Schimpansen
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Viele Philosophen sehen auch Menschenaffen wie Schimpansen als Personen an.
Great Ape Project
Rechte für die nächsten Verwandten des Menschen
Das "Great Ape Project" hat das Ziel, den großen Menschenaffen Grundrechte zuzugestehen: das Recht auf Leben, auf Freiheit und körperliche Unversehrtheit.
Zu den großen Menschenaffen gehören Schimpansen (Pan troglodytes), Bonobos (Pan paniscus), Gorillas (Gorilla gorilla, Gorilla beringei) und Orang-Utans (Pongo pygmaeus, Pongo abelii). Die Idee geht auf die Philosophen Paola Cavalieri und Peter Singer zurück, die damit 1993 erstmals an die Öffentlichkeit gegangen sind. Cavalieri und Singer begründen ihr Engagement damit, dass sie Menschenaffen als "Personen" ansehen: Wie Menschen besitzen diese Tiere ein Ich-Bewusstsein. Zu den Unterstützern des Projektes gehören Wissenschaftler wie die Primatenforscherin Jane Goodall, der Anthropologe Jared Diamond und der Evolutionsbiologe Richard Dawkins.

Ein Erfolg des Great Ape Project ist der "Animal Welfare Act", der 1999 in Neuseeland in Kraft trat. Das Gesetz verbietet pauschal alle Experimente an Menschenaffen, selbst Versuche, deren Erkenntnisse Menschenleben retten könnten. Es geht damit über den traditionellen Tierschutz hinaus, der immer das Leid der Tiere gegen den Nutzen für den Menschen abwägt. Allerdings beschränken sich die Rechte hier auf die "Verschonung von Folter". Eine Haltung in Zoos ist nach wie vor erlaubt.

2014 urteilte ein Gericht in Argentinien, das Orang-Utan-Weibchen "Sandra" sei als Person anzuerkennen. Der Affe musste daraufhin aus dem Zoo freigelassen werden. In Deutschland sind Menschenaffen vor dem Gesetz nach wie vor Tiere wie alle anderen. Allerdings verzichtet die Gesellschaft für Primatologie per Selbstverpflichtung freiwillig auf Tierversuche an unseren nächsten Verwandten.

Rechte für Orang-Utan
Free Sandra
Tierschützer haben vor einem Gericht in Argentinien die Freilassung eines Orang-Utan-Weibchens aus dem Zoo in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires durchgesetzt.
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