahlung tritt aus.
Oktober 2000 Das umstrittene tschechische Atomkraftwerk Temelin geht ans Netz. Bis Anfang August 2006 werden von der Anlage fast 100 Störfälle gemeldet.
Dezember 2001 Eine Wasserstoffexplosion verursacht im Atomkraftwerk Brunsbüttel einen Störfall. Der Reaktor wird erst auf auf Drängen der Kontrollbehörden im Februar 2002 zur Inspektion vom Netz genommen.
Juli 2006 Nach einem Kurzschluss wird im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark einer von drei Reaktoren automatisch von der Stromversorgung getrennt. Der Reaktor wird heruntergefahren.
Juli 2009 Der Reaktor Krümmel in Schleswig Holstein wird nach einem Kurzschluss im Maschinentransformator per Schnellabschaltung vom Netz genommen. Ein baugleicher Transformator war Ende Juni 2007 nach einem Kurzschluss in Brand geraten.
März 2011 Ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami erschüttern Japan. Die Naturkatastrophe führt zur Kernschmelze im Atomkraftwerk in Fukushima, dem folgenschwersten Atomunfall seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

nano spezial
Japan: Kettenreaktion mit Folgen
Die Welt blickt mit Sorge auf das japanische Atomkraftwerk Fukushima, in dem es möglicherweise zu einer Kernschmelze gekommen ist.
Glossar
Tschernobyl
Die Katastrophe von Tschernobyl gilt als der bislang schwerste Unfall bei der zivilen Nutzung der Atomenergie. Am 26. April 1986 um 01.23 Uhr geriet der Reaktor außer Kontrolle.
Glossar
Gau und Super-Gau
Unter dem Begriff Gau - größter anzunehmender Unfall - versteht man den schwersten Störfall in einem Atomkraftwerk, für den die Sicherheitssysteme ausgelegt sind.
Glossar
Kernschmelze
Zu den schlimmsten Szenarien in der Atomindustrie zählt die Kernschmelze in einem Reaktor. Sinkt Kühlwasser ab, überhitzt der Reaktorkern und die Brennstäbe werden beschädigt.
Info
LupeAtomkraftwerke in der Welt
Stand: März 2011